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Neue Regeln im DFB-Pokal : Dortmund gegen Wolfsburg: Die Sache mit der Europa League

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Bielefeld hatte gegen den VfL keine Chance im Halbfinale des DFB-Pokals. Dortmund ist trotzdem noch nicht für Europa qualifiziert. Schuld sind neue Regeln.

Bielefeld | Arminia Bielefeld ist kein Pokalschreck mehr. Nach spektakulären Siegen gegen mehrere Bundesligisten hieß die Endstation für den Verein im Halbfinale des DFB-Pokals am Mittwochabend Wolfsburg. Die Niedersachsen waren zwar gewarnt - zuletzt scheiterte Mönchengladbach gegen den Drittliga-Spitzenreiter -, aber eine Überraschung war der Finaleinzug nicht. Ein Scheitern gegen Bielefeld war beim Bundesliga-Zweiten nicht vorgesehen.

Und so richtete Trainer Dieter Hecking nach dem deutlichen 4:0 (2:0) am Mittwoch sogleich den Blick auf das Duell mit Borussia Dortmund am 30. Mai: „Es wird ein emotionales Finale mit dem Abschied von Jürgen Klopp. Wir werden aber alles tun, um den Pokal zu holen.“

Gleiches gilt natürlich für den BVB. Mittelfeldspieler Jakub „Kuba“ Błaszczykowski postete in der Nacht nach dem Triumph über die Bayern dieses Foto auf Facebook. Neben ihm: Trainer Jürgen Klopp (links) und Torwart Mitch Langerak.

Die beiden Finalisten sehen sich aber bereits vor dem 30. Mai wieder. In der Bundesliga treten sie am 33. Spieltag gegeneinander an. Wolfsburg kann das Spiel womöglich locker angehen. Sehr gut möglich, dass den Niedersachsen die Vizemeisterschaft dann nicht mehr zu nehmen ist. Für Dortmund könnte die Bundesligapartie hingegen von entscheidender Bedeutung sein.

Der Grund: Es gibt neue Regeln für den DFB-Pokal. Nur der Pokalsieger ist automatisch für die Europa League qualifiziert. Anders als in den Vorjahren, schafft der Pokal-Vize nicht mehr den Sprung nach Europa, wenn der Sieger schon in der Bundesliga sein Ticket für die Champions League oder Europa League gebucht hat. Das trifft auf Wolfsburg zu. Der Verein wird wohl in der Königsklasse antreten. Gewinnt der VfL das Pokalfinale, schafft nun der Tabellensiebte den Sprung in die Europa League.

Der BVB ist momentan Achter der Tabelle. Vor den Borussen liegt Hoffenheim. Und auch Bremen schielt noch auf Platz 7. Die Bundesligapartie zwischen Dortmund und Wolfsburg könnte also ein vorgeschobenes Finale um den letzten Europa-League-Platz werden. Mitentscheidend wird auch bereits die kommende Partie am Samstag zwischen den Tabellennachbarn Dortmund und Hoffenheim.

Wolfsburg will auch erstmal nichts vom DFB-Pokal hören. „Jetzt legen wir den Pokal zur Seite und wollen den zweiten Platz sichern“, betonte der zweifache Torschütze Maximilian Arnold. Mit einem Sieg am Samstag im Derby gegen den abstiegsbedrohten Rivalen Hannover 96 wären die Wölfe diesem Ziel ganz nah. Für dieses Spiel konnten die Wolfsburger gegen Bielefeld am Mittwoch sogar noch Kräfte schonen.

Jungstar De Bruyne wurde gelbvorbelastet früh ausgewechselt, dazu war das Spiel keine wirkliche Kraftanstrengung. Mit gnadenloser Effektivität trat der Favorit auf.

So war für die Arminia die Pokal-Reise nach den sensationellen Siegen gegen die Bundesligisten Berlin, Bremen und Gladbach an der vorletzten Hürde gestoppt. „Man kann nicht davon ausgehen, dass wir alle vier Wochen einen Bundesligisten rauswerfen“, sagte Arminia-Coach Norbert Meier.

Gefeiert wurde trotzdem. Minutenlang stimmten die Arminia-Fans nach dem Spiel Gesänge an. Florian Dick sprach von „Gänsehaut“-Atmosphäre und Trainer Norbert Meier betonte: „Das hat sich die Mannschaft in den letzten Wochen erarbeitet.“ Für die Bielefelder geht es ab jetzt nur noch um die Zweitliga-Rückkehr, bereits am Samstag könnte gegen den Zweiten Holstein Kiel der vorentscheidende Schritt gelingen. „Wir haben noch ein Ziel. Wir sind Tabellenführer, aber wir sind noch nicht durch“, sagte Dick.

Zweimal Arnold (8. und 54.), Luiz Gustavo (31.) und Ivan Perisic (51.) machten vor 26.137 Zuschauern in der ausverkauften Schüco-Arena den zweiten Final-Einzug perfekt. 1995 hatte der VfL beim bisher einzigen Finale 0:3 gegen Gladbach verloren. „Das ist ein großer Moment für die Mannschaft, den VfL und die Stadt Wolfsburg. Es ist sensationell, dass wir das geschafft haben. Das Finale gibt dem Club einen unglaublichen Schub“, sagte Manager Klaus Allofs.

Zurück nach Dortmund: Der Verein verliert einen weiteren Schlüsselspieler. Nach Mario Götze und Robert Lewandowski, die in den vergangenen beiden Jahren zum FC Bayern gewechselt waren, kehrt Ilkay Gündogan dem BVB spätestens im Sommer 2016 den Rücken. Alle Versuche, den 24 Jahre alten Mittelfeldstrategen zum Bleiben zu bewegen, schlugen fehl. „Gündogan hat sich entschieden, seinen bis zu diesem Zeitpunkt gültigen Vertrag beim achtmaligen Deutschen Meister nicht zu verlängern“, hieß es am Donnerstag in einer nur vierzeiligen Presseerklärung des Fußball-Bundesligisten. Der Revierclub ließ offen, ob es bereits in diesem Sommer zu einer Trennung kommt. Das gilt jedoch als wahrscheinlich.

Dem Vernehmen nach liegt der Borussia aber noch immer keine Offerte eines anderes Clubs vor. Zuletzt waren Manchester United und der FC Bayern als mögliche neue Arbeitgeber des Edeltechnikers gehandelt worden. Die dabei kolportierte Ablöse in Höhe von 30 Millionen Euro erscheint angesichts der nur noch einjährigen Vertragslaufzeit jedoch als zu hoch.

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erstellt am 30.Apr.2015 | 11:01 Uhr

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