Delling-Kolumne : Die Stimmung ist gekippt!

Jogi Löw und Co. ist es in den letzten Tagen gelungen, das Selbstbewusstsein der Mannschaft wiederzubeleben.

shz.de von
22. Juni 2018, 19:19 Uhr

Andere Körpersprache – neue Offenheit – alte Selbstsicherheit. Das ist wieder das Auftreten einer Mannschaft, die weiß, was zu tun ist. Personell gehört diese Auswahl ja ohnehin zu den Besten der Welt. Daran kann auch die schwache Vorstellung gegen Mexiko nichts ändern. Nur muss es jetzt auch im Verbund funktionieren. Und da wird immer deutlicher, dass manch einer im ersten Spiel zu sehr seinen eigenen Matchplan verfolgt hat. Und der sah durchaus eine „Batterie-Schonung“ vor. Jetzt heißt es unisono: Die „Intensität“ hat nicht gestimmt und muss erhöht werden.

Egal wie man es nennen möchte: Die Spielidee des Bundestrainers fußt auf einer hohen gemeinsamen Laufbereitschaft mit immer wieder höchstem Tempo. Das erfordert ein kollektives Bewusstsein, das durch die sehr offenen, kritischen Aussprachen der letzten Tage in den Köpfen aller Akteure angekommen zu sein scheint. Dem Gegner keinen Raum lassen, selbst bei Ballverlust in der Offensive sofort mutig nachsetzen und schon ganz weit vorn die Verteidigung zu beginnen – und vor allem: Immer wieder mit mehreren Angreifern in die „Box“ zu kommen, das ist die Strategie, mit der kein Zweifel an einem Sieg gegen Schweden aufkommen soll.

Die deutsche Mannschaft konzentriert sich ganz auf sich – „Selbstbewusstsein“ nennt man das. Das zu reaktivieren, ist Löw und Co in den letzten Tagen gelungen. „Die machen seit Jahren einen Weltklassejob“, sagt etwa Mats Hummels über das Team hinter dem Team und wirkt dabei richtig begeistert. Oder: „Der Trainer hat einen klaren Plan, ich befürchte gar nichts!“ äußert unabhängig davon ein paar Meter weiter Sami Khedira. Tatsächlich: Die Stimmung ist gekippt.

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