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3. Liga : Fußball: Holstein Kiel träumt vom Aufstieg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Kieler Fußball-Drittligist überrennt Erfurt beim 4:1. Die Folge: Optimismus und Zurückhaltung statt Euphorie.

shz.de von
erstellt am 02.Mär.2015 | 08:24 Uhr

Kiel | Nur ganz langsam kommen sie bei Holstein Kiel ein wenig aus dem Schneckenhaus – und das nach einem rasanten Offensivfeuerwerk am Freitagabend. „Aufsteiger für eine Woche“ heißt es auf der Homepage des Fußball-Drittligisten. Doch im Grunde wollen sie es noch nicht so richtig aussprechen, dieses Wort „Aufstieg“. Dabei dürften die Kieler „Störche“ nach dem imposanten 4:1 (1:0)-Heimerfolg im Topspiel gegen Rot-Weiß Erfurt und dem Sprung auf Tabellen- und Aufstiegsplatz zwei vor Selbstbewusstsein nur so platzen.

Die Devise, von Spiel zu Spiel zu schauen, wird weiter beherzigt. KSV-Geschäftsführer Wolfgang Schwenke betonte beim NDR: „Natürlich gibt es da mal einen Moment, wo man sagt ‚Super, wenn wir in der 2. Liga wären‘. Aber es ist gefährlich, jetzt schon an den Mai zu denken. Es sind so viele Spieltage dazwischen, die wir noch meistern müssen.“ Bei den Kielern paart sich derzeit verdienter Optimismus mit Zurückhaltung – ein Erfolgsrezept, das keine weiteren Zutaten benötigt.

Was die Elf von Trainer Karsten Neitzel vor gut 8000 Zuschauern im Holstein-Stadion und bei stimmungsvoller Flutlicht-Atmosphäre bot, war ohne Wenn und Aber aufstiegsreif. Nach Hauke Wahls 1:0 (21.) rollte die Offensivmaschinerie der sonst vor allem defensiv überragenden Kieler auf Hochtouren. Nicht einmal das 45 Sekunden nach der Pause gefallene 1:1 vermochte die Kieler aus dem Konzept zu bringen. Kapitän Rafael Kazior nagelte eine Volleyabnahme aus spitzem Winkel zum 2:1 unter die Latte (50.). Aus vier Top-Torchancen in der Schlussviertelstunde machten Manuel Schäffler (78.) und Marc Heider (84.) den Endstand. Es war der vierte Sieg im fünften Spiel in diesem Jahr – eingefahren allesamt gegen Mitkonkurrenten um den Platz im Fahrstuhl nach oben. Trainer Neitzel zeigte sich nach dem Spiel begeistert: „Großen Respekt an die Fans. Eine Stimmung wie heute habe ich hier in Kiel noch nicht erlebt. Ich kann versprechen, dass wir versuchen, aus den verbleibenden Spielen alles rauszuholen.“

Dass sich in Kiel aber doch der eine oder andere mit dem Thema 2. Liga auseinandersetzt, ist nur logisch. Geschäftsführer Schwenke erklärte im NDR: „Es ist nicht so, dass wir das jetzt aus der Schublade holen. Aber das Stadion müsste ein größeres Fassungsvermögen von 15  000 Zuschauern haben, momentan haben wir 11  000. Aber wir haben Erweiterungsmöglichkeiten im bestehenden Stadion.“ Zudem müssten Medienarbeitsplätze mit einem verbesserten Standard eingerichtet werden. Doch auch der finanzielle Rahmen der Kieler würde sich im Fall des Aufstiegs erweitern. „In der 2. Liga reden wir über andere Fernsehgelder“, so Schwenke. Allein dadurch könne man mit fünf Millionen Euro zusätzlich im Budget planen. Auch von steigendem Zuschauerinteresse geht Schwenke aus.

Mit Leistungen wie am Freitag verdienen sich die Holstein-Fußballer aber auch jetzt schon jeden Zuschauer mehr. Noch elf Spiele sind es bis zum Ende der Saison. Mittelfeldakteur Tim Siedschlag rechnete vor: „Also sind unser Ziel 33 Punkte, um am Ende 79 zu haben.“ Was das bedeuten würde? „Dann reicht es auf jeden Fall“ , sagte Siedschlag, lachte – und hatte das Wort Aufstieg wieder nicht in den Mund genommen. Am kommenden Sonnabend gastiert der VfL Osnabrück in Kiel (14 Uhr).

Unterdessen werden auch bezüglich des Spielerkaders die Weichen für die Zukunft gestellt. So gab der Verein gestern bekannt, dass Rechtsverteidiger und Leistungsträger Patrick Herrmann seinen Vertrag bei den „Störchen“ bis 2016 verlängert hat.

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