Frauen-Fußball : DFB trennt sich von Bundestrainerin Steffi Jones

Steffi Jones hatte das Amt der Bundestrainerin nach dem Olympiasieg 2016 ohne jegliche Erfahrung als Cheftrainerin übernommen.
Steffi Jones hatte das Amt der Bundestrainerin nach dem Olympiasieg 2016 ohne jegliche Erfahrung als Cheftrainerin übernommen.

Horst Hrubesch übernimmt vorübergehend die Leitung der deutschen Frauen-Nationalmannschaft.

shz.de von
13. März 2018, 10:50 Uhr

Frankfurt am Main | Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sich von Frauen-Bundestrainerin Steffi Jones getrennt. Für die nächsten beiden Spiele im April gegen Tschechien und in Slowenien werde Horst Hrubesch die Mannschaft übernehmen, teilte der DFB am Dienstag mit.

„Steffi Jones ist von ihren Aufgaben als Trainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft entbunden worden“, teilte der DFB am Dienstag in Frankfurt am Main mit.

Zu dieser Entscheidung sei das DFB-Präsidium bei einer Telefonkonferenz gekommen. Es folgte damit einer Empfehlung des Direktors Nationalmannschaften Oliver Bierhoff sowie des Sportlichen Leiters Joti Chatzialexiou.

Ausschlaggebend für die Beurlaubung der 45-jährigen war wohl das schlechte Abschneiden der deutschen Mannschaft beim Vier-Nationen-Turnier „SheBelieves Cup“ in den Vereinigten Staaten vor sechs Tagen. Die DFB-Auswahl hatte den letzten Platz belegt.

Der Stuhl der Bundestrainerin hatte bereits nach dem Viertelfinal-Aus bei der Frauen-Europameisterschaft im Sommer 2017 gewackelt. Steffi Jones, die das Amt nach dem Olympiasieg 2016 ohne Vorerfahrung als Cheftrainerin von Silvia Neid übernommen hatte, war stark in die Kritik geraten.

Horst Hrubesch soll das Amt vorübergehend übernehmen.
Soeren Stache
Horst Hrubesch soll das Amt vorübergehend übernehmen.

Als Interimslösung für die beiden bevorstehenden Spiele im April gegen Tschechien und in Slowenien wird Horst Hrubesch (66) die Mannschaft übernehmen. Ulrike Ballweg und Thomas Nörenberg werden Assistenten. Hrubesch war 2016 in Rio Coach der deutschen Auswahl der Männer, die bei den Olympischen Spielen Silber geholt hatte.

Der DFB hofft, Steffi Jones in anderer Funktion zu halten

„Steffi Jones ist die Aufgabe als Trainerin mit großem Engagement und Einsatz angegangen, dafür möchte ich ihr im Namen des gesamten Präsidiums sehr herzlich danken. Sie ist und bleibt ein prägendes Gesicht des deutschen Frauenfußballs, und ich würde mich freuen, wenn sie in anderer Funktion dem DFB und dem Frauenfußball erhalten bleibt“, kommentierte DFB-Chef Reinhard Grindel die brisante Personalie.

Die Trainer und Trainerinnen der deutschen Fußballnationalmannschaft der Frauen im Überblick:

Trainer Von ... bis ... Größte Erfolge
Gero Bisanz 1982 bis 1996 Vize-Weltmeister 2005, Europameister 1989, 1991, 1995
Tina Theune 1996 bis 2005 Weltmeister 2003, Europameister 1997, 2001, 2005, Olympia-Dritter 2000, 2004
Silvia Neid 2005 bis 2016 Weltmeister 2007, Europameister 2009, 2013, Olympiasieg 2016, Olympia-Dritter 2008
Steffi Jones seit September 2016 (Vertrag bis 2019) Weltmeister 2003 als Spielerin, Olympiasieg 2016 als Co-Trainerin
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