Von Rúrik Gíslason bis Mladen Krstajic : Das sind die Gewinner und Verlierer der WM 2018

Island flog zwar schon in der WM-Vorrunde raus, in den drei Gruppenspielen konnte aber Rùrik Gislason trotzdem überzeugen, allerdings mehr aufgrund seines Aussehens. Besonders die Frauenwelt war von dem blonden Isländer angetan. Seine Anzahl an Instagram-Fans stiegen von rund 40.000 auf über eine Million.
Island flog zwar schon in der WM-Vorrunde raus, in den drei Gruppenspielen konnte aber Rùrik Gislason trotzdem überzeugen, allerdings mehr aufgrund seines Aussehens. Besonders die Frauenwelt war von dem blonden Isländer angetan. Seine Anzahl an Instagram-Fans stiegen von rund 40.000 auf über eine Million.

736 Spieler, 23 Trainer, 35 Schiedsrichter, prominente Randfiguren: Diese Weltmeisterschaft prägten viele Gesichter.

shz.de von
13. Juli 2018, 10:54 Uhr

Moskau | Ein russischer "Bär" mit Schnauzer, ein isländischer Beau aus Sandhausen, zwei unglückliche Argentinien-Stars, ein Erfolgstrainer mit Krücke, ein deutscher Referee auf dem Abstellgleis und ein zufriedener Staatschef: Die WM hatte viele Gewinner und Verlierer - ein Überblick:

Gewinner

Stanislaw Tschertschessow

 
dpa/Hassan Ammar/AP
 

Der russische "Bär" dirigierte das Gastgeber-Team überraschend bis ins Viertelfinale. Der Dank der russischen Fans ist dem 54 Jahre alten Trainer gewiss: Tausende jubelten dem Mann mit dem Schnauzer und der Sbornaja zu.

Luka Modric

 
dpa/Cezaro De Luca
 

Der kleine Spielmacher von Real Madrid kam ganz groß raus. Als Kapitän führte er Kroatien erstmals in ein Endspiel. Wenn der 32-Jährige am Sonntag den WM-Pokal hochhalten sollte, dann will er seine Haare färben – vermutlich in einem rot-weißen Karo-Muster.
 

Wladimir Putin

 
imago/Focus Images
 

Der Staatspräsident musste sich nicht groß im Stadion zeigen. Russland hat ein gut organisiertes, störungsfreies und sogar fröhliches Turnier abgehalten. Einziger Wermutstropfen für ihn: Die im Schutz der WM eingeleitete Rentenreform nimmt man ihm übel.

Rùrik Gislason

 

Der Zweitliga-Profi vom SV Sandhausen schied mit Neuling Island zwar früh aus, wurde im Netz aber als Kultkicker gefeiert. Bei Instagram explodierten seine Popularitätswerte: Statt 40.000 Followern hat er jetzt mehr als eine Million.

Felipe Baloy

 
imago/VI Images
 

Beim 1:6 gegen England erzielte der 37-Jährige das erste WM-Tor in der Geschichte Panamas. Selten hat man einen so glücklichen Schützen und so selige Fans gesehen bei diesem Turnier. Das Aus in der Vorrunde? Der Neuling trug es mit Fassung.
 

Kylian Mbappé

 
dpa/Li Ga/xinhua
 

Frankreichs Turbo-Stürmer verzückte alle und führte sein Team ins Finale. Für den 19-Jährigen von Paris Saint-Germain hat die Zeitung "L'Équipe" einen Marktwert von 400 Millionen Euro veranschlagt. „Das alles hier ist ein Lebenstraum", sagte er.

Gareth Southgate

 
dpa/Owen Humphreys/PA Wire
 

Der Gentleman dieser WM. Der englische Coach hat das Mutterland des Fußballs wieder hoffähig gemacht und trug auch das Halbfinal-Aus mit Stil. „Der Messias mit der Anzugweste heilte unser unruhiges Volk mit seinen jungen Jüngern", schwärmte "The Sun".

Óscar Tabárez

 
dpa/Darko Vojinovic/AP
 

Der 71-Jährige leidet an einer Nervenkrankheit, steht mit einer Krücke auf dem Trainingsplatz – und hält Uruguays Fußball aufrecht. Der tapfere Trainer, Dienstältester bei diesem Turnier, kam mit Luis Suárez, Edinson Cavani und Co. bis ins Viertelfinale.

Verlierer

Joachim Löw

Foto: dpa/Christian Charisius
dpa/Christian Charisius
Foto: dpa/Christian Charisius

Die Mission Titelverteidigung krachend gescheitert, das Vorrunden-Aus als Gruppenletzter historisch. Der Bundestrainer stand beim Debakel der DFB-Auswahl hilfslos da. Weitermachen darf der 58-Jährige dennoch. Auf seine ausstehende Analyse sind alle gespannt.

Diego Maradona

Foto: dpa/Cezaro De Luca
dpa/Cezaro De Luca
Foto: dpa/Cezaro De Luca

Das Idol gab auf der Tribüne nur noch eine tragische Witzfigur ab. Der Ex-Weltmeister aus Argentinien fiel mit obszönen Gesten aus der Rolle und döste vor sich hin. Man solle nicht über ihn lachen, sondern ihm helfen, schrieb ein spanisches Blatt.

Fernando Hierro

Foto: dpa/Marius Becker
dpa/Marius Becker
Foto: dpa/Marius Becker

Der Sportdirektor von Titelfavorit Spanien beförderte sich nach dem Rauswurf von Julen Lopetegui drei Tage vor dem ersten Spiel mit zum Interimscoach – und scheiterte kläglich. Nach dem Aus im Achtelfinale musste er Luis Enrique Platz machen.
 

Lionel Messi

Foto: dpa/Cezaro De Luca
dpa/Cezaro De Luca
Foto: dpa/Cezaro De Luca

Auch im vierten Anlauf bleibt die WM-Geschichte von Argentiniens Fußball-Idol eine unvollendete. Der Superstar vom FC Barcelona wirkte zeitweise erdrückt vom Druck. Gegen Island verschoss der fünfmalige Weltfußballer sogar einen Elfmeter.
 

Neymar

Foto: dpa/Matthias Schrader/AP
dpa/Matthias Schrader/AP
Foto: dpa/Matthias Schrader/AP

Den Traum von der "Hexa", dem sechsten WM-Titel, konnte der Superstar Brasilien nicht erfüllen. Wegen seiner Schauspieleinlagen erntete der 26-Jährige so viel Hohn und Spott wie kein anderer Spieler. Und dann war da noch seine Spaghetti-Frisur...

Mladen Krstajic

Foto: dpa/Antonio Calanni/AP
dpa/Antonio Calanni/AP
Foto: dpa/Antonio Calanni/AP

Serbiens Coach sorgte mit seiner unsäglichen Kritik am deutschen Referee Felix Brych, den er nach dem Schweiz-Spiel vor das UN-Kriegsverbrechertribunal stellen wollte, für Empörung. Dabei hat der Ex-Profi neun Jahre in der Bundesliga gespielt.

Felix Brych

Foto: dpa/Pedro Fiuza/ZUMA Wire
dpa/Pedro Fiuza/ZUMA Wire
Foto: dpa/Pedro Fiuza/ZUMA Wire

Der deutsche Schiedsrichter musste nach nur einem geleiteten Spiel heimfahren. Die Anfeindungen nach seinem ausgebliebenen Elfmeterpfiff für die Serben beim 1:2 gegen die Schweiz wurden dem 42 Jahre alten Münchner wohl zum Verhängnis.

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