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Hamburg gegen Carl Zeiss Jena : Nach Pokal-Aus: So wollen der DFB und Labbadia den HSV bestrafen

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69 Tage nach der glücklichen Bundesliga-Rettung hat sich der Hamburger SV gleich im ersten Pflichtspiel der neuen Saison blamiert und ist sensationell in der 1. DFB-Pokalrunde gescheitert.

Die Hamburger zogen am Sonntag beim Fußball-Regionalligisten FC Carl Zeiss Jena mit 2:3 (2:2, 0:1) nach Verlängerung den Kürzeren und gehen so mit einem ernüchternden Negativerlebnis in den Liga-Start am kommenden Freitag beim FC Bayern München. Die Thüringer träumen derweil von einem Durchmarsch wie in der Saison 2007/2008, als sie erst im Halbfinale mit 0:3 gegen Borussia Dortmund ausschieden.

Bruno Labbadia hat seinen Pokalversagern ein Straftraining verordnet. Der Trainer des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV hat seine Profis am Montag schon um 10 Uhr zu einer ungeplanten Übungseinheit bestellt. 69 Tage nach der glücklichen Bundesliga-Rettung hatte der HSV am Sonntag nahtlos an die teils verheerenden Leistungen der Vorsaison angeknüpft. „Wir haben viele Spieler auf dem Platz gehabt die heute nicht die Körpersprache gezeigt haben. Es ist nicht der Push rübergekommen den wir uns zum Ende der letzten Saison erarbeitet haben. Wir haben es leichtfertig hergegeben. Das ist die größte Enttäuschung“, sagte Labbadia nach der 2:3-Pleite in der Verlängerung.

Außerdem droht dem HSV - wie auch Jena - nach dem Spiel Strafen durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Vor und während der Partie hatten sowohl Hamburger als auch Jenaer Fans Feuerwerkskörper und Rauchbomben gezündet. Die HSV-Anhänger brannten nach dem Schlusspfiff zudem Pyrotechnik ab.

Nach Angaben des polizeilichen Lagedienstes in Erfurt sei die Lage aber insgesamt ruhig gewesen, größere Vorkommnisse habe es nicht gegeben. Zwar waren nach dem Schlusspfiff einige Fans über die Zäune in den Innenraum des Stadions geklettert. Aber die Polizei schritt sofort ein und hatte die Situation schnell unter Kontrolle. Fans aus dem Gästeblock warfen zudem verschiedene Gegenstände auf die Sicherheitskräfte. Dabei wurde ein Ordner am Kopf getroffen und ging kurzzeitig zu Boden.

Vor 13.800 Zuschauern im ausverkauften Ernst-Abbe-Sportfeld sorgten Justin Gerlach (15.), Velimir Jovanovic (58.) und Johannes Pieles (106.) für die große Überraschung, die sich der Viertligist nicht nur aufgrund einer Fehlentscheidung von Referee Frank Willenborg (Osnabrück) verdiente. Denn beim zwischenzeitlichen Ausgleich durch Ivica Olic (48.) hatte der Unparteiische ein Toraus des Balls übersehen, ehe Michael Gregoritsch in der vierten Minute der Nachspielzeit den HSV in die Verlängerung rettete.

Nach der dramatischen Relegation, die am 1. Juni auch erst in der Verlängerung mit dem 2:1-Rückspielsieg gegen den Karlsruher SC glücklich für den Bundesliga-Dino endete, wollen die Hanseaten in dieser Saison möglichst Ruhe haben. Nun sind sie schon in der ersten Pokalrunde gescheitert.

Denn der Favorit, bei dem Kapitän Johan Djourou nach dem Aufwärmen kurzfristig wegen muskulärer Probleme ausfiel, lief schnell einem Rückstand hinterher. Die Gastgeber zeigten, wie von Coach Volkan Uluc angekündigt, keinen Respekt. Das wurde belohnt: Gerlach zog mit einem direkten Freistoß aus rund 30 Metern ab, und der Ball prallte vom rechten Innenpfosten ins Tor.

HSV-Trainer Bruno Labbadia hatte ein 4:3:3-System aufgestellt, in dem auch die Neuzugänge Emir Spahic, Gotoku Sakai und Albin Ekdal gegen den Underdog schnell für klare Verhältnisse sorgen sollten. Doch der HSV kam mit dem Kampfgeist und der hohen Laufbereitschaft des diszipliniert spielenden Gegners nicht zurecht. So sprang für den Bundesligisten in der ersten Hälfte lediglich eine Torchance heraus.

Nach der Pause zogen die Gäste den Nutzen aus einer Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns. Eine Hereingabe von Ivo Ilicevic war bereits im Tor-Aus, was aber ungeahndet blieb. Olic schaltete am schnellsten und zirkelte das Leder ins Tor. Die wütenden Reklamationen der Thüringer blieben ohne Erfolg.

Statt in Schockstarre zu verfallen, setzten die kämpfenden Jenaer den HSV weiter unter Druck. Einen Gegenzug verwandelte Jovanovic zur erneuten Führung. FC-Keeper Raphael Koczor schien mit zwei Glanzparaden (85. und 93. Minute) die Sensation perfekt gemacht zu haben. Aber Gregoritsch sorgte direkt vor dem Abpfiff für die Zusatzschicht. Dieses Mal hatte der HSV das Glück jedoch nicht auf seiner Seite, denn Pieles köpfte den Viertligisten nicht unverdient in die 2. Runde.

Im Netz gibt es sehr viel Häme für die Verlierer.

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erstellt am 10.Aug.2015 | 07:26 Uhr

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