Sparda Bank-Cup 2018 : Eike Wenzel – der Mann, der Ailtons „Hammer“ trotzte

„Mister Eisenhart“: Eike Wenzel (li.) rückte beim Flensburger Hallenturnier unfreiwillig ins Rampenlicht – und bestand seine schmerzhafte Prüfung mit Bravour.
Foto:
„Mister Eisenhart“: Eike Wenzel (li.) rückte beim Flensburger Hallenturnier unfreiwillig ins Rampenlicht – und bestand seine schmerzhafte Prüfung mit Bravour.

Als ein Ball von Ailton ihn trifft, behält Wenzel die Kontrolle – auch über sein Bier. Dass alle Augen auf ihn gerichtet waren, wusste er nicht.

von
16. Januar 2018, 19:16 Uhr

Flensburg | Norddeutsch. Unaufgeregt. Cool. Wie lebt es sich denn so als Internet-Star, Eike Wenzel ? Mit ein paar Kumpels wollte der 29-Jährige am Sonntag ein bisschen Hallenfußball gucken. „Das sind alles Werder-Fans, die haben mich gefragt, ob ich mitkomme“, sagt Wenzel.

Er kam mit – und hat jetzt bundesweite Berühmtheit erlangt, dank eines 45 Sekunden langen Videos von Sport1 vom Legenden-Hallenturnier um den Sparda-Bank-Cup in der Flens-Arena. Es zeigt, wie Wenzel „abgeschossen“ wird. Mit zwei Bierbechern in der Hand geht er gerade die Treppe herunter, als ein verirrter Schuss von Ailton auf seinem Körper einschlägt. „Kein Volltreffer – aber viel hat nicht gefehlt“, sagt Wenzel und lacht. „Ich habe den Schuss nicht kommen sehen“, so der Metal-Fan, der Härte im Sport gewohnt ist: Er spielt in der Offense Line bei den Flensburg Sealords Football.

Seine Reaktion auf den „Einschlag“ ist sensationell. Er zuckt kurz, behält aber komplett die Kontrolle – und die Bierbecher in der Hand. „Drei Tropfen sind mir über die Hände gelaufen, das war’s. Was hätte ich machen sollen? Etwa die Treppe runterfallen?“, fragt Wenzel ganz trocken. Eigentlich will er sich nach überstandener „Attacke“ direkt wieder setzen – aber die Umsitzenden und auch der Hallensprecher haben die Situation aufmerksam verfolgt und feiern den entspannten Norddeutschen. „Irgendwas musste ich ja machen, also hab’ ich mal in die Runde gegrüßt“, sagt Wenzel ganz entspannt.

Dass TV-Kameras auf ihn gerichtet sind, weiß er zu diesem Zeitpunkt nicht – aber er bekommt es schnell mit. Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken überschlagen sich. Der Sport1-Kommentator feiert den „knallharten Zuschauer“, tituliert ihn als „Mister Eisenhart“ und lobt: „Großer Auftritt von Dir, echt cool geblieben, sehr souverän.“ Auf einer Internet-Seite wird die Szene kommentiert: „Germans protect their beer in every case.“ (Deutsche schützen ihr Bier in jedem Fall).

Und Wenzel selbst? Der versteht den Hype um ihn nicht ganz und nimmt’s gelassen. „Tja Kinners . . . so einfach kommt man ins Fernsehen“, kommentiert er auf seiner Facebook-Seite lakonisch. Mit bleibendem Ruhm rechnet er nicht: „Das ist ein Internet-Phänomen, das ist übermorgen vorbei.“

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen