Showdown in der Sparkassen-Arena : Fussball-Hallenmasters 2018 in Kiel – Livestream auf shz.de

Die 20. Auflage wird attraktiver als je zuvor. shz.de überträgt das Fußball-Event am Samstag ab 17.45 Uhr im Livestream.

shz.de von
06. Januar 2018, 10:31 Uhr

 

Kiel | Mit etwas Wartezeit hat es schließlich doch noch geklappt. Rückblick: Morten Liebert wechselt im Sommer 2014 innerhalb der Fußball-SH-Liga vom TuS Hartenholm zum SV Todesfelde. „Ein wichtiger Grund für den Wechsel war, dass ich unbedingt beim Hallenmasters auflaufen wollte“, erinnert sich der Stürmer. „Die Chance, sich zu qualifizieren, war meiner Meinung nach mit Todesfelde viel größer.“ Nun ja, sechs Monate später wusste es Liebert besser: Während der SVT die Teilnahme verpasste, schafften seine ehemaligen Hartenholmer Kollegen nicht nur überraschend die Qualifikation – sondern gewannen beim Masters 2015 auch noch sensationell den Titel.

Abgehakt, Lieberts Traum wird sich in der Kieler Sparkassen-Arena heute (Eröffnungszeremonie ab 17.45 Uhr) mit Verspätung erfüllen. Todesfelde, der Dorfclub aus dem Kreis Segeberg, ist dabei beim Kampf der acht besten Teams um die Hallen-Krone im Land. Und Torjäger Liebert (107 Treffer in 171 Oberliga-Partien) macht aus seiner Begeisterung darüber keinen Hehl: „Ich freue mich tierisch, ich kann es kaum abwarten.“

Will auch in der Halle jubeln: Todesfeldes Torjäger Morten Liebert.
Foto: 54 Grad
Will auch in der Halle jubeln: Todesfeldes Torjäger Morten Liebert.
 

Dass ein herausragender Oberliga-Spieler wie Liebert beim Thema Hallenmasters derart ins Schwärmen gerät – und er ist längst kein Einzelfall –, sagt vieles über das Premium-Event des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbands (SHFV). Vor der 20. Auflage macht das Turnier zudem den Eindruck, als sei es im allerbesten Alter – und attraktiver als je zuvor. „Wir sind sehr stolz auf das Masters, es ist einzigartig im Amateurfußball in Deutschland“, sagt SHFV-Geschäftsführer Tim Cassel.

Die Gruppen im Überblick:

Gruppe A Gruppe B
SC Weiche Flensburg Holstein Kiel
Eutin 08 VfB Lübeck
SV Todesfelde NTSV Strand 08
TSB Flensburg VfR Neumünster

Dass der einzige Proficlub im Teilnehmerfeld, Holstein Kiel, in diesem Jahr als Tabellenzweiter der 2. Bundesliga antritt, verleiht der Großveranstaltung zusätzlichen Glamour. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Trainer Markus Anfang seine Topspieler nicht auf den Kunstrasen schicken wird. Rekordsieger Holstein (sechs Titel) gilt dennoch – neben Titelverteidiger SC Weiche Flensburg 08 – als heißer Anwärter auf die Siegprämie in Höhe von 5000 Euro. Der unterlegene Finalist erhält 2500 Euro, die beiden Halbfinalisten je 1000.

Rückblick im Video – die Hallenmasters 2017:

 

Für hohes Tempo und vor allem viele Tore dürfte eine Regel sorgen, die im Vorjahr erstmals zur Anwendung kam. Pro Ballbesitzphase darf der Torwart nur noch ein Mal angespielt werden. Resultat: Die Zahl der erzielten Treffer stieg erheblich (2017: 71; 2016: 28). „Wir sind froh, dass wir das Experiment gewagt haben, die neue Regel war eine super Entscheidung“, sagt Cassel.

