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Arbeiter-Bauverein : Lebenslange Sicherheit

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"Es ist ein gutes Gefühl Mitglied einer Genossenschaft zu sein", sagt Margit Grumm. Lebenslanges Wohnrecht, gut verzinste Genossenschaftsanteile und die Mitbestimmungs-Möglichkeiten geben ihr eine sichere Existenzgrundlage.

Solange sie denken kann, wohnt Margit Grumm beim Flensburger Arbeiter-Bauverein (FAB). Als Kind wurde sie mit ihrer Schwester im Norden der Fördestadt in einer Genossenschaftswohnung groß. Später nahm sie mit ihrer eigenen Familie Quartier in einem FAB-Haus und gerade ist ihre 22-jährige Tochter Zuhause ausgezogen, ebenfalls in eine Wohnung des Bauvereins.
Denn: "Wir fühlen uns wohl beim FAB", sagt sie. Da sei zum Beispiel das lebenslange Wohnrecht: "Wir müssen keine Kündigungen fürchten, sondern wissen, dass wir beim FAB lebenslang ein Zuhause haben, das wir so einrichten können, wie wir es möchten. Das ist fast so wie bei einer Eigentumswohnung."
Tatsächlich ist in einer Genossenschaft jedes Mitglied auch ein bisschen Wohnungseigentümer, denn allen zusammen gehört der gesamte Wohnungsbestand des Unternehmens. Der Vorstand und seine Mitarbeiter verwalten ihn im Sinne aller Mitglieder und legen mindestens einmal im Jahr gewählten Mitglieder-Vertretern Rechenschaft über ihre Geschäftsführung ab. Margit Grumm und ihr Vater sind schon lange solche von der Nachbarschaft gewählten Vertreter. Sie bestimmen mit beim FAB. Generell, wenn es um die Entwicklung der Genossenschaft geht und ganz konkret im täglichen menschlichen Miteinander. In einer Genossenschaft muss keiner allein sein. Selbst wenn es einem Mitglied etwa nach einer Krankheit einmal schlecht geht und wegen seiner körperlichen Einschränkungen die Wohnung umgebaut werden muss, kann es sich darauf verlassen: Der FAB hilft. Übrigens hilft er auch allen anderen Mitgliedern, sich mit einer individuellen kostenlosen Einrichtungsberatung zuhause noch wohler zu fühlen.
Nicht nur diese sozialen Aspekte hält dieFamilie so lang schon in der Genossenschaft. Es sind auch wirtschaftliche Erwägungen, erläutert Margit Grumm. "Die Mitgliedschaft erwirbt man ja, in dem man Anteile am Unternehmen kauft." Jährlich würden diese Anteile gut verzinst, die Dividenden an die Mitglieder ausgezahlt. Rund vier Prozent bekomme sie jedes Jahr. "Es liegt also kein Kapital einfach nur brach." Und auch vom jährlichen Gewinn profitierten allein die Mitglieder, denn das erwirtschaftete Geld fließe in das Unternehmen zurück, nicht an außenstehende Investoren.
Es bleibt der Genossenschaft für Neubauten, Instandsetzungen und soziale Einrichtungen erhalten. Also sind Genossenschaften selbst in Krisenzeiten quasi als "selbsterhaltendes System" wirtschaftlich weitgehend unabhängig. Wie ließe es sich wohl noch sicherer leben?

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erstellt am 29.Mai.2012 | 01:27 Uhr

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