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Nach Niersbach-Rücktritt : DFB-Interimschef Koch: Beckenbauer muss Fragen beantworten

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Franz Beckenbauer soll sich „intensiver“ in die Aufklärung der WM-Affäre einbringen.

DFB-Interimspräsident Rainer Koch hat im Zuge der WM-Affäre umfassende Antworten von Franz Beckenbauer gefordert. Es sei „höchste Zeit“, dass der damalige Präsident des Organisationskomitees Stellung beziehe, sagte Koch im ZDF. „Wir haben die Bitte, dass er sich intensiver einbringt in die Aufklärung der Vorgänge.“ Beckenbauer hatte vor zwei Wochen vor den externen DFB-Ermittlern ausgesagt, danach zwar einen «Fehler» eingeräumt, aber zumindest öffentlich viele Fragen offen gelassen.

Die Affäre um die WM 2006 in Deutschland hat den bislang mächtigsten Mann des deutschen Fußballs sein Amt gekostet. Wolfgang Niersbach trat am Montag als DFB-Präsident zurück. Er übernehme die „politische Verantwortung“ in diesem Skandal, ohne sich nach wie vor selbst für etwas verantwortlich zu fühlen, erklärte der 64-Jährige nach einer Präsidiumssitzung in Frankfurt am Main.

Der 70-Jährige könne aufklären, was damals genau passiert sei, betonte Koch nun: „Das ist auch die große Bitte der gesamten Spitze des DFB, diese Fragen zu beantworten.“

Koch deutete erneut an, dass bei den Untersuchungen der Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer weitere Erkenntnisse auch zur Vergabe der WM 2006 aufgetaucht seien. „Wir wollen uns nicht mehr auf die Frage des Verbleibs der 6,7 Millionen Euro beschränken, wir wollen uns intensiv mit der Frage beschäftigen, was ist bei der Vergabe der WM 2006 passiert?“, sagte Koch. Es gebe „eine Reihe von Gründen“, zu untersuchen, „was der DFB gemacht hat rund um die Vergabe der WM im Jahr 2000“, sagte Koch. „Es gibt zur Minute keinen Anhaltspunkt, dass die WM tatsächlich gekauft worden ist.“

Die „Süddeutsche Zeitung“ dagegen berichtet, dass bei den internen Ermittlungen im DFB ein brisantes Schriftstück gefunden worden sei. Dabei soll es sich um einen Entwurf für einen Vertrag handeln, der im Jahr der WM-Vergabe 2000 abgeschlossen werden sollte. Dieser Kontrakt mit einem Mitglied der FIFA-Exekutive soll nach Informationen der „SZ“ diesem möglicherweise Vorteile verschafft haben. Das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA hatte sich damals mit 12:11 Stimmen für Deutschland und gegen Südafrika entschieden.

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erstellt am 09.Nov.2015 | 21:07 Uhr

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