Hallen-Masters in Kiel : Fußball-Hauptstadt Flensburg: SC Weiche 08 holt erneut den Titel

Der große Masters-Moment: Tayfun Can vom SC Weiche Flensburg 08 stemmt den Siegerpokal – und seine Mitspieler freuen sich ausgelassen.nawe
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Der große Masters-Moment: Tayfun Can vom SC Weiche Flensburg 08 stemmt den Siegerpokal – und seine Mitspieler freuen sich ausgelassen.nawe

Der Regionalligist feiert den dritten Masters-Triumph in Folge und besiegt den Stadtrivalen TSB im Finale mit 2:1

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07. Januar 2018, 21:01 Uhr

Kiel | Routine? Ach was. „Es ist nach wie vor ein außergewöhnliches Turnier. Da muss man einfach motiviert sein und gerne hinfahren“, sagte Daniel Jurgeleit, Trainer des Fußball-Regionalligisten SC Weiche Flensburg. Und wenn man dann auch noch alle fünf Spiele für sich entscheidet und das Hallen-Masters in der Kieler Arena zum dritten Mal in Folge gewinnt – um so besser.

Das Masters in voller Länge

 

Der SC Weiche 08, der zum ersten Mal unter dem neuen Vereinsnamen antrat, war die beste Mannschaft bei der Jubiläums-Auflage (20.) des Hallen-Klassikers und gewann das Endspiel gegen den TSB Flensburg verdient mit 2:1. Der Oberligist aus der Fördestadt zählte zu den positiven Überraschungen der Veranstaltung, die mit 8659 Zuschauern erneut ausverkauft war. Zahlreiche Fans verfolgten das Turnier auch im Livestream auf shz.de und erlebten mit, wie Flensburg in Kiel zur Fußball-Hauptstadt des Landes wurde, zumindest für diesen Abend.

15 Spiele, 63 Tore – so die sportliche Bilanz einer stimmigen Fußball-Show in der Handball-Heimat des THW Kiel. Das Niveau war nicht ganz so hoch wie 2017, aber allemal besser als 2016. Die Regeländerung des Vorjahres, nach der der Ball pro Angriff nur noch einmal zum Torwart zurückgespielt werden darf, wirkte sich positiv aus. Es gab einige übertrieben harte Spiele, aber auch zahlreiche Höhepunkte.

So das Tor zum 1:1 im Flensburger Finale, als Marcel Cornils (Weiche 08) den Ball mit der Sohle förmlich ins Tor streichelte. „Krankes Ding, mein Freund“, gratulierte der geschlagene TSB-Torhüter André Hagge sportlich fair dem Schützen. Kamel Ejleh vom NTSV Strand 08 leitete seinen Treffer zum 7:2 gegen den VfB Lübeck gleich mit einer Serie von Übersteigern ein.

Eutins Rasmus Tobinski und Arne Ingwersen vom TSB Flensburg bevorzugten eher die härtere Variante. Und der (inoffizielle) Preis für die beste Abwehraktion gebührt Yannick Chaumont vom SV Todesfelde, der beim 2:4 gegen den TSB Flensburg mit spektakulärem Fallrückzieher einen Ball auf der Linie klärte.

„Eine tolle Atmosphäre. Es macht Spaß, hier zu spielen“, befand Markus Anfang, Trainer des Zweitligisten Holstein Kiel. Er hatte zahlreiche junge Spieler aufgeboten. „Die Jungs sollten sich mal unter Wettkampf-Bedingungen zeigen“, erklärte der Coach den Verzicht auf zahlreiche Stammkräfte. Weiter kam er nicht, sein Statement auf der Pressekonferenz wurde von dröhnend lauter Partymusik unterbrochen – in der Nähe feierten die Spieler des SC Weiche Flensburg 08 ausgelassen.

Nach der Vorrunde war ebenso Schluss für die „Störche“ wie für Vorjahres-Finalist Eutin 08, den VfB Lübeck (beide Regionalliga) und den Oberligisten SV Todesfelde, der eine große Zahl an Fans mitgebracht hatte. Die, die nicht mitgefahren waren, hatten das Team am Nachmittag gebührend verabschiedet. Auch Eutin wurde von einem stimmgewaltigen Fan-Block unterstützt. „Diese Kulisse, diese Fans – Wahnsinn“, schwärmten Todesfeldes Emanuel Bento und Eutins Christian Rave.

Auffällig – nicht nur wegen der Trikots in Pink – waren die Fußballer vom NTSV Strand 08. Beim 8:3 im Gruppenspiel zerlegten die Ostholsteiner den VfB Lübeck förmlich in seine Einzelteile.  In den Worten ihres Trainers Daniel Safadi schwang eine Menge Understatement mit: „Das haben die Jungs ganz ordentlich gemacht.“

Sehr ordentlich machte es auch Oberligist TSB Flensburg, für dessen Trainer „Max“ Jacobsen es das letzte Spiel war. „Besonders gut hat mir gefallen, wie die Spieler nach dem Finale miteinander umgegangen sind, gemeinsam gefeiert haben.“ Daniel Jurgeleit pflichtete ihm bei: „Das gibt Hoffnung und Mut, dass sich in Flensburg noch viel tut.“

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