Der Spielplan:

Sonnabend, 6. Januar,

  • 18.19 Uhr Eutin 08 – SV Todesfelde
  • 18.33 Uhr SC Weiche Flensburg 08 – TSB Flensburg
  • 18.47 Uhr VfB Lübeck – VfR Neumünster
  • 19.01 Uhr Holstein Kiel – NTSV Strand 08
  • 19.15 Uhr Eutin 08 – SC Weiche Flensburg 08
  • 19.29 Uhr TSB Flensburg – SV Todesfelde
  • 19.43 Uhr VfB Lübeck – Holstein Kiel
  • 19.57 Uhr NTSV Strand 08 – VfR Neumünster
  • 20.11 Uhr SV Todesfelde – SC Weiche Flensburg 08
  • 20.25 Uhr TSB Flensburg – Eutin 08
  • 20.39 Uhr VfR Neumünster – Holstein Kiel
  • 20.53 Uhr NTSV Strand 08 – VfB Lübeck

Halbfinale

  • 21.29 Uhr Sieger Gruppe A – Zweiter Gruppe B
  • 21.47 Uhr Sieger Gruppe B – Zweiter Gruppe A

Finale

  • 22.06 Uhr Sieger 1. Halbfinale – Sieger 2. Halbfinale

Das Eröffnungsspiel zwischen Regionalligist Eutin und Oberligist Todesfelde verspricht derweil gleich ein Höhepunkt in Sachen Stimmung zu werden. Es treffen die Teams aufeinander, die die meisten Fans in die mit 8700 Zuschauern ausverkaufte Halle mitbringen (Eutin: 1000; Todesfelde: 700).

Nicht auszudenken, Liebert dürfte am Ende mit den Todesfelde-Anhängern den Turniersieg bejubeln. 2015 hatte er das Masters – Rivalität hin oder her – als Fan im Hartenholm-Block erlebt und den Coup seiner Ex-Kollegen kräftig gefeiert. „Das sind meine alten Kumpels gewesen“, sagt Liebert, „ich habe mich damals sehr für sie gefreut.“ Damals – jetzt ist er selbst dran.

Hintergrund: Das Masters füllt die Kassen bei Holstein und beim SHFV

Natürlich hat sich der generelle Fokus im Laufe der Jahre nicht verändert. „Entscheidend is auf’m Platz“ – der legendäre Satz von Borussia Dortmunds Clubidol Alfred „Adi“ Preißler gilt für das Masters des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbands (SHFV) nach wie vor. Doch Fakt ist auch: Die Entwicklung rund um das Kunstrasen-Spielfeld ist unübersehbar. Das Hallenturnier in der Kieler Sparkassen-Arena, das 1999 vor 3500 Zuschauern seine Premiere gefeiert hatte, ist längst auch wirtschaftlich zu einem Faktor geworden. Profiteure sind die Holstein Kiel Marketing GmbH und der SHFV als Veranstalter. Der Großteil des Erlöses fließt nach Informationen unserer Zeitung an die Holstein Marketing GmbH.

Die Zuschauerzahl hat sich im Laufe der 20 Jahre mehr als verdoppelt, auch heute werden wieder knapp 8700 Fans in der restlos ausverkauften Halle erwartet. Sitzplatzkarten kosten zwischen 19 und 30 Euro (Jugendliche unter 16 Jahren: 17 bis 28 Euro), die VIP-Tickets (90 Euro) und Business-Sitze (50 Euro) waren ebenfalls rasch ausgebucht. Die Zuschauereinnahmen betragen geschätzt rund 250.000 Euro, hinzu kommt das Geld aus dem Verkauf von Speisen und Getränken. Und: Laut Informationen unserer Zeitung belaufen sich allein die Sponsoring-Einnahmen auf rund 100.000 Euro.

Aus dem Erlöstopf landet laut Verband – nach Abzug aller Kosten wie Hallenmiete, Personal, Entertainment-Programm, Prämien für die Mannschaften, etc. – eine Summe im unteren fünfstelligen Bereich beim SHFV. Der Hauptanteil des Gewinns bleibt bei der Holstein Marketing GmbH.

Jener Teil des Erlöses, der laut Vertrag dem SHFV zusteht, fließt in den laufenden Gesamtetat des Verbands und kommt somit dem Fußball im nördlichsten Bundesland zu Gute.

 
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