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Fussball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich : EM: 83.000 Zuschauer eröffnen Fanmeile in Paris mit David Guetta

vom
Aus der Onlineredaktion

24 Mannschaften, 51 Spiele in zehn Stadien: Am heutigen Freitag startet die EM. Auch die DFB-Elf freut sich aufs erste Spiel.

shz.de von
erstellt am 10.Jun.2016 | 08:40 Uhr

Paris | Es geht los, ab Freitagabend rollt der Ball: Nach einer kurzen Eröffnungsfeier und Musik von Star-DJ David Guetta bestreiten Gastgeber Frankreich und Rumänien am Abend (21 Uhr/ZDF) das Eröffnungsspiel der Fußball-EM. Im Stade de France vor den Toren von Paris soll nach dem Terror im November wieder der Sport im Mittelpunkt stehen. 24 Mannschaften, 51 Spiele in 30 Tagen vor 2,5 Millionen Zuschauern in zehn Stadien: Es ist das größte Kontinentalturnier. Eine Übersicht über Public-Viewing-Orte in Schleswig-Holstein und Hamburg gibt es übrigens hier, eine Übersicht über die Spiele und alle Neuigkeiten rund um die EM finden Sie laufend aktualisiert hier und in unserem Liveblog.

Schon einen Tag vor dem Eröffnungsspiel der Europameisterschaft hatten der französische DJ David Guetta und rund 83.000 Zuschauer die Fanmeile in Paris eröffnet. „Es ist einfach unglaublich, hier zu sein und die Leute zu sehen“, sagte Guetta auf der Bühne direkt vor der weltbekannten Kulisse des Eiffelturms. Er hoffe, Frankreich werde Europameister, rief er der jubelnden Menge zu.

Zu der Show hatte der Fernsehsender TF1 Gratistickets an die Besucher vergeben. Unterstützt wurde der 48-Jährige Guetta, der mit seinem EM-Song „This One's For You“ auch bei der Eröffnungszeremonie am Freitagabend im Stade de France dabei ist, unter anderen vom US-Rapper will.i.am von den Black Eyed Peas.

Bereits am Nachmittag waren Besucher auf das für bis zu 92.000 Menschen konzipierte Gelände auf dem Marsfeld gekommen. Wegen der extremen Sicherheitsvorkehrungen nach den Terroranschlägen des vergangenen Jahres in Frankreich bildeten sich lange Schlangen vor den Kontrollpunkten. Vor der Eröffnungspartie Frankreich gegen Rumänien waren vor allem junge Menschen mit französischen Fahnen auf dem Gelände zu sehen.

Wie geht's weiter, was muss man wissen? Eine Übersicht.

Eröffnungsfeier:

Hunderte Tänzer sollen in bunten Kostümen unter anderem einen Cancan zeigen. Star der auf etwa 13 Minuten angelegten Inszenierung ist der französische DJ und Musikproduzent David Guetta, der gemeinsam mit der schwedischen Popsängerin Zara Larsson seinen EM-Song „This One's For You“ präsentieren wird. Auch Super Victor, das Maskottchen der EURO 2016, wird dabei sein.

Eröffnungsspiel:

Die heimischen Fans unter den 80.000 im Stade de France erwarten einen französischen Auftaktsieg gegen Rumänien. Gegen defensiv starke Rumänen hofft Trainer Didier Deschamps nach neun Siegen in den vergangenen zehn Testspielen vor allem auf seine Offensive.

Sicherheit:

Wie in den anderen neun Spielorten müssen sich die Besucher im Stadion und auf den Fanmeilen auf höchste Sicherheitsvorkehrungen gefasst machen. Zuschauer müssen zwei Sicherheitsringe passieren, um in die Arenen zu gelangen. Es ist die größte Sicherheitsoperation der Nachkriegsgeschichte innerhalb Frankreichs. Auch die Anreise könnte durch Streiks mühsamer sein als sonst.

Streiks:

Nach dem Scheitern von Verhandlungen mit Pilotengewerkschaften steht die französische Fluggesellschaft Air France vor einem Streik zum Auftakt der Fußball-Europameisterschaft. Das Unternehmen erwartet, dass an diesem Samstag 20 bis 30 Prozent ihrer Flüge ausfallen. Die Gewerkschaften hätten einen in der Nacht vorgelegten Vorschlag des Managements abgelehnt, sagte Air-France-Chef Frédéric Gagey am Donnerstag in Paris. „Wir werden alles tun, um die Auswirkungen dieses Streiks für unsere Kunden zu begrenzen.“

Die Piloten wehren sich gegen Sparmaßnahmen, der Konflikt schwelt schon länger. Die Gewerkschaften hatten vergangene Woche Pilotenstreiks vom 11. bis 14. Juni angekündigt, falls das Management nicht einlenkt. EM-Gastgeber Frankreich war in den vergangenen Wochen bereits von Streiks unter anderem bei der Bahn und andauernden Protesten gegen die Arbeitsmarktreform der Regierung betroffen.

DFB-Team:

In Évian-Les-Bains beginnt für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die letzte Phase des EM-Countdowns. Die Vorbereitungen auf das Auftaktspiel gegen die Ukraine werden am Freitag zumindest im Quartier am Genfer See abgeschlossen. „Die Spieler finden langsam die Rhythmen. Man freut sich, wenn man zur Sache kommen kann“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff mit Blick auf den Ernstfall am Sonntagabend, auf den der Weltmeister seit zwei Wochen hinarbeitet. „Innerhalb der Mannschaft herrscht ein guter Geist“, berichtete Bierhoff. Der Abflug nach Lille am Samstag sei „der nächste Startschuss“.

Bierhoff hat Deutschland vor 20 Jahren in England zum dritten und bislang letzten EM-Titel geschossen. Sein Golden Goal zum 2:1 in der Verlängerung des Endspiels gegen Tschechien in London wird seitdem vor jeder EM-Endrunde wieder groß in Erinnerung gerückt. „Wir sollten eine neue Geschichte schreiben und auch den vierten Europameisterschaftsstern nach Deutschland holen“, sagte der ehemalige Nationalstürmer darum in Évian in Anspielung auf den vierten WM-Triumph vor zwei Jahren in Brasilien.

Die gefeierten Weltmeister von 2014 sollen auch bei der EM als Führungskräfte vorangehen. Bundestrainer Joachim Löw könnte bis zu zehn Helden von Rio beim Anpfiff in Lille auf den Platz schicken: Manuel Neuer im Tor, Benedikt Höwedes, Jérôme Boateng und Shkodran Mustafi in der Abwehr, davor im defensiven Mittelfeld Sami Khedira und Toni Kroos sowie in der Offensive Thomas Müller, Mesut Özil, Mario Götze und Julian Draxler.

Einziger fixer Turnierneuling in der ersten EM-Elf ist Jonas Hector, der sich den Platz auf der linken Abwehrseite erarbeitet hat. „Ich bin positiv aufgeregt, muss ich gestehen“, sagte der Kölner.

Zur Einstimmung auf den großen französischen Fußballsommer werden sich die deutschen Spieler am Abend im Teamhotel Ermitage vor den Fernsehschirmen versammeln. Das Eröffnungsspiel des Gastgebers gegen Rumänien im Stade de France werde man gemeinsam anschauen, berichtete Neuer. „Wir freuen uns, dass es endlich losgeht“, erklärte der Nationaltorhüter.

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