zur Navigation springen

Fussball-Europameisterschaft 2016 : David Guetta, Herbert Grönemeyer, Melanie Müller: So mies sind die EM-Songs 2016

vom

Ohrwurm oder Hörsturz? Die meisten EM-Songs 2016 fallen in die letzte Gruppe. Aber es gibt auch einige Lichtblicke.

shz.de von
erstellt am 06.Jun.2016 | 19:51 Uhr

Die Fußball-Europameisterschaft steht vor der Tür und die Herzen der Fußballfans schlagen höher. Die der Musikfans eher nicht. Denn was sich für die EM 2016 in Frankreich EM-Song nennt, lässt einem die Fußnägel abwechselnd nach oben kräuseln. shz.de mit einem Geisterbahnfahrt in die Untiefen der EM-Song-Hölle.

Den Anfang macht der offizielle EM-Song von David Guetta und Zara Larsson: „This One's For You“. Klingt beliebig austauschbar -wie fast jeder David-Guetta-Song. Zwischendrin ist etwas zu hören, das wie eine an Schluckauf leidende Geschirrspülmaschine auf Speed klingt. Der Refrain nervt. Und das obligatorische „Ohhh“ darf natürlich nicht fehlen.

ARD und ZDF haben seit Jahren eigene Lieder zur Begleitung ihrer Fußball-Übertragungen. Die ARD setzt auf Routinier Herbert Grönemeyer. Um das ganze aber dann etwas hipper zu machen, steht ihm DJ Felix Jaehn zur Seite. „Jeder für jeden“ hat einen guten Rhythmus. Aber leider ist die Musik so laut, dass man Herbies Gesang nur schwer hört. Aber vielleicht es ist ja Absicht. Der Song erscheint am 9. Juni, einen kleinen Ausschnitt gibt es vorab hier.

Mit „Au Revoir“ und seinen witzigen Umdichtungen wie „Au Revoir USA“ hatte Marc Forster 2014 einen der inoffiziellen WM-Hits. 2016 darf er dann auch offiziell für das ZDF ran. Und nicht nur das: Forster soll auch an Gesprächsrunden teilnehmen - mit Experten wie den ehemaligen Fußball-Nationalspielern Simon Rolfes und Sebastian Kehl sowie Tennis-Ikone Boris Becker und Ski-Star Felix Neureuther. Sicherlich noch einer der besseren Songs in diesem Jahr.

Das Team von extra3, Heinz Strunk und Revolverheld verbinden ihr Lied mit einer politischen Botschaft. In ihrem „EM-Song für besorgte Bürger“ setzen sie sich für eine kulturelle Vielfalt in Deutschland ein - und ein klares Statement gegen Vorurteile. Die Melodie von „Lass uns gehen“ von Revolverheld hat man sowieso im Ohr. Sich den Text genauer anzuhören, lohnt sich. In bester extra3-Manier ist es gewohnt intelligent und hintergründig. Eine Kostprobe:

Dein Spiel ist das nicht mehr, das weißt du jetzt sicher, versuch es doch mal mit Mau-Mau.

Für uns bist du raus, denn in Hamburg, Berlin oder Köln, freu'n sich die Menschen auf die EM, Özil für Deutschland und Can und Sané, Kein Problem, kein Problem, kein Problem."

Nach dem Highlight wird es jetzt schlimm. Nein, noch schlimmer als schlimm. Natürlich lassen es sich auch viele Z-Promis nicht nehmen, ihren ganz persönlichen Beitrag für die EM zu leisten. Nehmen wir einmal Willi Herren. Zu einem 0815-Disko-Beat, den man leicht am heimischen Computer zusammenkleistern kann, kommt ein Text, der fast nur aus dem Titel des Liedes „Das ist unser Tag“ besteht. Den singt er dann in 2.09 Minuten gleich ganze acht Mal. Dazwischen „Ohhhh“. Moment, das hatten wir doch gerade schon einmal...

Thomas Müller steht auf dem Rasen und Melanie Müller hinter dem Mikrofon.  Zusammen mit Stefan Stürmer gibt sie „Ab nach Frankreich“ zum besten. Abgerundet wird das Lied im Video durch Micaela Schäfer, die im Video leicht bekleidet die Bälle hüpfen lässt. Textauszug gefällig? Wir erbarmen uns mal: „Wir wollen ein T wie Tor von Tho-Tho-Thomas Müller“. Das traditionelle „Ohhh“ wird hier durch das nicht minder beliebte „Shalalala“ abgelöst.

Wir können Sie aber nicht guten Gewissens mit diesen grottenschlechten Liedern am Ende des Artikels allein lassen. Nicht, dass Sie einen Ohrwurm bekommen - und wir haben Schuld. Deswegen zum Abschluss noch Beispiele für überaus gelungene und klasse Fußball-Lieder. Die Manic Street Preachers aus Wales haben für ihr Team „Together Stronger“ geschrieben. Reibeisen-Stimme, rockige Klänge und das unbändige Gefühl, mitspringen und mitklatschen zu wollen. Top!

Im Gedächtnis geblieben ist zum Beispiel Nelly Furtado. Die Sängerin sang „Forca“ für die EM 2004 in Portugal.

Obwohl es eine Hymne für die englische Nationalmannschaft zur EM 1996 war, kann wohl jeder Fan das Lied „Three Lions (Football's Coming Home)“ von David Baddiel, Frank Skinner und den Lightning Seeds mitsingen oder -gröhlen, je nach vorherigem Bierkonsum. Ein super Lied - genützt hat es der Mannschaft nicht so viel. Im Halbfinale war nach einem mitreißenden Spiel inklusive dem traditionellen Elfmeterschießen gegen Deutschland Schluss. Die deutsche Nationalmannschaft wurde danach Europameister. Sehen wir es als gutes Omen.

Alle Infos und Liveticker rund um die EM 2016 in Frankreich finden Sie auf unserer Dossierseite www.shz.de/fussball-em.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen