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Viertelfinale im DFB-Pokal am Mittwoch : HSV gegen Mönchengladbach: Das Fan-Duell von shz.de

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Die Hamburger wollen das Bayern-Spiel schnell vergessen und Gladbach im Pokal niederringen. Ob das klappt? Zwei Meinungen.

Der Hamburger SV empfängt am Mittwoch um 18.30 Uhr (live auf Sky) die Borussia aus Mönchengladbach. Beide Teams haben den Pokalsieg als Saisonziel ausgerufen. Wer im Viertelfinale das Rennen macht, darüber gibt es zwei Meinungen in unserer Redaktion.

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Die 0:8-Schmach gegen Bayern München sitzt noch tief und mit Borussia Mönchengladbach kommt das beste Rückrundenteam der Liga in den Volkspark - angst und bange ist mir trotzdem nicht. Denn man weiß ja: Auf keinen Verein in der Bundesliga passt der Werbespruch „Nichts ist unmöglich“ besser als auf den HSV.

Unmöglich erschien es, dass sich der HSV, der in den vergangenen Wochen einen Aufwärtstrend schaffte, der immer munter nach vorne spielte, Torchancen kreierte und diese auch zu nutzen wusste, gegen Bayern vollkommen versagt. Nach dem Desaster erscheint es als unmöglich, dass die Rothosen gegen Gladbach wieder ihr Sieger-Gesicht zeigen und ins Halbfinale vorstoßen. Doch gerade dafür spricht einiges.

Die Fohlen-Elf von Dieter Hecking dürfte nach den Strapazen im Europa-Pokal und einem vollen Spielkalender ausgelaugt sein. Beim HSV sind wider Erwarten alle Spieler fit, inklusive der großen Hoffnung Kyriakos Papadopoulos, der bis zuletzt noch mit einer Schulterverletzung zu kämpfen hatte. „Papa“ könnte wie schon gegen RB Leipzig den entscheidenden Unterschied machen. So wird er sicherlich dafür sorgen, die Viererkette zu stabilisieren - und Gladbachs-Torjäger Lars Stindl kalt stellen. Dass die Gladbacher ihr gefährliches Spiel über die Flügel aufziehen können, werden die HSV-Außen zu verhindern wissen, wenn ihre Mitte, gebildet von Papadopolus und Mavraj, sicher steht.

Die HSV-Spieler waren nach der Bayern-Klatsche am Boden zerstört, doch Trainer Markus Gisdol hatte die beste Medizin parat: Abschottung. Am Dienstag setzte er ein Geheim-Training an, zuvor hatte er gesagt, dass man keine Ausreden zu der Niederlage liefere. Gisdol beherzigte das Motto: Hinfallen, Aufstehen, Weitermachen. Das ist genau richtig.

 

Und vielleicht erweist sich die hohe Niederlage sogar noch als nützlich. Denn nach einer Niederlage in dieser Höhe gegen Bayern vor zwei Jahren, musste der HSV auch gegen Gladbach spielen, am Ende stand es 1:1. Also war alles gar nicht so schlimm.

Und das wird es auch dieses Mal nicht. Schließlich hat der HSV wieder zu Heimstärke zurückgefunden. Die Gladbacher kommen sicherlich mit breiter Brust in die Hansestadt, schließlich haben sie ihre letzten fünf Auswärtsspiele gewonnen. Doch die Fohlen sind vor allem an einem Vorankommen im Europapokal interessiert. DFB-Pokal schön und gut, aber Europa ist dann doch nochmal attraktiver.

Bisher trafen Gladbach und der HSV fünf Mal im Pokal aufeinander, drei Spiele davon gewann der HSV - alle Zuhause. Und es wird wieder gelingen. Daran glaubt übrigens auch Marcel Jansen. Der gebürtige Mönchengladbacher trug den Fohlen-Dress 14 Jahre lang, von 2008 bis 2015 kickte er für den HSV. Im Interview mit der Hamburger Morgenpost war sich der 31-Jährige sicher: „Der HSV packt es“.

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13 Punkte aus den letzten sechs Spielen, dazu ein Sieg im DFB-Pokal und das furiose 2:4 in Florenz in der Europa-League-Zwischenrunde: Borussia Mönchengladbach ist zurück in der Erfolgsspur. Das Achtelfinale im Pokal gegen den Chaos-Club aus Hamburg ist da nur noch Formsache. Die Moral stimmt und mit Lars „Maradonna“ Stindl kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Ja natürlich, der Pokal hat andere Gesetze, wird sich der gebeutelte HSV-Anhang denken. Ein Hoffnungsschimmer nach der Schmach von München. Ja, gegen Bayern kann man verlieren. Aber 8:0? „Aufstehen, Mund abwischen, weitermachen“, lauten die Dauerparolen bei den Hansestädtern. Dazu gibt es Training unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Doch selbst die Achtungserfolge gegen RB Leipzig (3:0) und Leverkusen (1:0) sind nach dem Wochenende Schnee von Vorgestern und können das Bild kaum aufhellen.

Gladbach kann derweil wieder auf André Hahn bauen, bei dem nach einer kleinen Durststrecke am Wochenende der Knoten geplatzt ist. Patrick Herrmann und Rafael, der nach einer Verletzungspause wieder im Aufgebot steht, sind ohnehin immer für ein Tor gut. Und dann sind da noch Spieler wie Mo Dahoud und Jonas Hofmann, die in einem solchen Pokalspiel den Unterschied ausmachen können.

Hinzu kommt die Auswärtsmacht. Das 2:0 in Ingolstadt war zugleich der fünfte Auswärtssieg in Folge. Die Fohlen werden also auch in Hamburg mutig galoppieren. Rückhalt gibt es von rund 3500 mitreisenden Fans. Die paar Angriffe aufs Gladbacher Tor dürfte Yann Sommer entschärfen, der aktuell in bestechender Form ist.

„Das wird ein heißer Kampf. Aber mit der Einstellung, die wir momentan zeigen, und mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung haben wir gute Chancen, auch diese Aufgabe zu meistern“, sagte André Hahn. Richtig. Trotz des Mammutprogramms mit Europa League, Bundesliga und DFB-Pokal dürfte gegen einen HSV, der sich gerade erst wieder aufrappeln muss, ein Sieg schon fast zur Pflicht werden. Denn trotz einer bislang durchwachsenen Gladbacher Saison (acht Siege, fünf Unentschieden, neun Niederlagen) hat die Borussia die Ambitionen, neben dem Sieg des DFB-Pokals auch in der kommenden Spielzeit wieder international zu kicken. Da passt auch Dieter Heckings Aussage von der Pressekonferenz vor dem Spiel: Müdigkeit zählt nicht.

 
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erstellt am 28.Feb.2017 | 20:33 Uhr

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