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Europameisterschaft 2016 in Frankreich : Béla Réthy, Steffen Simon und Co: Das sind die EM-Kommentatoren

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Die EM startet am Freitag und mit dabei sind sieben Moderatoren von ARD und ZDF. shz.de stellt sie vor.

shz.de von
erstellt am 09.Jun.2016 | 17:55 Uhr

Paris | Das erste Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft steigt am 12. Juni gegen die Ukraine in Lille (21 Uhr, ARD). Dann folgt die Partie gegen Polen am 16. Juni in St.Denis (21 Uhr, ZDF) und am 21. Juni spielt die DFB-Auswahl dann im letzten Gruppenspiel in Paris gegen Irland (ARD). Mit dabei am Fernseher ist - sofern man den Ton nicht auf lautlos gestellt hat - einer der sieben Kommentatoren für die Öffentlich-Rechtlichen.

In der ARD kommentieren Tom Bartels, Gerd Gottlob und Steffen Simon die Spiele. Beim ZDF sind Béla Réthy, Oliver Schmidt, Martin Schneider und Claudia Neumann dabei. Wie üblich führen bei der ARD Matthias Opdenhövel und Mehmet Scholl, beim ZDF Oliver Welke und Oliver Kahn vor und nach dem Spiel sowie in der Halbzeitpause durchs Programm.

Wer welches Spiel moderiert ist derweil noch offen. Sicher ist nur: Das Eröffnungsspiel am Freitag wird von Réthy begleitet, das Finale wird Gottlob übernehmen. Die Moderatoren im Überblick:

Béla Réthy

Béla Réthy ist bei Fußball-Fans als Moderator umstritten.
Béla Réthy ist bei Fußball-Fans als Moderator umstritten. Foto: dpa
 

Der Fall Béla Réthy beschäftigt auch shz.de seit Jahren. Das Agitieren gegen den ZDF-Kommentator Béla Réthy ist im Netz zu einer eigenen Sportart geworden. Wo andere Reporter wie Tom Bartels oder Steffen Simon Kritik einstecken müssen, hagelt es auf Réthy herunter. Das war bei der WM 2014 so und bei jedem anderen Spiel, dass der 59-Jährige in seiner langen Karriere beim ZDF kommentiert. Ein Artikel auf shz.de mit dem Titel „Der Fall Béla Réthy“ beschäftigt sich mit dem Phänomen. Der Beitrag taucht immer wieder in den internen Statistiken auf, wenn der Moderator ein Spiel kommentiert.

Auswahl seiner besten Sprüche:

  • „Das muss Diego Simeone mit seinem Co-Trainer besprechen, der kürzere Haare hat.“
  • „Eine 9 ist umgekehrt eine 6.“
  • „Müller, der bisher kaum zu sehen war – obwohl er sich immer gezeigt hat.“
  • „Für Vidal ist jedes Training ja quasi wie Krieg.“
  • „di Maria ist nicht einzufangen. Fideo – die Nudel – sein Spitzname. Flutscht überall durch!“
  • „Sie haben sich ins Viertelfinale gelangweilt…“
  • „Daniel van Buyten in seinem dritten Frühling.“
  • „Starke Ballannahme von Thomas Müller. Dem Mann ohne Muskeln!“
  • „Und jetzt kommt die Sanitär-Abteilung.“
  • „Auch in dieser Szene beweist der Schalker seine Schusskraft, nutzt die gesamte Höhe des Platzes.“
  • „Das da vorn, was aussieht wie eine Klobürste, ist Valderrama.“
  • „Christian Ziege ist da umgeknickt... Scheint sich um eine Schulterverletzung zu handeln.“
  • „Der eingewechselte Spieler Folha heißt auf deutsch Blatt, das es ja jetzt auch zu wenden gilt.“

Oliver Schmidt

Oliver Schmidt

Oliver Schmidt

Foto: Imago/Sven Simon
 

1972 geboren ist Schmidt ein Fußballkommentator und Sportreporter mit Leib und Seele. Schon seit Beginn der 1990er arbeitete er als Fußballreporter in einer Lokalredaktion in Erkelenz. 1995 kam er zum ZDF, war dort zunächst freier Mitarbeiter und ist seit 2007 auch als Kommentator im Einsatz. 2010 und 2012 war er Teil des ZDF-Moderatorenteams. Legendär ist sein Begeisterungssturm beim Zwischenstand von 1:5 der Niederländer gegen Spanien. Anders als Réthy hält sich die Kritik aus den sozialen Netzwerken zurück. Einen Fauxpas hat er sich bereits geleistet, als er sagte: „Ich persönlich hab' ja nix gegen Pyro, aber dann sollte man es auch anständig entsorgen.“ Danach wurde Kritik laut, ein Kommentator des ZDF dürfe Bengalos nicht gutheißen. Dennoch erfährt der unauffällige Schmidt auch etwas, das seinen Kollegen verwährt bleibt: Er wird im Netz immer wieder mal gelobt.

