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Vergabe der WM 2006 in Deutschland : Franz Beckenbauer kann's doch: Der Kaiser spricht über WM-Affäre

vom

Nach Wochen hat sich Beckenbauer, der 2006 Präsident des WM-Organisationskommitees, zur WM-Affäre zu Wort gemeldet. Dabei kritisierte er die DFB-Interimspräsidenten.

München | Franz Beckenbauer hat zur Affäre um die Vergabe der Fußball-WM 2006 erstmals öffentlich Stellung bezogen und dabei das derzeitige Führungsduo des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) heftig kritisiert. Im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ beklagte Beckenbauer, dass die DFB-Interimspräsidenten Reinhard Rauball und Rainer Koch ein von ihm angebotenes persönliches Gespräch über die Vorwürfe in Zusammenhang mit der WM-Vergabe abgelehnt hätten. „Was ist denn das für ein Niveau?“, fragte der 70-Jährige.

Ende Oktober hatte Beckenbauer vor den externen DFB-Ermittlern der Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer ausgesagt. Koch und Rauball hoffen, dass der Abschlussbericht bis Weihnachten, spätestens Anfang Januar, vorliegt.

Beckenbauer, der 2006 Präsident des WM-Organisationskomitees war, soll im Jahr 2000 laut DFB - vor dem Zuschlag an Deutschland - eine Vereinbarung mit dem früheren FIFA-Vizepräsidenten Jack Warner unterzeichnet haben. Der DFB hatte am 10. November erklärt, angesichts der Unterschrift von Beckenbauer gehe man von einem möglichen Bestechungsversuch aus. „Das muss man so werten, dass zumindest über diese Fragen nachgedacht worden ist“, hatte Rauball geäußert. Der ausführliche Interview-Text wird nach Auskunft der SZ-Redaktion auch Äußerungen Beckenbauers zum Kernvorwurf im Zusammenhang mit Warner enthalten.

Der „SZ“ sagte Beckenbauer, er habe Rauball und Koch nach deren Kritik einen der Öffentlichkeit bisher unbekannten „persönlich-strikt vertraulichen“ Brief geschrieben und Gesprächsbereitschaft signalisiert. Er werde „bei diesem Gespräch nach bestem Wissen und Gewissen Rede und Antwort stehen“.

Der Ehrenpräsident des FC Bayern München beklagte nun, dass weder Koch noch Rauball ihm persönlich auf sein Angebot geantwortet hätten. „Wenn man sich so lange kennt und dann kommt keine Reaktion, und Du bekommst alles nur im Fernsehen mitgeteilt: Ja, wo samma denn?“

„Das sieht ein bisschen anders aus aus unserer Sicht“, sagte Rauball lediglich zu den Aussagen des Kaisers zur Aufarbeitung der WM-Affäre 2006. Rauball und DFL-Geschäftsführer Christian Seifert wollen sich am Freitag nach der Sitzung des DFB-Präsidiums zu diversen Themen im deutschen Fußball äußern. Das erklärte das Spitzenduo des deutschen Profifußballs vor Beginn des Meetings. Bei dem extra einberufenen Treffen in der DFB-Zentrale geht es seit dem Vormittag vor allem um die Bereiche Sicherheit und die Nachfolge des zurückgetretenen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach gehen.

 
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erstellt am 20.Nov.2015 | 12:38 Uhr

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