sh:z Fussballsommer : FC St. Pauli gegen ETSV Weiche: Lienen-Show mit deftiger Kost

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Der Cheftrainer des FC St. Pauli erweist sich nach dem Spiel um den Nospa-Cup beim ETSV Weiche als blendender Unterhalter.

shz.de von
06. Juli 2015, 07:58 Uhr

Flensburg | Der Nospa-Cup für den Sieger FC St. Pauli war überreicht, die Magnumflasche Bier für den besten Spieler (St. Paulis Kapitän Jan-Philipp Kalla) auch. Viel konnte eigentlich nicht mehr kommen nach dem 4:0 (1:0) des Zweitligisten aus Hamburg beim Regionalligisten ETSV Weiche Flensburg. Doch es kam noch was – und wie. Bei der Pressekonferenz sprach Hans-Ludwig Meyer, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) über die Schwierigkeiten, die es mit der Stadt Flensburg bei der Organisation großer Fußballspiele gäbe, und regte eine „konzertierte Aktion“ an.

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St. Paulis Trainer Ewald Lienen hörte sich das Ganze interessiert an, hob den Finger und meldete sich zu Wort. „Um dem Oberbürgermeister dieses Anliegen zu vermitteln, könnte ich Hilfstruppen aus der Schanze (dem berüchtigten Hamburger Schanzenviertel-Red.) schicken“, sagte er und grinste.

Einen Moment lang war es ganz still, die Anwesenden fragten sich: Hat er das wirklich gesagt? – dann fegte eine Lachsalve durch den Raum, verbunden mit tosendem Applaus.

Lienen hatte es auf den Punkt gebracht. Zuvor hatten Gäste, Förderer, Hans-Ludwig Meyer und Harald Uhr, Geschäftsführer der Weicher Liga GmbH, einhellig das Engagement des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) gelobt, den „großen Fußball“ in die Region zu holen.

St. Paulis Trainer erwies sich als blendender Unterhalter. Er berichtete launig von einem Interview im NDR-Fernsehen, bei dem ihn der Reporter nassforsch gefragt hätte: „Warum tun Sie sich das an? Wird das Abenteuer-Urlaub auf dem Kiez?“ Lienen: „Ich bin heute noch stolz auf mich, dass ich ihm keine reingehauen habe.“

Und den Nospa-Cup, den ihm der Vorstandsvorsitzende Thomas Menke gerade hatte, riss der 61-Jährige so euphorisch in die Höhe, als handele es sich um die Champions League-Trophäe. Natürlich vergaß der St. Pauli-Coach nicht, die Leistung des ETSV Weiche zu würdigen: „Das war ein sehr starker Gegner. Es war der erste Test gegen ein Team, das uns richtig viel abverlangt hat. Sie haben schnell und robust gespielt, sehr gutes Regionalliga-Niveau. Wir waren nicht so frisch, haben das aber trotzdem gut gemacht, konzentriert gespielt und wenig zugelassen.“

„Meine Mannschaft hat es ordentlich gemacht“, fand auch Weiches Trainer Daniel Jurgeleit. Seine Spieler ärgerten sich über das deutliche Ergebnis. „Das 0:4 ist zu hoch“, sagte Angreifer Tim Wulff. „Wir hatten auch unsere Chancen“, stellte Wulffs neuer Stürmerkollege Fiete Sykora fest.

„In der ersten Halbzeit haben wir gut mitgespielt“, stellte Kapitän Marc Böhnke fest. Er war nach 62 Minuten ausgewechselt worden, musste aber schon vier Minuten später wieder rein, weil sich Neuzugang Leon Pascal Kroiß verletzt hatte. „In den letzten 15, 20 Minuten ging es nur noch darum, Krämpfe zu verhindern“, so Böhnke. Raus (schon in der ersten Halbzeit) musste auch Florian Meyer, doch Jurgeleit gab Entwarnung: „Eine reine Vorsichtsmaßnahme.“

Echte Nehmer-Qualitäten bewies Tim Wulff. St. Paulis Marcel Halstenberg hatte dem Stürmer den Ball aus kurzer Entfernung mit voller Wucht auf den Körper geschossen – der Schuss hätte wohl jeden Zuschauer wortwörtlich umgehauen, doch Wulff zuckte nicht einmal und spielte weiter.

Vor Spielbeginn hatten Jürgen Muhl, stellvertretender sh:z-Chefredakteur, und Harald Uhr die neue Partnerschaft zwischen der Nospa und dem ETSV Weiche verkündet. Neu waren die Trikot-Farben – die Gastgeber liefen in türkisfarbenen Hosen auf, die Trikots erstrahlten in grellem Orange.

Beim Anpfiff auf dem neuen Rasen waren es noch 30 Grad Celsius, Schiedsrichter Fynn Kohn unterbrach die Partie in beiden Halbzeiten für jeweils drei Minuten, um den Spielern eine Trinkpause zu gönnen. Die genehmigte sich nach dem Spiel auch die Crew am Grill, die trotz der unglaublichen Hitze ihren Job machte.

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