Diskussion um Özil : Vorsitzender des Zentralrats der Muslime fordert Bierhoff-Rücktritt

Massiv in der Kritik wegen des Umganges mit Nationalspieler Mesut Özil: DFB-Teammanager Oliver Bierhoff (l.) und DFB-Präsident Reinhard Grindel.
Massiv in der Kritik wegen des Umganges mit Nationalspieler Mesut Özil: DFB-Teammanager Oliver Bierhoff (l) und DFB-Präsident Reinhard Grindel.

Die Kritik im Umgang mit Mesut Özil reißt nicht ab. Jetzt rückt Oliver Bierhoff in den Fokus.

shz.de von
11. Juli 2018, 08:30 Uhr

Berlin | Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland hat nach den umstrittenen Äußerungen über Mesut Özil den Rücktritt von DFB-Teammanager Oliver Bierhoff und Verbandschef Reinhard Grindel gefordert. "Rohes Spiel wird im Sport mit einer Roten Karte bestraft", wird Aiman Mazyek in einem Online-Bericht des amerikanischen Senders ESPN zitiert. "Bierhoff und Grindel müssen zurücktreten, wenn sie in ihrer langen Karriere nichts anderes gelernt haben als: 'Du verlierst als Özil' anstelle von 'Du verlierst als Mannschaft", sagte Mazyek.

Nach dem WM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hatte Bierhoff in der vergangenen Woche angedeutet, dass man vor dem Turnier in Russland die Nominierung Özils hätte überdenken müssen. Anschließend hatte er betont, er sei mit dieser Aussage missverstanden worden.

Auch interessant: "Sündenbock Özil" und der Fall Deutschland

DFB-Präsident Grindel hatte am Montag in einem Interview eine Erklärung Özils zu den umstrittenen Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gefordert und zumindest indirekt diese Erklärung zur Bedingung einer Fortsetzung von Özils Karriere im DFB-Trikot gemacht. Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Ilkay Gündogan hat sich Özil noch nicht zu den Aufnahmen im Mai in London geäußert.

Bierhoff und Grindel werden für ihre Aussagen kritisiert, da sie Özil damit zum Sündenbock für das deutsche WM-Scheitern machten. Grindel hatte Bierhoff und Bundestrainer Joachim Löw die Aufarbeitung für das Vorrunden-Aus in Russland übertragen. Bis Ende August sollen Entscheidungen über personelle und strukturelle Veränderungen fallen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen