WM 2014: Gruppe D : Costa Rica ist Gruppensieger – 0:0 gegen England

Wayne Rooney konnte auch im letzten Spiel der WM nicht überzeugen.
Wayne Rooney konnte auch im letzten Spiel der WM nicht überzeugen.

Costa Rica kann als Gruppenerster in das Achtelfinale einziehen. England fährt mit der schlechtesten WM-Bilanz nach hause. Der Fupa-Ticker zum Nachlesen.

shz.de von
24. Juni 2014, 17:30 Uhr

Belo Horizonte | Prinz Harry ertrug Englands schlechteste WM-Bilanz mit royaler Fassung, die Fans feierten die Mannschaft nach dem müden 0:0 gegen Weltmeister-Schreck Costa Rica sogar minutenlang. Die braven Bemühungen des Titelträgers von 1966 in Belo Horizonte genügten am Dienstag schon, um die mitgereisten Anhänger aus dem Fußball-Mutterland nach dem möglicherweise letzten Spiel der Altstars Steven Gerrard und Frank Lampard einigermaßen versöhnlich zu stimmen.

„Wir haben gezeigt, was für ein gutes Team wir sein können“, meinte Trainer Roy Hodgson vor der Rückkehr in die Heimat sogar. „Abgesehen von den ersten zehn, zwölf Minuten haben wir total dominiert. Wir haben unsere Torchancen nicht genutzt, ansonsten hätten wir klar gewonnen. Heute hatten wir wirklich Pech“, befand Hodgson, der keinen Grund zum Rücktritt von seinem Amt sieht. Er ließ unerwähnt, dass sich die Mittelamerikaner nach den Siegen über Uruguay und Italien nur mit halber Kraft den Sieg in der schweren Gruppe D sicherten und eine Riesenüberraschung perfekt machen. „Das ist historisch“, sagte Trainer Jorge Luis Pinto auch über die erste WM-Vorrunde von Costa Rica ohne Niederlage. Im ersten Achtelfinale seit 1990 geht es am Sonntag in Recife gegen den Zweiten der Gruppe C.

Hodgson brachte wie angekündigt neun neue Spieler, um allen Akteuren WM-Einsatzzeit zu gewähren. Auf der Bank saßen daher unter anderen Wayne Rooney und der etatmäßige Kapitän Gerrard, die Binde durfte Lampard in seinem wohl letzten WM-Spiel tragen, nach dem Abpfiff ging er mit traurigem Blick und nacktem Oberkörper über den Rasen und ließ seine Zukunft noch offen. „Wir erwarten mehr, unsere Fans erwarten mehr, es ist eine Schande, dass wir nicht mehr erreicht haben“, sagte der 36-Jährige und dankte den Fans für die Unterstützung.„Wir sind Profis, wir mussten ein bisschen für unsere Ehre spielen und zeigen, dass wir es wirklich lieben, für unser Land zu spielen“, meinte Mittelfeldspieler Jack Wilshere. „Wir haben großartigen Charakter gezeigt, wie wir mit der Hitze umgegangen sind und unsere Köpfe nicht hängengelassen haben.“ Die nur auf zwei Positionen veränderten Mittelamerikaner begannen selbstbewusst, nachdem sie als erstes Team seit den Dänen 1986 zwei Ex-Weltmeister in der Vorrunde geschlagen hatten. Ein leicht abgefälschter Schuss von Joel Campbell segelte schon in der zweiten Minute nur knapp am langen Eck vorbei. Torhüter Ben Foster reagierte prächtig bei einem Freistoß von Celso Borges, den er mit den Fingerspitzen so eben noch an die Latte bugsieren konnte (23.). Danach taten die Ticos vor 57.823 Zuschauern immer weniger.

Die Engländer kamen besser in Schwung, ohne zu glänzen. Akzente setzte einzig Sturmspitze Daniel Sturridge: In der 12. Minute schoss der Angreifer vom FC Liverpool den Ball mit links knapp am Pfosten vorbei, nach einem Eckball köpfte der 24-Jährige über das Tor (35.). Erneut Sturridge scheiterte nach der Pause am herauslaufenden Keylor Navas (49.). Der Schlussmann musste dabei Kopf und Kragen riskieren. Auch eine gefährliche Eingabe von Adam Lallana Richtung Sturridge fing Navas gerade noch ab (59.). Der kurz zuvor eingewechselte Christian Bolaños sorgte mit seinem von Foster gehaltenen Distanzschuss für Costa Ricas erste Offensivaktion der zweiten Hälfte (62.). Zwei Minuten später vergab Sturridge die klarste Chance der Partie und zirkelte das Leder frei vor Navas am langen Eck vorbei.

Für die letzten 20 Minuten brachte Trainer Hodgson Gerrard, auch Rooney durfte wenig später auf das Feld und versuchte sein Glück gleich mit einem Lupfer, hatte aber auch keinen Erfolg mehr.

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