Weltmeister von 2014 : «Eine andere Perspektive»: Lahm als WM-Tourist

Philipp Lahm gibt auf einer Veranstaltung des Goethe-Institutes in Moskau Autogramme.
Philipp Lahm gibt auf einer Veranstaltung des Goethe-Institutes in Moskau Autogramme.

Für Philipp Lahm wird es die erste WM seit 2002 als Zuschauer. Der Weltmeister-Kapitän freut sich in Russland auf den Blickwechsel - und wird von Fans der Deutschen gefeiert.

shz.de von
16. Juni 2018, 12:52 Uhr

Seinen Russland-Kurztrip startete Philipp Lahm im hellblauen Hemd und schwarzen Sakko. Im neuen Outfit eines Geschäftsmanns präsentierte sich der Weltmeister-Kapitän den deutschen Fans in Moskau - und ließ dabei noch keine WM-Wehmut erkennen.

«Ich freue mich, dass ich hier herkomme, dass ich die WM hautnah miterlebe, mir vor Ort auch Spiele anschauen kann», berichtete der 34-Jährige über seine erste Fußball-WM in der Zuschauerrolle seit 2002. «Es ist schön, dass ich eine Weltmeisterschaft wieder vor dem Fernseher erlebe, eine andere Perspektive haben kann.»

Nach dem Besuch im Goethe-Institut und in einem Kinderheim steht die Partie zwischen Argentinien und Island auf dem Touristen-Programm. Am Sonntag will Lahm dann seinen Nachfolgern von der Tribüne des Luschniki-Stadions zum Auftakt gegen Mexiko die Daumen drücken. «Ich traue der Mannschaft viel zu, sie hat eine große Qualität», lobt er die Mannschaft von Joachim Löw. «Sie gehört absolut zu den Favoriten.

Während sein Weltmeister-Kollege Miroslav Klose als Stürmercoach im Trainer-Team von Löw dabei ist, gehört Lahm der deutschen Delegation in anderer Funktion an. Als Botschafter wirbt der frühere Bayern-Profi inzwischen auch für die Bewerbung um die EM 2024, ein Job an der Seitenlinie steht derzeit hingegen nicht auf der Prioritätenliste. «Aktuell kann ich es mir nicht vorstellen, weil ich vom tagtäglichen Geschäft etwas Abstand brauche», betonte Lahm. «Ich bin aber 34 Jahre alt, und man sollte nie nie sagen im Leben.»

Beim Sommerfest des Goethe-Instituts Moskau war das Interesse am Ehrenkapitän der Nationalmannschaft so riesig, dass selbst Institutsleiter Rüdiger Bolz staunte. «So viel los war selten, und ich mache meinen Job schon ziemlich lang», sagte Bolz.

Hunderte Fans scharten sich in der milden Abendsonne um die kleine Bühne, auf der Lahm mit einem gewinnenden Lächeln Fragen seiner Fans beantwortete. Denn so manche Russen waren nur für ihn zum Sommerfest gekommen. So auch der 29-jährige Ingenieur Sergej. «Ich bewundere Philipp Lahm, weil er so ein toller Fußballer ist. Ich finde, er ist einer der besten der Welt», sagte Sergej. In voller Bayern-München-Montur mit Trikot, Schal und Fahne stand er mit ein paar Freunden auf einer Bierbank, um dem Idol mit unverkennbar russischem Akzent zuzujubeln: «Philipp Lahm ist unser Kapitän!»

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