Fussball-Kolumne : Dussel-Dorf, Volks-Park, Stück-Werk

Das Volksparkstadion. Steht nächste Saison wieder ein Sponsor am Dach?

Das Volksparkstadion. Steht nächste Saison wieder ein Sponsor am Dach?

Sport-Chef Jürgen Muhl schreibt in seiner Kolumne über Aktuelles aus den Fußball-Ligen.

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14. Januar 2019, 15:35 Uhr

Lachnummer: Karneval in Düsseldorf. Etwas verfrüht und zugleich mit jämmerlichen Wesenszügen. Die Ereignisse bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf, der zur Halbzeit mit 18 Punkten auf einem beachtlichen Nichtabstiegsplatz überwintert, sind bester Stoff für eine Bundesliga-Glosse. Am Freitagabend hieß es, der Vertrag mit Trainer Friedhelm Funkel laufe im Sommer aus und werde nicht verlängert. 24 Stunden später kam die Kehrtwende.

Verantwortlich für das Chaos ist der Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer, der eigenmächtig die Zusammenarbeit mit dem bei Fans und Sponsoren gleichermaßen beliebten Aufstiegstrainer zum Saisonende aufgekündigt hatte und anschließend von seinem Aufsichtsratsboss zurückgepfiffen wurde. Nach der Rolle rückwärts hat man sich nun doch zu einer Vertragsverlängerung im Falle des Klassenerhalts, wie von Funkel vorgeschlagen, durchgerungen.

Funkel, der mit seiner Mannschaft Spitzenreiter Borussia Dortmund die bislang einzige Niederlage zufügte und in der Auswärtspartie bei Bayern München ein 3:3 feiern konnte, genießt ein hohes Ansehen in der Stadt. Für Vereinschef Schäfer könnte es eng werden. Ganz Düsseldorf fordert seine Ablösung – und die von Sportchef Lutz Pfannenstiel gleich mit. Der Weltenbummler ist erst seit fünf Wochen im Amt und schon jetzt verbrannt.

Die Bundesliga ist um eine Episode reicher in ihrer langen Geschichte. Die Posse um das goldene Steak von Bayerns Skandalprofi Franck Ribery kann da nicht mithalten. Die dusselige Düsseldorfer Geschichte hat gewonnen. Gegen die Bayern. Immerhin.

Bleibt Klaus-Michael Kühne dem HSV treu?

Spannung: Macht Klaus-Michael Kühne nun doch als Geldgeber beim HSV weiter? Das wird sich bald zeigen. Am Mittwoch ist Hauptversammlung der HSV Fußball-AG, Kühne hat sein Kommen angekündigt. Verständlich, besitzt er doch als Gesellschafter mehr als 20 Prozent der Anteile. Darüber hinaus geht es um die Namensrechte am Volksparkstadion, der Vertrag mit Kühne läuft im Sommer aus. Zur Erinnerung: Die Arena heißt wieder Volksparkstadion, weil der Milliardär dafür pro Jahr vier Millionen Euro zahlt. Ein nobler Zug von Kühne, der damit verhindert hat, dass ein anderes Unternehmen die Namensrechte erwirbt, und die Arena mit einer Firmenbezeichnung vermarktet wird.

Fakt ist: Der HSV braucht dieses Geld dringend, steht doch 2019 auch die Rückzahlung der Fananleihe an. Mit sechsprozentiger Verzinsung sind allein das mehr als 20 Millionen Euro. Noch fehlt dieses Geld.

Stadionprobleme: Holstein Kiel setzt seine Stückwerk-Bautätigkeit im Stadion fort. Für mehr als vier Millionen Euro wird in der Ostkurve eine Stahlrohrtribüne als Übergangslösung aufgestellt. Da auch auf der Haupttribüne der Beton bröckelt, und zudem weitere Teile des Holstein-Stadions nicht mehr zeitgemäß sind, bleibt die Frage, warum die Stadt als Eigentümerin nicht ein neues Stadionprojekt in Angriff nimmt.

Holstein investiert weiter auf fremdem Grund und Boden und läuft mit seinem Stadion der Konkurrenz hinterher. Diese Art der Flickschusterei kann kein Zukunftsmodell sein.

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