Stars wie Ailton : Die besten Szenen des Sparda Bank-Cups in Flensburg

So sehen Sieger aus: Die Legenden von Bayer Leverkusen mit dem Sparda Bank-Cup.
So sehen Sieger aus: Die Legenden von Bayer Leverkusen mit dem Sparda Bank-Cup.

Jede Menge Unterhaltung beim Legenden-Turnier – das sind die schönsten Bilder vom Sonntag.

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16. Januar 2018, 11:31 Uhr

Flensburg | Er kann’s einfach. Ein, zwei schnelle Schritte, ein paar Wackler und dann der knallharte Abschluss. Tor! Ailton! Und der brasilianische Publikumsliebling ist nicht nur immer noch ein guter Fußballer, sondern auch ein begnadeter Entertainer. „Toni“ hat bestimmt ebenso viele Gesten wie Tricks drauf – wenn er seine Späßchen mit dem Publikum machte, feierte ihn die gesamte Flens-Arena.

Dass es für den 44-Jährigen und seinen SV Werder Bremen beim vom Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z) veranstalteten Legenden-Hallenturnier um den Sparda Bank-Cup nicht zum Sieg reichte, war zu verschmerzen. Bayer Leverkusen stellte die beste Mannschaft des Turniers und nahm die Trophäe verdient mit ins Rheinland. „Tolle Veranstaltung. Wenn wir noch mal eingeladen werden, kommen wir gerne wieder“, lobte Bayer-Spieler Mike Rietpietsch. Auch die Traditionsteams von Holstein Kiel und Werder Bremen würden gern noch einmal in Flensburg auflaufen.

Und weg damit: Stefan Schnoor vom HSV nimmt die Bande zu Hilfe und klärt vor Holstein Kiels Torjäger Dmitrijus Guscinas.
Markus Dewanger

Und weg damit: Stefan Schnoor vom HSV nimmt die Bande zu Hilfe und klärt vor Holstein Kiels Torjäger Dmitrijus Guscinas.

 

2384 zahlende Zuschauer hatten ihren Spaß mit den Legenden. Die können immer noch gut kicken – und sich vor allem gut verkaufen. Kein Foto- und Autogrammwunsch blieb unerfüllt, auch zu einem kleinen „Schnack“ waren die Stars von früher jederzeit bereit. Hätte Ailton für jedes Bild mit ihm nur einen Euro genommen, wäre er vermutlich mit einem vierstelligen Betrag abgereist... Selbst gestandene Erwachsene bekamen beim Anblick ihrer Idole leuchtende Augen.

Ehrgeizig sind die Stars von einst noch immer, aber etwas lockerer lassen sie es doch angehen. Schwer vorstellbar, dass sich vor einem Finale mit aktuellen Profis die Torhüter der beteiligten Teams gemütlich zu einem Schwätzchen zusammensetzen. Und dass Wolfsburger, Hamburger und Leverkusener sich auf eine Zigarette vor der Halle treffen, auch...

„Ich musste mitspielen. Sonst wäre ich nicht mehr aufgestellt worden“, sagte Ex-Nationalspieler Jens Nowotny und grinste übers ganze Gesicht. Das wäre schade gewesen – der 44-Jährige beeindruckte nicht nur mit seinem Stellungsspiel, sondern auch mit präzisen Pässen aus dem Fußgelenk. Eine dieser Vorlagen schmetterte Mitspieler Ioannis Masmanidis quer in der Luft liegend ans Lattenkreuz – das Publikum war begeistert.

Leverkusener, Kölner und Wolfsburger Fans waren eher spärlich vertreten. Hamburger, Kieler und Bremer Anhänger gaben den Ton an. Die HSV-Fans, in der Bundesliga-Saison schwer gebeutelt, genossen jedes Tor ihrer Lieblinge. Tenor: Spieler wie Stefan Schnoor, David Berwecke oder Patrick Hiob würden dem Team von Markus Gisdol auch heute noch gut zu Gesicht stehen.

Werder stand in der Vorrunde schon vor dem Aus. Nach dem 2:4 gegen den VfL Wolfsburg lagen die Grün-Weißen kurz vor Schluss gegen Leverkusen 1:2 zurück. Dann kam Ailton. Defensivarbeit ist unter seiner Würde, er bleibt vorne stehen. Aber seine Mitspieler wissen damit umzugehen, füttern ihren „Toni“ mit Vorlagen. Und er liefert zuverlässig. Mit einem Doppelpack innerhalb von 60 Sekunden drehte er das Spiel, ließ sich feiern. Mag das Trikot auch noch so spannen – er kann’s einfach.

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