Martin Schneider

Martin Schneider

Martin Schneider

Foto: Imago/Sven Simon
 

Der Wuppertaler ZDF-Reporter war bislang Assistent von Béla Réthy. Nun soll er bei der EM erstmals als Live-Reporter im Einsatz sein. Drei Spiele und ein Achtelfinale wird er kommentieren.

Claudia Neumann

Claudia Neumann

Claudia Neumann

Foto: Imago/Sven Simon
 

Sie ist die erste Frau, die bei einem großen Turnier der Männer live im Fernsehen kommentieren wird. Ihre Stimme ist Fußball-Deutschland aber bereits bekannt. Seit 1999 kommentiert die 52-Jährige regelmäßig Zusammenfassungen der Bundesliga-Spiele im „Aktuellen Sportstudio“ und auch im Frauenfußball ist sie häufig zu hören. Ihr Debüt gab sie bei der Frauen-WM 2011. Schon Anfang der 1990er war sie bei der Sat1-Sendung „ran“ Redakteurin. Sie wird zwei Spiele (Wales-Slowakei und Italien-Schweden) kommentieren.

Gerd Gottlob

 

Der gebürtige Schleswig-Holsteiner (1964 in Reinbek geboren) ist Journalist und Fußballreporter und gehört in Deutschland zu den bekanntesten Kommentatoren. Er absolvierte sein Volontariat beim Stormarner Tageblatt und war Teil der Sportredaktion der Hamburger Morgenpost. 1992 wechselte er zum NDR und kommentiert seit 1997 Live-Spiele. Heute lebt er in Ahrensburg.

Seine besten Sprüche:

  • „Klasse. Nicht gut gespielt, aber gewonnen, das ist wichtig.“
  • „Der Serbe vernichtet diese Chance.“
  • „Nur noch wenig Bewegung... wenig Bewegung bei den Bauern...Bayern! Die gönnen sich jetzt grad mal ne Pause.“

Tom Bartels

Tom Bartels (rechts) mit Matthias Sammer.
Tom Bartels (rechts) mit Matthias Sammer. Foto: Imago/Eibner
 

Der 1965 in Celle geborene Tom Bartels ist seit seiner Kindheit ein Anhänger des Sports. Seine Karriere begann beim WDR. 1996 wechselte er zu RTL und war als Reporter in der Champions-League eingesetzt. Im Pay-TV kommentierte er Bundesliga- und Champions-League-Spiele. 2014 kommentierte er das Finale der Weltmeisterschaft zwischen Deutschland und Argentinien. 2012 wurde er für sein Schweigen gelobt, als er bei der EM das Spiel Spanien gegen Irland kommentierte. Die Iren lagen 0:4 zurück und waren ausgeschieden. Irische Fans stimmten das Lied „Fields of Athenry“ an – es war ein emotionaler Höhepunkt der Europameisterschaft. Am 13. November 2015 kommentierte er das Freundschaftsspiel zwischen Frankreich und Deutschland in Paris. Am Abend der Terroranschläge wurde der Fußball zur Nebensache. Bartels kommentierte ein Spiel und versorgte die Zuschauer mit immer neuen Infos zu den Ereignissen außerhalb des Stadions. Später bezeichnete Bartels die Situation als „pervers“ und gab zu, überfordert gewesen zu sein. Er bekam viel Zuspruch für seinen Umgang mit der Situation.

Seine besten Sprüche:

  • „Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, aber nur auf den Rängen, leider nicht auf dem Spielfeld.“
  • „Mach' ihn! Mach' ihn! Er macht ihn!“ (zum Götze-Tor im WM-Finale 2014)

 

Steffen Simon

Steffen Simon

Steffen Simon

Foto: Imago/Sven Simon
 

Der gebürtige Berliner ist seit 1998 bei Sat.1 und moderierte bis 2000 die Bundesliga-Sendung „ran“. 2000 kehrte er zum ORB und wurde Leiter der Sportredaktion. 2002 kommentierte er erstmals ein Spiel der deutschen Nationalmannschaft. 2003 übernahm er dann die Leitung der ARD-Sportschau und wechselte drei Jahre später zum WDR. Er kommentierte bereits Spiele seit der WM 2006. „Iraner sind Südländer und nicht ganz perfekt organisiert“, sagte er mal während eines WM-Spiels zwischen Iran und Nigeria. Er löste mit seiner Aussage einen Shitstorm aus und ruderte später zurück.

Seine besten Sprüche:

  • „Hier werden Spatzen zu Moorhühnern.“
  • „Für die Schalker hat sich die Fahrt gelohnt. Auswärtssieg und sie haben mal eine richtig schöne Stadt zu sehen gekriegt.“
  • „Brügge ist ein wunderschönes, aber sehr, sehr kleines Städtchen mit 120.000 Einwohnern.“
  • „Unten raus hat Bremen oft Probleme mit der Luft.“

 

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