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50 Geburtstag : FC Hansa Rostock: Ein halbes Jahrhundert Leidenschaft

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Krise statt pompöser Feier: Die Veranstaltung zum Jubiläum wurde verschoben. Die Zukunft des Traditionsvereins steht in den Sternen.

Rostock | Den 50. Geburtstag des FC Hansa haben sich Verantwortliche und Anhänger anders vorgestellt. Der Fußball-Drittligist steckt in der Krise. Selbst die für heute geplante Jubiläumsfeier „Hansa forever“ wurde verschoben. Die Zukunft der Kogge ist ungewiss. Dabei hatte sich der am 28. Dezember 1965 durch die Herauslösung der Fußball-Abteilung aus dem SC Empor Rostock gegründete Verein nach der Wende den Ruf als „Leuchtturm des Ostens“ erarbeitet.

Mit der Geburtsstunde kommt der Erfolg: In der Saison 1967/68 werden die Rostocker Vizemeister der DDR-Oberliga. Spieler wie Herbert Pankau, Gerd Kische oder Joachim Streich dominieren zu dieser Zeit an der Küste – sowie in den DDR-Auswahlteams. Den Tiefpunkt erreicht der Verein mit dem Abstieg 1975. Der Club verkommt zu einer „Fahrstuhlmannschaft“. Zu Beginn der Achtziger kann sich die Kogge im unteren Mittelfeld der Oberliga etablieren. Doch 1985/86 folgt der fünfte Abstieg.

Der sportliche Höhenflug beginnt während politischer Ungewissheit. Am 4. Mai 1991 sichert sich der Club mit zwei Toren von Hansa-Ikone Juri Schlünz die letzte NOFV-Meisterschaft und damit einen Platz in der ersten gesamtdeutschen Bundesliga. Vier Wochen später folgt mit dem Pokalsieg das erste Double der Vereinsgeschichte. Vater des Erfolgs: West-Trainer Uwe Reinders. 1991/92: Hansa legt mit drei Siegen in Folge – unter anderem 2:1 bei Bayern München – einen sensationellen Start hin. Weitere Höhepunkte: Europacup-Duell mit dem FC Barcelona (0:3, 1:0). Hansa fliegt in der ersten Runde des Landesmeister-Pokals raus und steigt am Saisonende aus der 1. Liga ab.

Mit Trainer Frank Pagelsdorf gelingt 1995 die Rückkehr und es folgen zehn Jahre Erstklassigkeit. Denkwürdig der 29. Mai 1999 mit dem Wunder von Bochum. Slawomir Majak rettet Hansa mit dem 3:2. Überragend Oliver Neuville, der mit einem halb abgerissenen Ohr unermüdlich ackert.

Doch 2005 mit Platz 17 und 30 Punkten folgt erneut der Abstieg in die Zweitklassigkeit. 2010 sogar der Sturz in die 3. Liga. Unter Trainer Peter Vollmann und Manager Stefan Beinlich gelingt der direkte Wiederaufstieg, doch der erneute sportliche Absturz ist nicht aufzuhalten. Finanzielles Bangen wird für Hansa Normalität, Benefizspiele sollen Abhilfe schaffen: Erst kommen die Bayern und dann kickt Rapper Marteria gegen Hansa-Ikone „Paule“ Beinlich.

2014/15 folgt eine verkorkste Saison. Am letzten Spieltag rettet sich Hansa, mithilfe von Rot-Weiß Erfurt. Im Mai wird auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung die Ausgliederung der Lizenzabteilung beschlossen – Partner ist Rolf Elgeti. Vereinsinterne Zerwürfnisse sorgen im November dieses Jahres für eine neue Führung – Aufsichtsrat und Vorstand – des Clubs. Und die geplante Ausgliederung wird aufs nächste Jahr verschoben (17. Januar). Doch auch sportlich läuft es nicht rosig für den Traditionsverein. Der Trainerwechsel von Karsten Baumann zum Ex-Hanseat Christian Brand soll die Wende bringen. Nach vier Punkten aus zwei Spielen „überwintert“ der einstige Bundesligist wenigstens auf einem Nichtabstiegsplatz.

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erstellt am 28.Dez.2015 | 16:43 Uhr

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