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Bewerbung für Fußball-WM 2006 : Ex-DFB-Präsident Zwanziger: Niersbach hat bei PK gelogen

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Der Skandal geht immer weiter: In einem neuen Spiegel-Bericht sagt Zwanziger: „Es gab eine schwarze Kasse.“

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2015 | 14:54 Uhr

Frankfurt/Main | Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger erhebt in der Affäre um die dubiosen Millionen-Zahlungen vor der WM 2006 schwere Vorwürfe gegen seinen Nachfolger Wolfgang Niersbach. „Es ist eindeutig, dass es eine schwarze Kasse in der deutschen WM-Bewerbung gab“, sagte Zwanziger dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Dies hatte Niersbach tags zuvor in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes bestritten.

Für den WM-Zuschlag soll nach einem unbestätigten „Spiegel“-Bericht Geld aus einer schwarzen Kasse des Bewerbungskomitees geflossen sein. Der frühere Adidas-Chef Robert-Louis Dreyfus soll diese Summe aus seinem Privatvermögen zur Verfügung gestellt haben. Das Geld könnte laut „Spiegel“ dazu eingesetzt worden sein, um die Stimmen von vier asiatischen Mitgliedern des FIFA-Exekutivkomitees zu gewinnen. Eineinhalb Jahre vor der WM soll Dreyfus das Geld zurückgefordert und über ein FIFA-Konto auch erhalten haben.

Es sei „ebenso klar, dass der heutige Präsident des DFB davon nicht erst seit ein paar Wochen weiß, wie er behauptet, sondern schon seit mindestens 2005. So wie ich das sehe, lügt Niersbach“, so Zwanziger weiter.

In einem Gutachten, das Zwanziger in Auftrag gegeben habe, heiße es, dass Franz Beckenbauer dem früheren Adidas-Chef Louis-Dreyfus für dessen 6,7-Millionen-Euro-Zahlung an die FIFA einen Schuldschein „auf sich persönlich ausgestellt“ habe.

In einem Telefongespräch habe Horst R. Schmidt, Vizepräsident des WM-Organisationskomitees, Zwanziger berichtet, dass das Geld an Mohamed Bin Hammam geflossen sei, berichtet das Magazin weiter. Der Katari unterstützte 2002 den FIFA-Präsidenten Joseph Blatter in dessen Wahlkampf gegen Issa Hayatou.

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