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Red-Bull-Arena mit 57.000 Plätzen : Doch kein Neubau: RB Leipzig will WM-Stadion kaufen und ausbauen

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Der Aufsteiger sieht seine Zukunft in der Red-Bull-Arena und will investieren. Lange wurde über einen Neubau spekuliert.

shz.de von
erstellt am 22.Dez.2016 | 17:18 Uhr

Am Tag nach der bitteren Lehrstunde beim FC Bayern trösteten die Verantwortlichen von RB Leipzig ihre Fans mit einem besonderen Bekenntnis. Der Bundesliga-Aufsteiger will die Red-Bull-Arena kaufen und ausbauen, Pläne für ein neues Stadion sind vom Tisch. „Die Entscheidung ist ein klares Signal für unsere Fans, den Standort sowie die Stadt Leipzig“, sagte der RB-Vorstandsvorsitzende Oliver Mintzlaff bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Donnerstag.

Seit Sommer 2010 trägt das Stadion den Namen des Hauptsponsors. Es war für die WM 2006 für rund 116 Millionen Euro umgebaut worden und lange Jahre ohne entsprechende Verwendung geblieben. In den vergangenen Wochen und Monaten hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, RB könne in ein neues Stadion umziehen. Geprüft wurden mehrere Standorte.

Am Abend zuvor hatten sich die Vereinschefs und Stadionbetreiber Michael Kölmel auf die Übernahme des ehemaligen Zentralstadions geeinigt. Am Donnerstagmorgen wurde die Absichtserklärung unterschrieben. Natürlich sei auch Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz miteingebunden gewesen. „Er freut sich“, meinte Mintzlaff.

Allerdings muss die Stadt dem Verkauf noch zustimmen. Mintzlaff rechnet mit einer Entscheidung bis Februar nächsten Jahres und machte deutlich, was er und Red Bull erwarten: „Nun liegt es an der Stadt, dem Verkauf zuzustimmen und unsere Bauvoranfrage positiv zu bescheiden.“ Mit den Umbaumaßnahmen wird aller Voraussicht nach frühestens 2018 begonnen werden können. Ziel ist es unter anderem, die Zuschauerkapazität zu erhöhen. Bisher passen 42.558 Besucher in das ehemalige WM-Stadion, 57.000 sollen es nach der geplanten Erweiterung werden.

Über den Kaufpreis wollten sich weder Mintzlaff noch Kölmel konkret äußern. Kölmel meinte allerdings: „Es wäre, glaube ich, blöd, wenn man aus diesem Projekt ohne Gewinn rausgehen würde.“ Von Mintzlaff hieß es mit einem leichten Schmunzeln: „So oft und wie immer“ könne man keine Aussagen treffen. Kölmel wie auch RB seien aber zufrieden.

Schon zu Beginn dieser Woche hatten  die Aussagen von Sportdirektor Ralf Rangnick deutlich darauf hingedeutet, dass der Sensationsaufsteiger trotz derzeit bester Aussichten sogar auf die Champions League im kommenden Jahr an der aktuellen, rund 20 Minuten zu Fuß vom Leipziger Hauptbahnhof entfernt liegenden Spielstätte festhalten würde.

Ein neues Stadion sei nicht unbedingt das, „was wir uns alle wünschen“, hatte Rangnick betont: „Ich finde das Stadion dort, wo es jetzt liegt, fantastisch.“ Auch die Tatsache, dass gegenüber der Arena auf der anderen Seite des Elsterbeckens der Nachwuchs der Leipziger im Trainingszentrum ausgebildet wird, gefällt Rangnick. So hätten die Nachwuchsspieler ihr Ziel immer vor Augen.

Die Vereinsbosse wägten aber auch wirtschaftliche Faktoren ab. Vor allem der im Vergleich zu anderen Clubs eher kleine Hospitality-Bereich soll ausgebaut werden. „Das ist eine wichtige Einnahmequelle, die wir nicht so ausschöpfen, wie wir sie ausschöpfen könnten“, meinte Mintzlaff. Und da Kölmel zudem eine Loge auf Lebenszeit behalten soll, sei die Not, neue Logen zu bauen, sehr groß, meinte Mintzlaff mit einem Augenzwinkern.

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