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Dritte Liga : Risikospiel in Kiel: Holstein gewinnt 2:1 gegen Hansa Rostock

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Holstein Kiel ist dem Aufstieg in die 2. Liga weiter nähergekommen. Die Polizei hatte alle Hände voll zu tun.

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2017 | 13:34 Uhr

Fußball-Drittligist Holstein Kiel hat am Samstag mit einem 2:1 (2:0) gegen Hansa Rostock den elften Heimsieg der Saison gefeiert und ist dem Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga ein weiteres Stück nähergekommen. Kingsley Schindler (3. Minute/Foulelfmeter, 37.) erzielte vor 9912 Zuschauern im Holstein-Stadion die Tore für das Team von Trainer Markus Anfang, das nun schon elf Spiele in Folge nicht mehr verloren hat. 

Zwei Runden vor Schluss liegen die „Störche“ auf dem direkten Aufstiegsrang zwei nur einen Punkt hinter Tabellenführer MSV Duisburg und mindestens vier vor den Verfolgern. Marcel Ziemer (63. Minute) traf für das Team von Trainer Christian Brand, dessen Ligaverbleib bereits vor der Partie feststand.

Mit dem frühen Führungstor erwischten die Kieler einen Auftakt nach Maß. Schindler verwandelte einen von Hansas Abwehrchef Matthias Henn an Holstein-Angreifer Marvin Ducksch verursachten Strafstoß eiskalt.

Dann traf der gefährlichste Kieler Offensivmann mit einem strammen Schuss von der Strafraumgrenze zu seinem mittlerweile zwölften Saisontor.

Die Rostocker hatten in Sachen Offensive zum Leidwesen der rund 2300 mitgereisten Schlachtenbummler nichts zu bieten. Daran änderte sich auch nach dem Wiederanpfiff nicht wirklich etwas. Lediglich Ziemer stand einmal goldrichtig und setzte zum Ehrentreffer ein.

Rostocker Fans wollten den Gästeblock stürmen - Polizei setzt Wasserwerfer ein

Am Rande der von der Polizei als Risikospiel eingestuften Partie kam es zu mehreren Zwischenfällen. Etwa 2200 Rostocker Anhänger nach Polizeiangaben waren Samstag nach Kiel gekommen, um ihr Team zu unterstützen.

Im Vorfeld der Begegnung kam es am Schwentinentaler Bahnhof nach jetzigem Ermittlungsstand der Polizei zu einem Raub von Fanutensilien und einer Körperverletzung durch Rostocker Fans. Ein Tatverdächtiger konnte aufgrund der guten Personenbeschreibung beim Betreten des Holsteinstadions vorläufig festgenommen werden. Die Ermittlungen bezüglich der weiteren Täter dauern an.

Während des Bus-Transports zum Stadion beschädigten Rostocker Anhänger mehrere Scheiben eines Shuttle-Busses. Weitere Sachbeschädigungen konnten durch die eingesetzten Polizeikräfte verhindert werden, heißt es.

Ein Teil der Rostocker Fanszene versuchte kurz vor Spielbeginn, den Eingangsbereich des Gästeblocks zu stürmen, und sich so Zutritt zum Stadion zu verschaffen. Ein größerer Kassensturm konnte durch den schnellen Einsatz eines Wasserwerfers und das sofortige Zusammenziehen von Polizeikräften verhindert werden. Die Polizei setzte bei diesem Vorfall auch Pfefferspray ein, 14 Personen ließen sich anschließend medizinisch versorgen.

Im Verlauf der zweiten Halbzeit geriet der Toilettencontainer im Gästebereich in Brand. Die Feuerwehr konnte das Feuer schnell unter Kontrolle bringen. Eine Gartenlaube eines angrenzenden Kleingartengeländes ging während des Spiels in Flammen auf. Ob zwischen diesem Brand und dem Fußballspiel ein Zusammenhang besteht, wird derzeit geprüft.

Nach Spielende konnten die eingesetzten Raumschutzkräfte vier Tatverdächtige festnehmen, die zuvor einem Holstein-Fan den Fanschal gestohlen hatten.

„Der Einsatzverlauf hat leider erneut bewiesen, dass die Polizei bei Risikospielen mit erheblichem Kräfteansatz vor Ort sein muss, um Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Fangruppierungen zu verhindern und um allen Besuchern einen möglichst friedlichen Stadionbesuch zu ermöglichen“, sagte Einsatzleiter Frank Matthiesen nach Spielende.

Die überwiegende Mehrheit der insgesamt etwa 9500 Zuschauer verhielt sich vor, während und nach dem Spiel ruhig und unauffällig.

Das Spiel im Fupa-Ticker zum Nachlesen:

 
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