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Meisterschaft 2016/17 : Fußball-Bundesliga: Kein Elfmeter der laufenden Saison hätte zählen dürfen

vom
Aus der Onlineredaktion

77 Strafstöße gab es bislang in der Bundesliga – und die Ausführung entsprach nicht ein einziges Mal dem Regelwerk.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2017 | 16:19 Uhr

Nach einem Bericht der „Sport Bild“, die die 77 Elfmeter der aktuellen Saison ausgewertet hat, hat es bei jedem Strafstoß Regelverstöße gegeben. Das Problem: Die Spieler sind laut Sport Bild jedes Mal zu früh in den Strafraum gelaufen, um einen möglicherweise abgewehrten Ball zu ergattern. Was aus dem Sport-Bild-Text nicht hervor geht, ist, ob tatsächlich jeder der Elfmeter hätte wiederholt werden oder ob eine andere Regelung hätte greifen müssen – eine detaillierte Übersicht der Varianten finden Sie am Textende. (In einer früheren Version des Textes hatten wir davon geschrieben, dass alle Elfmeter hätten wiederholt werden müssen. Das haben wir nun korrigiert.)

DFB-Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich sagte gegenüber der Sportzeitschrift, dass die Schiedsrichter die Regel zwar nicht zu kleinlich auslegen sollten, allerdings hätten die Spieler das Entgegenkommen überstrapaziert. Die anhaltenden Regelverstöße bei Elfmetern sollen ein Thema bei einem anstehenden Schiedsrichterlehrgang sein. Doch reicht das?

Laut Regelwerk ist nämlich auch das Verzögern beim Anlauf, die sogenannte Finte, verboten. Außerdem darf der Torhüter die Torlinie erst verlassen, nachdem der Ball geschossen wurde. Das Geschehen in den Strafräumen zeigt oft ein anderes Bild, geahndet werden auch diese Regelverstöße meistens nicht.

Die meisten Elfmeter der laufenden Saison haben der SC Freiburg (sieben Strafstöße/ fünf verwandelt), SV Darmstadt (sechs/fünf), Eintracht Frankfurt (sechs/zwei) und Bayer Leverkusen (sechs/eins) bekommen, die wenigsten der Hamburger SV (zwei/null).

Das sagt das Regelwerk

Die Vorteilsbestimmung beim Elfmeter

Auch beim Elfmeter findet die Vorteilsbestimmung Anwendung. Diese rückt in den Mittelpunkt, wenn entweder Spieler zu früh in den Strafraum laufen oder der Torhüter sich zu früh von der Torlinie bewegt. Alle möglichen Entscheidungen im Überblick:

Schütze trifft, ein oder mehrere Gegenspieler laufen zu früh in den Strafraum → Tor (Vorteilsbestimmung)

Schütze verschießt, ein oder mehrere Gegenspieler laufen zu früh in den Strafraum → Wiederholung

Schütze trifft, ein oder mehrere Mitspieler laufen zu früh in den Strafraum → Wiederholung

Schütze verschießt, ein oder mehrere Mitspieler laufen zu früh in den Strafraum →kein Tor, indirekter Freistoß für die verteidigende Mannschaft (unter Beachtung der Vorteilsbestimmung: entstünde bspw. ein aussichtsreicher Konter, kann der Schiedsrichter das Spiel auch weiterlaufen lassen)

Schütze trifft, der Torhüter bewegt sich zu früh nach vorne → Tor (Vorteilsbestimmung)

Schütze verschießt, der Torhüter bewegt sich zu früh nach vorne → Wiederholung

Falls Spieler beider Mannschaften zu früh in den Strafraum laufen, wird der Elfmeter wiederholt, egal ob der Schuss im Tor landete oder nicht (Quelle: dfb.de)

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