Gruppenspiel gegen Australien : 0:3 – Spanien verabschiedet sich mit Sieg

David Villa weint nach seiner Auswechslung bei seinem letzten Spiel für Spanien.
David Villa weint nach seiner Auswechslung bei seinem letzten Spiel für Spanien.

WM-Abschied mit Anstand: Der entthronte Titelverteidiger Spanien hat zum Gruppenfinale einen standesgemäßen 3:0-Erfolg gegen Außenseiter Australien erzielt. Die Stürmer Villa, Torres und Mata waren die Garanten des Erfolgs, der Spanien eine Komplett-Blamage ersparte. Das ganze Spiel im Fupa-Liveticker zum Nachlesen.

shz.de von
23. Juni 2014, 17:43 Uhr

Curitiba | David Villa hatte Tränen in den Augen, Vicente del Bosque wirkte ungewöhnlich ernst: Obwohl Spanien bei der Fußball-WM die Komplett-Blamage abgewendet hatte und nicht als erster punktloser Titelverteidiger in die WM-Geschichte eingeht, kam dem enttäuschten Trainer das übliche Lächeln nicht ins Gesicht. „Mit dem Spiel heute bin ich zufrieden, nicht aber mit der WM“, erklärte Del Bosque am Montag nach dem 3:0 (1:0) im Gruppenfinale gegen Australien. „Wir waren sechs Jahre lang die Nummer 1 der Welt mit guten Spielen und Spielern. Da müssen wir auch mal erhobenen Hauptes verlieren können“, fügte der diesmal glücklose Erfolgscoach hinzu.

Trotz der bitteren Pleiten gegen die Niederlande (1:5) und Chile (0:2) erwartet er, dass die Nachfolger der „Goldenen Generation“ eine gute Perspektive haben. „Der spanische Fußball hat eine Zukunft, denn wir haben eine gute Basis“, ergänzte der Coach, der seine Zukunft offen ließ. Sein Verband möchte ihn im Amt halten. Torjäger Villa wird dann nicht mehr dabei sein. Nach dem frühzeitigen WM-Aus konnte er seine Tränen nicht verbergen: „Ich bin froh über mein Tor, aber wir reisen traurig nach Hause“, sagte der Mann von Atletico Madrid.

Schlitzohr Villa mit einem tollen Hackentrick-Tor (36.), Fernando Torres (69.) und Juan Mata (82.) trafen vor 39 375 Zuschauern für die Iberer, für die noch am Abend die Heimreise anstand. Der Gegner vom fünften Kontinent beendete erstmals eine WM ohne Punktgewinn.„Wir wollten unbedingt gewinnen, damit wir uns mit einem besseren Gefühl von dieser WM verabschieden können. Das ist uns gelungen“, sagte Mittelfeldmotor Xabi Alonso nach dem einseitigen Match.

Australiens Coach Ange Postecoglou war anders als nach den Partien gegen Chile (1:3) und die Niederlande (2:3) unzufrieden: „Wir sind hergekommen, um drei Weltklasse-Teams zu ärgern. Das ist uns auch gelungen. Schade nur, dass wir das Turnier heute so beendet haben.“ Del Bosque bot zum für seine Spanier unverhofft frühen WM-Ausstand eine auf sieben Positionen veränderte, aber immer noch hochkarätig besetzte B-Elf auf. Die passend zum traurigen Turnierverlauf in schwarzen Trikots angetretene „selección“ wollte aber auch so wie angekündigt voll motiviert zu Werke gehen. Angetrieben von Spielmacher Andres Iniesta in dessen 100. Länderspiel dauerte es allerdings, ehe die überlegenen Iberer gegen die defensiven „Aussies“ durch Villa (20.) und Jordi Alba (23.) erste gute Chancen hatte.

Es war nicht wirklich berauschend, was der Favorit zuwege brachte. Bester Mann war Villa: Nachdem zwei Mitspieler seine Hereingabe noch verpasst hatten (34.), sorgte Spaniens Rekordschütze höchstpersönlich für das 1:0. Die Vorlage von Juanfran schob er toll mit der Hacke zu seinem 59. Länderspieltor über die Linie. Die harmlosen Australier, denen das Fehlen des gesperrten Torjägers Tim Cahill und von Mark Bresciano anzumerken war, konnten den erstmals für Iker Casillas zum Zuge gekommenen Keeper Pepe Reina nie wirklich vor Probleme stellen.

Nach der Hereinnahme des bei Fortuna Düsseldorf spielenden Ben Halloran (46.) versuchten die „Socceroos“ die Begegnung offener zu gestalten. Dadurch bot sich den Spaniern aber auch mehr Platz für eigene Gegenstöße. Nach 58 Minuten war es Matt McKay, der erstmals gefährlich aufs spanische Tor zielte. Immer wenn der Favorit sein schnelles Kombinationsspiel aufzog, wurde es auch gefährlich vor Ryans Tor. Den schönsten Angriff der Begegnung schloss Torres mit dem 2:0 ab. Iniesta spielte den Ball genial durch die Schnittstelle der australischen Abwehr und der Mittelstürmer ließ sich freistehend die Chance nicht entgehen. Mata legte noch den dritten Treffer nach.

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