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Fussball-EM 2016 : Wales nach 3:0 Gruppenerster, Russland fährt nach Hause

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Russland verabschiedet sich mit einer Niederlage aus der EM. Wales trumpft in Gruppe B groß auf.

Toulouse | Mit großem Offensivschwung ist EM-Debütant Wales ins Achtelfinale gestürmt. Durch den 3:0 (2:0)-Erfolg gegen Russland schmiss die walisische Fußball-Nationalmannschaft am Montag in Toulouse zudem das enttäuschende und sieglose Team des nächsten WM-Gastgebers aus dem Wettbewerb.

Nachdem in den Spielen zuvor Superstar Gareth Bale immer per Freistoß getroffen hatte, sorgten gegen die schwachen Russen die Premier-League-Profis Aaron Ramsey (11.) und Neil Taylor (20.) zunächst nach schnellen Gegenstößen für die frühen Tore. Dann legte Bale (67.) in der zweiten Halbzeit vor 28.840 Zuschauern nach und setzte sich mit nun drei Toren an die Spitze der EM-Torjägerliste.

Im Achtelfinale am Samstag im Pariser Prinzenpark ist ein Briten-Duell gegen Nordirland für die Waliser gut möglich. Sollte es für Deutschland am Dienstag gegen die Nordiren ganz schlecht laufen, könnten auch die Weltmeister der nächste Gegner von Bale und Co.sein.

Madrid-Star Bale hatte die Taktik angesichts des komplizierten Gruppemodus vorgegeben: Nicht rechnen, spielen - und gewinnen. Der Superstar zog immer wieder mit hohem Tempo oft im Solo-Modus durch das Mittelfeld auf das Tor der Russen zu. Dabei blieb er zwar gelegentlich hängen oder scheiterte am trotz drei Gegentoren guten russischen Torwart Igor Akinfejew, der mit einigen unkonventionellen Paraden Schlimmeres für die Russen verhindert. Aber Bale zeigte, wie leicht diese biederen WM-Gastegeber 2018 auszuspielen waren.

Enttäusche russische Fans: Für die Mannschaft ist die EM zu Ende.
Enttäusche russische Fans: Für die Mannschaft ist die EM zu Ende. Foto: dpa

Keine Abwehrchance hatte Akinfejew beim sehenswerten Lupfer von Ramsey, der nach genialem Pass von Joe Allen allein auf den Sbornaja-Torwart zulief und clever zur Führung traf.

Den Russen, bei denen der Schalker Roman Neustädter nicht in der Startelf stand, fehlten die technischen Mittel, um die Waliser zu gefährden. Zwar überbrückten sie leidlich flott das Mittelfeld, nur waren gefährliche Aktionen selten. Meist war bei den Offensivbemühungen schon vor dem Strafraum Schluss. Wales-Keeper Wayne Hennessey musste nur selten eingreifen. Russlands Mittelstürmer Artem Dsjuba konnte sich gegen die wuchtige Innenverteidigung der Briten um Kapitän Ashley Williams nicht entscheidend durchsetzen.

Beim zweiten Tor war dann auch wieder Bale beteiligt. Seinen Pass verlängerte Roman Schirokow unfreiwillig zu Taylor. Der Mann von Swansea City scheiterte zuerst an Akinfejew, schoss aber im Nachsetzen zu seinem ersten Länderspieltor ein.

Auch in der zweiten Halbzeit bot sich das gleiche Bild. Einige russische Spieler schienen fast in Ehrfurcht zu erstarren, wenn Bale zu seinen seinen Sprints ansetzte. Andere waren schlicht zu langsam, um dem Wales-Stürmer zu folgen. Allerdings fehlte dem schnellen Sprinter diesmal die Effektivität - bis er in der 67. Minute doch noch zuschlug und den Ball am bemitleidenswerten Akinfejew vorbei schlenzte.

Am Rande des Spiels wurde der nach den Ausschreitungen von Marseille ausgewiesene Vorsitzende des Allrussischen Fanverbandes, Alexander Schprygin, am Montag erneut in Frankreich festgenommen. Der Russe sei im EM-Stadion der südfranzösischen Stadt Toulouse aufgegriffen und in Polizeigewahrsam genommen worden, teilte der Sprecher des Pariser Innenministeriums am Montagabend mit.

Auf Twitter hatte Schprygin zuvor unter anderem ein Bild vor dem Stadion gepostet: „Hallo Euro 2016“, schrieb er, „Russland voran“. In einem weiteren Tweet hieß es: „Um beim Match zu sein, musste ich einen etwas unüblichen Weg im Schutze der Nacht nehmen und für eine Zeit Tourist werden.“

Schprygin gehörte zu einer Gruppe von Russen, die wenige Tage nach der Hooligan-Gewalt rund um das Spiel Russland-England in der Nähe von Cannes festgenommen wurden. Drei von ihnen wurden im Schnellverfahren verurteilt, 20 weitere wegen Störung der öffentlichen Ordnung ausgewiesen. Am Samstag flogen sie von Nizza nach Moskau.

Schprygin gilt mit seinem Fanverband als ein Drahtzieher der Ultras in Russland, dem Gastgeberland der WM 2018. Ihm werden auch enge Beziehungen zur rechten Szene vorgeworfen. Aus Paris hieß es, Schprygin drohe nun möglicherweise eine Strafverfolgung - es ist aber auch möglich, dass er einfach erneut ausgewiesen wird.

Der Liveticker zum Nachlesen:

 

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erstellt am 20.Jun.2016 | 22:52 Uhr

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