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„Wir Helfen“ auf Bundesliga-Trikots : FC St. Pauli boykottiert Bild-Aktion zur Flüchtlingshilfe

vom

Der Zweitligist sieht keine Notwendigkeit an der freiwilligen Aktion teilzunehmen. Der Verein hält an eigenen Projekten für Flüchtlinge fest.

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2015 | 16:12 Uhr

Hamburg | Der FC St. Pauli wird sich an der für alle 36 Vereine aus der 1. und 2. Fußball-Liga geplanten „Wir helfen“-Aktion für Flüchtlinge am Wochenende nicht beteiligen. Das bestätigte der Hamburger Zweitligist am Mittwoch auf seiner Homepage. „Der FC St. Pauli steht für eine Willkommenskultur, und wir handeln damit auf eine Art und Weise, die unseren Club schon seit Jahrzehnten ausmacht. Wir leisten ganz praktische und direkte Hilfe dort, wo sie gebraucht wird“, erklärte der kaufmännische Geschäftsleiter Andreas Rettig. Der FC St. Pauli sei seit vielen Wochen auf verschiedenen Ebenen zu dem Thema aktiv, um den Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, zu helfen. „Unser Testspiel gegen Borussia Dortmund, das private Engagement unserer Spieler sowie verschiedenste Aktionen unserer Fans und Abteilungen für die Flüchtlinge in Hamburg sind Beleg dafür.“

Der FC St. Pauli will zwei signierte Banner mit den Aufschriften „Refugees“ und „Welcome“ von dem Freundschaftsspiel des Hamburger Fußball-Zweitligisten gegen Dortmund (1:2) versteigern. Zur Partie waren 1000 Flüchtlinge eingeladen worden. Kinder aus einer Erstaufnahme-Einrichtung hatten die Mannschaften aufs Spielfeld begleitet. Signiert wurden die Banner unter anderen von BVB-Trainer Thomas Tuchel sowie den Profis Roman Weidenfeller und Sven Bender. Der Erlös der Auktion geht an Projekte der Flüchtlingshilfe.

Man sehe keine Notwendigkeit, an der für alle Clubs freiwilligen Aktion der DFL teilzunehmen, sagte Rettig weiter. Von dem Teilnahmeverzicht habe sein Verein alle Beteiligten vorab informiert.

Das „Wir Helfen“-Logo soll am kommenden Wochenende von den Bundesligisten auf den Trikots getragen werden. Laut Bild-Zeitung soll mit der Aktion gezeigt werden, dass „Schreihälse und Fremdenhasser nicht in unserem Namen grölen“. Seit Beginn der Aktion wird kontrovers diskutiert, denn das Logo macht Werbung für die Boulevardzeitung.

„Bild Hamburg“ fragt auf der Facebook-Seite „Was ist denn da los?“. Die Kommentare unter dem Artikel richten sich gegen die Bild-Zeitung: „Einfach aus dem Grund, da Pauli die Bild nicht unterstützen möchte“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer sagt: „Ich würde auch keine Bild-Aktion auf meinem Ärmel tragen wollen“.

Wie der FC St. Pauli mitteilte, wird sich der Zweitligist am Wochenende nicht an der Bundesliga-Aktion für Flüchtlinge beteiligen. Was ist da denn los?

Posted by BILD Hamburg on  Wednesday, 16 September 2015

Bild-Chefredakteur Kai Diekmann twitterte „Beim FC St. Pauli sind Flüchtlinge nicht willkommen“.

Die Reaktionen auf das Posting fallen deutlich aus:

Beim Thema Flüchtlingshilfe will sich der linksalternative Kiez-Club auf eigene Aktionen konzentrieren. Dafür erntet der Verein Zuspruch in den sozialen Netzwerken. Es wäre nicht das erste Mal, dass der „etwas andere Club“ auch anders tickt. Zuletzt sorgte der FC St. Pauli im August vor dem Gastspiel bei RB Leipzig für Aufsehen, als er auf seiner Homepage das dem Weltkonzern Red Bull ähnelnde RB-Logo entfernte. Der Konzern sponsort den Zweitligisten massiv und steht dafür in der Kritik. Dort stand dann nur noch schlicht Leipzig. „Wir behalten uns das Recht vor, in eigenen Publikationen unsere Sicht der Dinge kundzutun - egal, ob Kritik oder Lob“, teilte der Verein damals mit.

Und auch der FC St. Pauli schildert die eigenen Beweggründe.

Am Donnerstag gab auch Ligakonkurrent Union Berlin bekannt, an der Aktion nicht teilzunehmen. Auch die Fans von Borussia Dortmund und Schalke 04 wünschen sich von ihren Vereinen einen Verzicht auf die Bild-Kampagne. Das berichtet derwesten.de.

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