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EM-Spiel gegen Österreich : Flitzer-Selfie mit Ronaldo - UEFA ermittelt gegen Portugal

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Freundliche Geste nach einem frustrierenden Spiel: Christiano Ronaldo schießt ein Foto mit einem Fan. Das hat Folgen.

shz.de von
erstellt am 19.Jun.2016 | 13:31 Uhr

Die UEFA will ein Disziplinarverfahren gegen Portugals Fußballverband eröffnen - weil Superstar Christiano Ronaldo ein Selfie mit einem Flitzer machte. Das sagte ein Sprecher der Europäischen Fußball-Union am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Demnach müssen die Portugiesen wohl mit einer kleineren Geldstrafe rechnen.

Auf Twitter kursieren Fotos und Videos von dem Moment:

 

Nach einem mehr als 100 Meter langen Sprint über den Platz war ein portugiesischer Fußballfan am Samstagabend tatsächlich bei Cristiano Ronaldo angelangt. Gleich vier Ordner hatten das ungleiche Duo schnell umzingelt, als der Mann seelenruhig an seinem Handy herumhantierte. Mitten auf dem Rasen des Pariser Prinzenparkstadions setzte er zum Selfie mit seinem Idol an, doch die Zeit lief ihm davon - sein Handy wollte einfach nicht funktionieren. Nur der Gnade des dreimaligen Weltfußballers war es zu verdanken, dass es am Ende doch noch mit dem Foto klappte.

Denn der nach dem 0:0 gegen Österreich und seinem verschossenen Foulelfmeter schwer gefrustete Ronaldo hielt die Ordner zurück. Er gab dem Fan die Zeit, sein Handy in den Griff zu kriegen. Hochnervös suchte dieser die Kamerafunktion seines Geräts, schien sie gefunden zu haben, um dann doch wieder zu scheitern. Erst nach rund einer Minute klappte es schließlich. Zigfach drückte der Fan auf den Auslöser und wurde anschließend zufrieden von den Ordnern aus dem Innenraum geführt.

Cristiano Ronaldo stand im Pariser Prinzenpark noch auf dem Rasen, da gingen die dicken, manchmal auch hämischen Schlagzeilen schon um die Welt. „CRNull“, titelte etwa die Zeitung „Globo“ in Brasilien. Portugals „Record“ stellte nur ein einziges Wort über ein Foto des Superstars von der traurigen Gestalt: „Gescheitert!“ Wenn man so will, hat Ronaldo auch dieses EM-Spiel gegen Österreich allein entschieden - nur eben nicht so, wie man das von dem dreimaligen Champions-League-Sieger und dreimaligen Weltfußballer von Real Madrid kennt.

Portugals Stürmerstar verschoss am Samstagabend einen Elfmeter (79.), vergab noch fünf weitere klare Chancen und traf nur einmal aus dem Abseits ins Tor (83.). 23:3 für Portugal lautete am Ende die Torschussstatistik, 0:0 das Ergebnis. „So ist Fußball“, sagte Ronaldo selbst dazu. „So haben wir uns das nicht vorgestellt.“ Wie immer, wenn der teuerste und am meisten polarisierende Fußballer der Welt besonders aus dem Rahmen fällt, ist die Wucht der Reaktionen danach noch weitaus größer als das, was eigentlich passiert ist. Das war schon nach seinen abschätzigen Kommentaren zum 1:1 gegen Island so und jetzt auch nach seinem Fehlschuss gegen Österreich.

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