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„Geiles Ereignis“ in Norderstedt : Fünftligist Barmbek-Uhlenhorst will SC Freiburg aus DFB-Pokal werfen - HSV gegen Jena

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Aus der Onlineredaktion

Ein Gutes hat das Los SC Freiburg für den Barmstedt-Uhlenhorster Torwart: Sie sind „eher schlagbar als Bayern München“.

Norderstedt | Während der Hamburger SV am Sonntag um 14.30 Uhr gegen Carl-Zeiss Jena  sein Pflichtprogramm absolviert, erlebt der der Club Barmbek-Uhlenhorst seine bedeutendsten 90 Minuten. Das große Los hat den Oberligisten nicht getroffen. Doch der Verein wittert seine Chance: Bundesliga-Absteiger SC Freiburg kommt am Sonntag (14.30 Uhr) in der ersten Runde des DFB-Pokals in das Edmund-Plambeck-Stadion in Norderstedt. „Man hätte sich einen anderen Verein gewünscht“, gab Torwart Andre Tholen zu und dachte an Bayern München, Borussia Dortmund oder den HSV. Doch er konnte dem Los auch Positives abgewinnen: „Der SC Freiburg ist ein sympathischer Club und sicherlich eher schlagbar als Bayern München“.

Das Selbstvertrauen der Barmbeker kommt nicht von ungefähr. Die vergangene Saison schloss die defensivstarke Mannschaft auf Platz drei der fünftklassigen Oberliga Hamburg ab. Zudem gewann sie den Hamburger Pokal, der zur Teilnahme am DFB-Pokalwettbewerb berechtigt.

Auch das erste Saisonspiel gegen den Traditionsverein Altona 93 wurde souverän mit 3:0 gewonnen. Folgt nun der nächste Streich gegen die von Christian Streich trainierten Freiburger? „Da müsste alles Glück der Welt zusammenkommen. Wir hoffen einfach auf ein geiles Ereignis“, sagte Kapitän Jon Hoeft, der als Sportvermarkter arbeitet und nebenher modelt. Und Trainer Frank Pieper-von Valtier, hauptberuflich Lehrer, ergänzte: „Wir wollen das Maximale herausholen und uns zumindest nicht abschießen lassen“.

Die Vorfreude auf das Pokalspiel ist groß. Am Donnerstag waren nur noch wenige der 4700 Tickets zu haben. Die Fans der Breisgauer haben ihr Kontingent von 500 Karten aufgebraucht. Die Cup-Einnahmen fließen auch in den Bau der neuen und von der Stadt finanzierten Heimstätte.

Anfang des kommenden Jahres möchte BU das neue Stadion mit rund 1000 Plätzen eröffnen. Das Abschiedsspiel auf dem seit 1925 bestehenden Wilhelm-Rupprecht-Platz, wo neue Wohnungen entstehen sollen, fand gegen Altona statt. Das Stadion erinnerte an die lange Geschichte des Sportvereins. Zum Beispiel an die Saison 1974/1975, als BU in der neu gegründeten 2. Bundesliga eine Spielzeit vertreten war und nach finanziellen Kapriolen bis in die Bezirksliga abstürzte.

Stolz ist der Verein auch auf die Nachwuchsarbeit. Weltmeister Andreas Brehme fing hier im Alter von etwa fünf Jahren mit dem Fußball an und spielte insgesamt 15 Jahre im Verein. „Er war ein auffälliger Spieler“, erinnert sich Betreuer Kay Harries. „Am Samstag spielte er für die A-Jugend, am Sonntag für die Herren-Mannschaft. Er hinterließ überall Eindruck.“ Der Kontakt zur Familie ist nicht abgerissen. Denn Vater Bernd Brehme, der früher den Nachwuchs trainiert hat und selber Spieler war, schaut gelegentlich noch vorbei. Möglicherweise auch am Sonntag, wenn die Barmbeker auf ein großes Fußball-Fest hoffen.

Bundesligist Hamburger SV tritt um 14.30 Uhr beim Nordost-Regionalligisten Carl Zeiss Jena an. Zur gleichen Zeit empfängt der Hamburger Oberligist Barmbek-Uhlenhorst in Norderstedt den Erstliga-Absteiger und aktuellen Zweitliga-Spitzenreiter SC Freiburg. Und Nord-Regionalligist VfB Lübeck fordert mit dem SC Paderborn ebenfalls einen Bundesliga-Absteiger heraus. Der Anpfiff zu der Partie an der Lübecker Lohmühle erfolgt um 16.30 Uhr.

Nach zwei Zitter-Spielzeiten hat Bruno Labbadia beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV Geschlossenheit im Team eingefordert. „Die Mannschaft muss bereit sein, kontinuierlich an und über die Grenzen zu gehen. Wir brauchen auch Geschlossenheit im Verein. Und wir brauchen Ruhe, aber intern auch eine positive Streit-Kultur“, antwortete der HSV-Coach in der „Bild am Sonntag“ auf die Frage nach seinen drei Wünschen für die anstehende Saison.

Von dem erneut erst in der Relegation geschafften Klassenverbleib erhofft er sich positive Effekte in der Gemeinschaft. „Wir sind durch das tiefste Tal gegangen, durch das man gehen kann. Das sollte zusammenschweißen, aber auch motivieren“, glaubt der 49-Jährige. Labbadia kann nachvollziehen, dass nach dem sportlichen Niedergang in den vergangenen Jahren „viele Leute von dem Club genervt waren“. Da habe man „einiges verschlafen“, monierte Labbadia im Rückblick.

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erstellt am 09.Aug.2015 | 12:15 Uhr

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