WDR-Satire : Die Maus nimmt Fußballfloskeln wörtlich

Ohne Frage – ein waschechter Doppelsechser
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Ohne Frage – ein waschechter Doppelsechser

Tor für den WDR – ein Fünf-Minuten-Clip aus der Sendung mit der Maus zur WM macht gerade die Runde in sozialen Netzwerken. Auf urkomische Weise wird darin die Fußball-Fachsprache auf die Schippe genommen.

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24. Juni 2014, 16:07 Uhr

Die Mauer wird dirigiert und der Ball unter die Latte genagelt. Nur zu gern bedienen sich Sportkommentatoren und Fußballkenner solcher Floskeln. Für Unbedarfte klingt das reichlich sinnentleert. Der Dauerbrenner „Sendung mit der Maus“ nimmt Unwissende am Sonntag an die Hand und tut das, was sie schon immer am besten konnte: Erklären.

Herausgekommen ist jedoch keine typische „Sachgeschichte“, sondern ein fünfminütiges Satire-Stück erster Güte. Simpel wie genial ist die Idee, Fußballfloskeln ganz einfach wörtlich zu verstehen. So reinigt Torwart Neuer liebevoll eine Holzkiste mit Seife – ganz klar, er „hält die Kiste sauber“. „Es kann durchaus sein, dass uns die Idee kam, während wir – natürlich ausschließlich zu Recherchezwecken – eine Fußballübertragung im Fernsehen verfolgten“, sagt WDR-Redakteur Joachim Lachmuth.

Die Maus-Macher haben anscheinend alles richtig gemacht – das Video verbreitet sich seit Sonntag wie ein Lauffeuer im Internet. Der Sender bricht dabei gehörig mit dem Schnarch-Image der Öffentlich-Rechtlichen, das Filmchen wird viral. „Die Resonanz deutet darauf hin, dass wir mit der Maus-Lachgeschichte einen Nerv getroffen haben“, sagt Lachmuth. „Der Erfolg liegt vielleicht darin begründet, dass das – obwohl so naheliegend – noch keiner gemacht hat und sicher auch an der liebevollen Umsetzung“, erklärt er sich den großen Anklang.

In Zusammenarbeit mit den Berliner Filmemachern „Datenstrudel“ entstand der Clip bereits kurz vor der WM. So erklärt sich auch die Teilnahme von Marco Reus am mausigen Mini-WM-Finale. Bei der Maus haben diese Filmchen bereits Tradition zu Fußball-Großereignissen: „Schon 2006 hatten wir das Eröffnungsspiel der WM, Deutschland-Costa Rica, gezeigt – und zwar vorab und mit einer sehr speziellen Produktionsmethode. Auf den Film hatten wir damals schon sehr positive Reaktionen erhalten. 2010 zeigten wir dann – ebenfalls vorab – die komplette WM in nur fünf Minuten.“

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