Interview mit DFB-Manager : Bierhoff gesteht Fehler im Umgang mit Mesut Özil ein

Nationalmannschafts-Manager Oliver gesteht in einem Interview mit der 'Welt' Fehler im Umgang mit Özil und Gündogan ein.
Nationalmannschafts-Manager Oliver gesteht in einem Interview mit der "Welt" Fehler im Umgang mit Özil und Gündogan ein.

Zum ersten Mal nach dem WM-Aus hat DFB-Manager Bierhoff über den Umgang mit Mesut Özil gesprochen und räumt Fehler ein.

shz.de von
06. Juli 2018, 06:21 Uhr

Berlin | Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff hat Fehler im Umgang mit Fußball-Nationalspieler Mesut Özil eingestanden. In einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" (Freitag) sprach der 50-Jährige erstmals öffentlich darüber, ob eine Nichtnominierung des Mittelfeldspielers für die Fußball-WM in Russland nach dem Erdogan-Skandal gerechtfertigt gewesen wäre. "Wir haben Spieler bei der deutschen Nationalmannschaft bislang noch nie zu etwas gezwungen, sondern immer versucht, sie für eine Sache zu überzeugen. Das ist uns bei Mesut nicht gelungen. Und insofern hätte man überlegen müssen, ob man sportlich auf ihn verzichtet", sagte Bierhoff.

Özil mit Sonderbehandlung

Im Vorfeld der WM hatten Özil und Teamkollege Ilkay Gündogan durch gemeinsame Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für einen Eklat gesorgt, dessen Nachwirkungen die Nationalmannschaft durch das Turnier begleiteten. Gündogan hatte später betont, er und Özil hätten mit den Bildern kein politisches Statement setzen wollen. Trotz des Vorfalls waren beide Spieler für die Endrunde nominiert wurde, Özil durfte im Trainingslager dem obligatorischen Medientag fernbleiben. Weltmeister Deutschland schied in der WM-Vorrunde aus.

Auch interessant: Gündogan glaubt an Neuanfang - Özil: "Werde Zeit brauchen"

Bierhoff räumt Fehler ein

Bierhoff schränkte allerdings ein, dass "Mesut das, was von ihm erwartet wurde, aus bestimmten und offensichtlichen Gründen so hätte nicht sagen können. Ilkay Gündogan hat gesprochen und hat sich auch sehr geöffnet", sagte der Europameister von 1996. "Trotzdem ist er ebenso und weiterhin hart kritisiert worden.» Die Profis sollen aber weiter ihre eigene Meinung sagen dürfen: "Wir wollen offene und ehrliche Ansagen, keine angepassten und weichgespülten."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen