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Wirtschaftsfaktor : "Genossenschaften sind ein wichtiger Auftraggeber"

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Baugewerbe und Wohnungsbaugenossenschaften sind eng miteinander verbunden.

Thorsten Freiberg ist Vorsitzender des Baugewerbeverbands, in dem sich 1.200 in Schleswig-Holstein ansässige Baufirmen mit etwa 15.000 Mitarbeitern zusammengeschlossen haben.
Herr Freiberg, wie bewerten Sie die Zusammenarbeit zwischen der Baubranche und den Wohnungsbaugenossenschaften?
Als sehr gut und sehr partnerschaftlich, weil beide Seiten natürlich ein Interesse haben, die Arbeiten im eigenen Lande zu halten und nicht an Betriebe aus anderen Bundesländern zu vergeben. Vor allem bei Ergänzungsarbeiten sind einheimische Betriebe vor Ort direkt einsetzbar.
Also stimmt es, dass die Wohnungsbaugenossenschaften auf die regionalen Handwerksbetriebe setzen.
Absolut. In Schleswig-Holstein und Hamburg werden mehrstellige Millionenbeträge umgesetzt. Davon partizipieren gerade die heimischen Betriebe unseres Verbands.
Wie viel Umsatz machen die Wohnungsbaugenossenschaften denn aus?
Im Bereich Renovierung/Sanierung liegt der Umsatzanteil bei bis zu zehn Prozent. Das klingt wenig, ist jedoch in Geld ausgedrückt sehr viel, weil es ansonsten nur sehr wenig vergleichbare ,Großauftraggeber’ gibt. Die Wohnungsbaugenossenschaften sind somit ein sehr attraktiver und wichtiger Auftraggeber.
Wie würde heute das Baugewerbe ohne die Genossenschaften ausschauen?
Wir würden deutlich weniger zu tun haben, das ist klar. Uns würden insbesondere viele kleinere Aufträge wegbrechen – manchmal geht es um Badsanierungen, manchmal um eine Erneuerung einer Dachfläche oder die Ertüchtigung einer Fassadenfläche. Wir sprechen dabei von kleinen Losen. Für uns ist es enorm wichtig, dass die Ausschreibungssummen – die Auftragssummen –, die vergeben werden sollen, nicht so gestaltet sind, dass nur große Firmen davon partizipieren können, sondern dass man auch als Kleinbetrieb oder mittelständischer Betrieb in der Lage ist, eine solche Arbeit auszuführen.
Zahlen die Genossenschaften pünktlich?
Sie zahlen pünktlich, das kann ich bestätigen. Allgemein können Partner immer Absprachen treffen und besondere Zahlungsziele vereinbaren. Natürlich ist aber jeder Handwerksbetrieb auf eine unverzügliche Zahlung angewiesen. Das ist klar. Aber das ist ein gegenseitiges Miteinander.
Und an welchen Schraubstellen gibt es noch Verbesserungspotenzial?
Wir haben das gemeinsame Interesse, die Renovierung und Sanierung der Wohnungen möglichst auf ökologisch und ökonomisch höchstem Niveau durchzuführen. Dabei ist es wichtig, dass die Verbesserungen nicht durch zu große Bürokratie behindert werden. Insgesamt nehmen sie sich ihrer Verantwortung wirklich gut an. Wenn ein Gebäude das wirtschaftliche Ende erreicht hat, scheuen die Wohnungsbaugenossenschaften auch nicht den totalen Rückbau und die Erneuerung einer solchen Immobilie. Das ist aus unserer Sicht enorm wichtig, um die Aufträge in der Region zu halten.
Was schätzen sie an den Genossenschaften?
Ich finde die soziale Verantwortung gegenüber den Mietern sehr gut. Auf der anderen Seite haben sie eine wirtschaftliche Verpflichtung den Betrieben gegenüber, weil auch Mitarbeiter unserer Betriebe Mieter der Genossenschaften sind. Es ist ja oftmals günstiger Wohnraum, der dort vorgehalten wird.

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erstellt am 29.Mai.2012 | 01:28 Uhr

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