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Reaktionen nach #GERPOL : Ballack kritisiert die Mannschaft: Persönlichkeit und Charakter fehlen

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Torlos gegen Polen: Was ist los mit Deutschlands Angreifern? Ex-Nationalspieler Ballack kritisiert die Nationalmannschaft. Auch die Spieler reagieren auf die zweite EM-Partie.

Saint-Denis | Kein Tor, kaum Gefahr - die Abteilung Attacke ist nach der tristen Nullnummer gegen Polen ins Fadenkreuz der Kritik geraten. Nach dem offensiv ernüchternden zweiten EM-Spiel des Fußball-Weltmeisters im Endspielstadion von Saint-Denis wird Kritik an der Mannschaft laut. Auch die Spieler selbst melden sich zu Wort.

Vor zwei Jahren holte die deutsche Nationalmannschaft bei der WM den Titel. Die Erwartungen sind bei der Europameisterschaft deshalb besonders hoch.

Ex-Nationalspieler Michael Ballack analysiert als EM-Experte beim US-Sender ESPN das torlose Spiel der Deutschen: „Dieser Mannschaft fehlen ein bisschen Persönlichkeit und Charakter“, berichtet die Welt. Der langjährige Kapitän sagt laut der Welt in einem Interview: „Die Schwäche dieses Teams ist, dass sie alles schön machen und den Ball ins Tor tragen wollen. Natürlich will man schönen Fußball spielen. Aber manchmal muss man sich auch einfach darauf konzentrieren, zu gewinnen.“

Boateng in der Partie gegen Polen.

Boateng in der Partie gegen Polen.

Foto: dpa

Nach der Partie kommentieren die deutschen Nationalspieler das zweite EM-Spiel: „Wir kommen nicht am Gegner vorbei, werden nicht gefährlich. Wir haben kein Eins-zu-Eins-Duell in der Offensive gewonnen“, lautete das harte, aber ehrliche Urteil von Jérôme Boateng. Die mit Mario Götze, Thomas Müller, Mesut Özil und Julian Draxler besetzte Offensivreihe hatte schon gegen die Ukraine Lieferschwierigkeiten. „Vorne fehlte einfach was“, rügte Toni Kroos. Im Netz äußert sich auch Bastian Schweinsteiger:

 

Es müllert nicht! Auch damit lässt sich die triste Torlos-Lage vor dem entscheidenden letzten Gruppenspiel gegen Nordirland beschreiben. Bei seinen zwei WM-Turnieren traf der Bayern-Star jeweils fünfmal. Gleich zum Auftakt 2010 in Südafrika gegen Australien (4:0) war er erfolgreich. Und mit seinem Dreierpack gegen Portugal (4:0) sorgte der EM-„Bomber“ beim Triumph in Brasilien für eine Initialzündung. Müller war sofort im Turnier - in Frankreich nicht. Schon bei seinem EM-Debüt 2012 blieb er komplett torlos.

 

„Es stört mich noch nicht einmal die Tatsache, dass ich noch kein EM-Tor geschossen habe, sondern eher, dass ich in den zwei Spielen keine wirkliche Tormöglichkeit mit dem Team erarbeiten konnte. Das ist das, woran man zu knabbern hat“, erklärte Müller in den Stadionkatakomben ratlos und verärgert.

Im ersten EM-Spiel gegen die Ukraine hatte besonders der Griff des Bundestrainers in seine Hose für Aufregung gesorgt. Vor dem zweiten Spiel wurde daher spekuliert, wohin sich Joachim Löw diesmal am Spielfeldrand greifen würde.

Im Spiel gegen Polen blieb das Handgemenge des Bundestrainer jedoch unauffällig. Nach dem Spiel kritisiert Joachim Löw, was er schon seit längerem moniert: „Unser Problem war das gesamte Spiel im letzten Drittel“, sagte er. „Die letzten Pässe, die letzten Aktionen haben gefehlt. Häufig haben wir nicht das Tempo erhöht, sondern abgebrochen.“ Boateng bemängelte auch die Mentalität: „Wir müssen viel mehr in Laufwege investieren, aggressiver sein, mehr Zweikämpfe gewinnen.“ Tempo, Doppelpässe, Spielwitz - all das fehlte.

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erstellt am 17.Jun.2016 | 14:39 Uhr

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