Fischer: "Das Ziel muss die Bundesliga sein"

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24. Januar 2011, 08:05 Uhr

Beim Nordcup sorgten die Zweitliga-Frauen von Holstein Kiel vor 3500 Zuschauern mit dem Halbfinal-Einzug für positive Schlagzeilen. Trainer Christian Fischer möchte den Schub nur zu gern mit in die Rückserie der 2. Bundesliga nehmen. Nord Sport sprach mit dem Trainer der Holstein Woman über seine großen Ziele im Frauenfußball.

Nord Sport: Welchen Stellenwert hatte der Nordcup für Sie und Ihre Mannschaft?

Christian Fischer: Der Nordcup hatte einen großen Stellenwert für uns. Schließlich ist es eines der größten Hallenturniere die es im Frauenfußball gibt und der Vergleich mit den Bundesligisten ist eine ganz besondere Erfahrung für alle.

Wie sieht die Holstein-Vorbereitung bis zum Rückrundenstart aus?

Unsere Vorbereitung startete am 7. Januar und ist in zwei Phasen aufgeteilt. In der ersten Phase werden wir uns schwerpunktmäßig sämtlichen Grundlagen widmen, um in der zweiten Phase die komplexeren fußballspezifischen Inhalte weiter zu verbessern. Insgesamt trainieren wir fünfmal pro Woche und das bis zum Saisonende. Unsere Schwerpunkte liegen zum einen natürlich im Bereich der fußballerischen Ausbildung, denn da haben wir noch großen Nachholbedarf und müssen uns deutlich verbessern. Des Weiteren legen wir in allen Mannschaften großen Wert auf die Verletzungsprophylaxe, denn nur gesunde Spielerinnen helfen uns weiter. Auch neben dem Fußballplatz arbeiten wir an Verbesserungen, indem wir für unsere Spielerinnen beispielsweise Ernährungsberatungen, Anti-Stresstrainingstage oder Hilfe jeglicher Art anbieten. Wir bilden letztlich den Menschen aus und nicht nur den Sportler. Und zwar so, dass auch alle das Warum hinter den Einheiten verstehen, um dadurch noch gezielter an den eigenen Stärken/Schwächen arbeiten zu können, bzw. eine bessere Selbsteinschätzung zu erfahren.

Was trauen Sie Ihrer Mannschaft in dieser Saison noch zu?

Den Klassenerhalt ohne Wenn und Aber. Und zwar ohne Relegationsspiel!

"Nur" Klassenerhalt kann dauerhaft nicht Ihr Ziel sein, oder?

Das ist richtig. Denn auch wenn wir in Schleswig-Holstein angesiedelt sind, ist es auch hier möglich leistungsorientierten Frauenfußball zu spielen. Hierfür müssen wir es schaffen, alle Spielerinnen in Schleswig-Holstein noch gezielter zu fördern, um auf Sicht guten Zweitligafußball zu etablieren und das Image des Frauen- und Mädchenfußballs weiter zu verbessern. Ist dieser Schritt getan, muss das anschließende Ziel die Bundesliga sein. Um diese Ziele jedoch zu erreichen, bedarf es einer Menge Veränderungen, wie zum Beispiel das Erbauen eines Frauen/Juniorinnen-Leistungszentrums, die Bildung von Schulkooperationen und ein enges Netzwerk an Kooperationsvereinen. Ein weiterer wichtiger Kernpunkt ist dabei, dass wir es schaffen müssen, Partner zu finden, die uns das klare Fokussieren auf den Fußball ermöglichen. Hierfür haben wir das Konzept der "HW 24" geschaffen, welche das Ziel hat, 24 Partner-Unternehmen zu finden, die mit uns gemeinsam die Ziele erreichen wollen. Abschließend muss parallel auf Verbandsebene die Talentförderung und der Spielbetrieb deutlich verbessert bzw. intensiviert werden, denn nur dadurch wird es letztlich möglich sein, junge Spielerinnen so auszubilden, dass sie sich im Leistungsfußball durchsetzen können.

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