Erleichterung beim VfB spürbar

Avatar_shz von
07. November 2011, 09:05 Uhr

Die Erleichterung war den Akteuren anzumerken. Die Serie von acht Spielen ohne Sieg ist endlich Geschichte. "Na klar. So ein Sieg tut dann schon gut", sagte Verteidiger Sven Schaffrath, auch wenn er das Wort Krise eigentlich nicht in den Mund nehmen wollte. "In den letzten Wochen war ja auch nicht alles schlecht", meinte er. "Wir sind als Mannschaft schon reifer geworden. Es haben zuletzt einfach die Ergebnisse gefehlt. Aber genauso wie wir das nicht überbewerten, sollten wir heute den Sieg nicht zu hoch hängen." Der 27-Jährige weiß aber: "So ein Sieg hilft dann natürlich auch, gerade bei dem ganzen Gerede im Umfeld. Letztlich wird man immer an Ergebnissen gemessen."

Das positive Ergebnis in Hamburg empfanden die Akteure als gerecht. "Das frühe Tor hat uns da auch einfach mal gut getan", vermutete Schaffrath. "So ein Erfolgserlebnis hat uns in den letzten Wochen immer gefehlt." Das sah auch Torschütze Domagoj Duspara so. "Zuletzt mussten wir immer einem Rückstand nachlaufen. Mit dem 1:0 war es einfacher, dann auch die nötige Stabilität zu bekommen und sich in das Spiel reinzukämpfen." Jenes 1:0 war auch für den Kroaten etwas Besonderes. "Das ging alles so schnell", konnte er sich gar nicht so genau an die Entstehung des Treffers erinnern. Nur bei einem war er sich sicher: "So schnell habe ich noch nie ein Tor erzielt." 24 Sekunden dauerte es, ehe der Ball im Netz lag.

Anschließend hatte man kaum einmal das Gefühl, der VfB könne in Norderstedt noch Punkte liegen lassen. "Der HSV war fußballerisch durchaus gut", hatte Schaffrath ausgemacht. "Aber denen fehlte der Zug nach vorn. So haben wir das defensiv insgesamt gut gemacht." Auch HSV-Trainer Rodolfo Cardoso sah das so. "Ich mache meiner Mannschaft keinen Vorwurf. Sie hat sich nach dem frühen Gegentor in das Spiel gearbeitet und besser Fußball gespielt als zuletzt. Vorne fehlte natürlich der letzte Pass, die letzte Konsequenz. Aber die Leistung war besser als in den letzten beiden Mannschaften."

Mit dem Erfolg im Rücken, der die Lübecker zumindest schon einmal von den gefühlten Abstiegsplätzen (die es in dieser Saison ja gar nicht gibt) herunter brachte, wächst dann auch wieder die Hoffnung, dass es wieder in angenehmere Tabellenregionen gehen könnte. "Auf jeden Fall gehen wir jetzt mit mehr Selbstvertrauen in das Spiel gegen Wilhelmshaven", sagte Duspara. Auf das Duell mit dem Tabellenletzten, der immerhin zwei seiner letzten drei Spiele gewann, freuen sich die Grün-Weißen. "Das ist ein Freitagspiel, und das ist immer noch eine besondere Atmosphäre auf der Lohmühle", sagte Nils Lange. Mit dem neuen Selbstbewusstsein soll es dann weiter aufwärts gehen. "Wir wollen da anknüpfen", sagt Duspara, "und wir haben in den letzten Wochen auch gesehen, dass wir jeden Gegner ernst nehmen müssen." Gelingt auch am Freitag ein Sieg, wäre aus der Negativserie schnell eine positive geworden - den Lübeckern winkt dann das vierte Spiel in Folge ohne Niederlage. So schnell kann die Perspektive wechseln...

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen