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Vorrunde der Fussball-EM 2016 : Bengalos und Schlägereien bei Partie Tschechien gegen Kroatien

vom

Pyrotechnik wird kurz vor Ende der Partie aus dem kroatischen Block abgefeuert. Es kommt zu Schlägereien unter den Anhängern. Das Spiel wird kurzzeitig unterbrochen.

Saint-Étienne | Kurz vor Ende des EM-Gruppenspiels zwischen Tschechien und Kroatien ist es beim Stand von 1:2 zu massivem Einsatz von Pyrotechnik gekommen. Aus dem kroatischen Fanblock flogen mehrere Bengalos und Knallkörper auf den Platz. Unter den Anhängern kam es daraufhin zu Schlägereien -ähnliche Szenen wie schon im Spiel gegen die Türkei. Die Partie wurde vom Der englischen Schiedsrichter Mark Clattenburg kurzzeitig unterbrochen. Polizei marschierte vor dem Block auf. Kroatische Spieler versuchten, ihre Anhänger zur Vernunft zu bringen. Die Disziplinarkommission der Europäischen Fußball-Union UEFA wird am Samstag Ermittlungen aufnehmen. Die Disziplinarkommission wollte zunächst den Spielbericht von Mark Clattenburg abwarten.

Kroatische Fans gehen nach dem Einsatz der Pyrotechnik aufeinander los.

Kroatische Fans gehen nach dem Einsatz der Pyrotechnik aufeinander los.

Foto: dpa

Ein Video auf Twitter zeigt die Bengalos auf dem Platz:

 

Viele Fußball-Fans reagieren in den sozialen Netzwerken mit Unverständnis:

Binnen weniger Minuten wurde so einem kroatischen Fußball-Fest ein ganz bitterer Abend für dieses lange Zeit so dominierende Team. Gegen eigentlich hoffnungslos unterlegene Tschechen spielten die Stars um Luka Modric und Ivan Rakitic nach einer 2:0-Führung am Ende nur 2:2 (1:0). Der Ausgleichstreffer der Tschechen durch Tomas Necid fiel erst in der Nachspielzeit und unmittelbar nach der gut fünfminütigen Spielunterbrechung.

Kroatiens Trainer Ante Cacic war auf der Pressekonferenz anschließend außer sich. „Ich nennen das eine Art von Terror. Das sind für mich keine Fans, ich nenne sie Hooligans“, sagte er. „Aber 90 Prozent der kroatischen Fans schämen sich auch dafür.“ Die Spieler seien sehr enttäuscht.

Die Kroaten um ihre Stars Ivan Rakitic vom FC Barcelona und Luka Modric vom Champions-League-Sieger Real Madrid sahen am Freitag lange wie sichere Sieger aus. Die Tschechen um ihren Spielmacher Tomas Rosicky kamen in Saint-Étienne bis zum Anschlusstreffer kaum zu zählbaren Angriffen. Sie haben nun wieder noch eine Chance auf das Achtelfinale.

Wie schon beim 1:0-Sieg gegen die Türkei beherrschten die Kroaten ihren Gegner zunächst in allen Belangen. Immer wieder angetrieben von Modric und Rakitic erarbeiteten sich die Kroaten jede Menge Spielanteile. Das Team von Trainer Ante Cacic war klar überlegen: Mehr Ballbesitz und gewonnene Zweikämpfe, mehr Torschüsse. Dass die Tschechen in der letzten Viertelstunde noch einmal zulegen konnte, lag auch an der schlechten Chancenverwertung.

In der 37. Minute hatte der Ex-Wolfsburger und -Dortmunder Ivan Perisic, der sich über halblinks in den Strafraum dribbelte und nach einem Übersteiger frei zum Schuss kam: Perisic versenkte den Ball unhaltbar für Petr Cech unten rechts im Tor.

Nach dem Treffer versuchten die Tschechen, sich bis zum Pausenpfiff zu wehren. Aber da war schon klar, dass es mit dem klaren Auftrag von Tschechiens Trainer Pavel Vrba nichts wird: „Eines ist sicher: Wir müssen mehr angreifen und mehr nach vorne spielen.“ Vor allem Spielmacher Tomas Rosicky, der die letzte Saison beim FC Arsenal wegen Verletzung fast komplett gefehlt hatte, spielte schwach.

Allerdings stand die Abwehr um Kroatiens Kapitän Darijo Srna insgesamt auch sicher. Srna, einer der besten im Team, spielte nur fünf Tage nach dem Tod seines Vaters und vier Tage, nachdem er bei der Beerdigung in seiner Heimat war, wieder von Anfang an.„Es war der letzte Wunsch meines Vaters, dass ich heute wieder spiele“, sagte Srna.

Als die Tschechen zu Beginn der zweiten Halbzeit versuchten, sich aus der Umklammerung zu lösen, passierte dann ein schwerer Fehler des Ex-Herthaner Roman Hubnik. Seinen Fehlpass fing Marcelo Brozovic ab und spielte den Ball schnelle weiter an Rakitic, der Cech mit einem Lupfer überwand (59. Minute).

Nur einmal sah die kroatische Hintermannschaft schlecht aus, als Rosicky eine geniale Flanke auf Milan Skoda spielte und dieser Kroatiens Torhüter Danijel Subasich mit einem präzisen Kopfball erstmal im Turnier überwand (76. Minute).

 
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erstellt am 17.Jun.2016 | 21:15 Uhr

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