WM-Erkenntnisse vom Wochenende : Ballbesitz ist "out" – Ronaldo, Messi und Iniesta auch

Für Spaniens Andres Iniesta (M) war die Niederlage gegen Russland das letzte Spiel in der Nationalmannschaft. Foto: imago/Independent Photo Agency Int.
Für Spaniens Andres Iniesta (M) war die Niederlage gegen Russland das letzte Spiel in der Nationalmannschaft. Foto: imago/Independent Photo Agency Int.

Die K.o.-Phase der WM hat mit einigen Überraschungen begonnen. Der Gastgeber Russland feiert dabei eine Sensation.

shz.de von
02. Juli 2018, 07:48 Uhr

Moskau | Die ersten vier von acht Achtelfinal-Partien sind Geschichte. Und wer hätte das gedacht, nach dem Weltmeister Deutschland hat es nun auch Vize-Weltmeister Argentinien, Europameister Portugal und Ex-Weltmeister Spanien erwischt. Diese drei Teams verloren überraschend ihre Begegnungen.

Superstars müssen nach Hause

Viele Fußball-Fans hatten sich bereits auf ein Viertelfinale zwischen Argentinien und Portugal gefreut. Es wäre das Duell zwischen Weltfußballer Cristiano Ronaldo und Lionel Messi gewesen. Doch es kam ganz anders. Uruguay besiegte Portugal mit 2:1, dank zweier Tore von Stürmer Edinson Cavani. An Ronaldo lief die Partie weitestgehend vorbei. Ob er nun aus der Nationalmannschaft Portugals zurücktreten werden, ließ er offen.

Auch Lionel Messi bleibt der WM-Titel erneut verwehrt. Die Argentinien lagen zwar gegen Frankreich kurz nach der Pause mit 2:1 in Führung, doch am Ende siegten die Franzosen angeführt vom zweifachen Torschützen Kylian Mbappe verdient mit 4:3. Es wird spekuliert, dass Messi nicht mehr für Argentinien spielen wird. Er trat bereits einmal zurück und ließ sich noch einmal überreden. Dieses Mal wohl nicht.

Die größte Sensation war aber zweifelsohne der Sieg im Elfmeterschießen von Russland gegen Spanien. Held des Spiels war am Ende der russische Torwart Igor Akinfeev, der zwei Elfmeter parieren konnte. Spaniens Legende Andres Iniesta trat nach der Niederlage zurück.



Ballbesitz-Fußball ist "out"

Im Moskauer Luschniki-Stadion sahen die Zuschauer in der Partie zwischen Spanien und Russland ein wenig packende Partie. Die Spanien ließen die Russen laufen und hatten unglaubliche 79 Prozent Ballbesitz ohne sich jedoch adäquate Torchancen herauszuspielen. Gefährliche Situationen im Strafraum der Russen waren Mangelware. Während sich die Spanier die Kugel in den 120 Minuten über 1100 (!) hin und her schoben, reichte den Russen nur ungefähr 250 Pässe, um mit den Spaniern mitzuhalten. Durch den Sieg der Russen sind die drei Teams mit dem meisten Ballbesitz des Turniers ausgeschieden. Neben den Spaniern sind auch die Argentinier und Deutschland bereits raus. Diese drei Mannschaften hatten prozentual den meisten Ballbesitz.



Die nicht so spielerisch guten Teams haben es mittlerweile verstanden, sich auf diese Mannschaften einzustellen. Laufstark, diszipliniert in der Abwehrarbeit und mit schnellem direkten Spiel nach vorne - so ist Spanien, Deutschland und Co leicht beizukommen.

Gastgeber Russland auf Euphoriewelle

Wer hätte das zu Beginn des Turniers gedacht? Wohl nur die größten Optimisten. Russland steht sensationell im Viertelfinale. Am Sonntag rang der Gastgeber den Weltmeister von 2014, Spanien, im Elfmeterschießen nieder. Die Euphorie rund um die "Sbornaja" hat mittlerweile ganz Russland erreicht. Auf den Fanmeilen wurde der Sieg euphorisch gefeiert. Jetzt geht es gegen Kroatien, das im Achtelfinale gegen Dänemark fast gestrauchelt wäre. Vielleicht geht das russische Sommermärchen sogar noch weiter.

Weiter kein Top-Favorit in Sicht

Bislang waren die Kroatien mit drei Siegen in der Vorrunde durch das Turnier gerauscht. Luka Modric und Co. galten spätestens nach dem 3:0 über Argentinien als Mitfavorit auf den Titel. Im Achtelfinale gegen Dänemark taten sie sich aber sehr schwer. Torhüter Danijel Subasic rettete seine Mannschaft mit drei gehaltenen Elfmetern.



Als neuer Geheimfavorit kann Uruguay seit Samstag gelten. Die Südamerikaner haben traditionell eine sehr starke Abwehr und dazu mit Edinson Cavani und Luis Suarez einen Weltklasse-Sturm. Beim 2:1 gegen Portugal zeigte sich die ganze Klasse des Teams, das jetzt auf Frankreich trifft.

Die Franzosen machten ihr bislang bestes Spiel der WM und gelten weiterhin als ein Team, das den Titel gewinnen kann. Die Franzosen spielten teilweise spektakulär vor allem dank Stürmer-Star Kylian Mbappe.

Am Montag greifen dann die Mitfavoriten Brasilien und Belgien ins Geschehen ein. Mal sehen, wer sich schadlos halten kann.

Trauriger Held



Der tragische Held am späten Sonntagabend war Dänemarks Keeper Kasper Schmeichel. Der 31-Jährige hielt seine Mannschaft in der Verlängerung im Spiel als er den Strafstoß von Luca Modric hielt. Im Elfmeterschießen parierte er weitere zwei Elfmeter, doch es reichte nicht für ihn und Dänemark. Kroatiens Torwart Danijel Subasic entschärfte sogar drei Elfmeter der Dänen und war wahre Held der Partie.







zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen