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EM-Testspiel : DFB-Elf mit vier Debütanten gegen die Slowakei

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Kimmich, Weigl, Sané und Brandt: Löws Novizen sollen im vorletzten EM-Test den etablierten Kräften noch mal Druck machen. Und für sich selbst werben. Am Dienstag muss der Bundestrainer vier Spieler streichen.

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2016 | 15:47 Uhr

Ascona/Augsburg | Mit einer Spielgarantie für seine Novizen beim vorletzten Test in Augsburg hat Joachim Löw die letzte Phase im Ausscheidungsrennen um die 23 persönlichen EM-Tickets eingeleitet. „Es ist ein guter Test für uns“, erklärte der Bundestrainer am Tag vor dem vorletzten EM-Test der deutschen Nationalmannschaft gegen die Slowakei und forcierte noch mal den Konkurrenzkampf: „Julian Brandt, Julian Weigl und Joshua Kimmich werden auf jeden Fall einen Einsatz bekommen.“ Auch der Schalker Jung-Nationalspieler Leroy Sané soll heute (17.45 Uhr/ ARD) in Augsburg „mindestens 45 Minuten“ mitwirken, kündete nach dem Abschlusstraining in Ascona ein entspannt wirkender Löw an: „Ich möchte es noch mal sehen.“

Nach einer ersten Trainingslager-Woche am Lago Maggiore, mit der Löw „absolut zufrieden“ war, stellt der Weltmeister-Macher gegen den EM-Teilnehmer Slowakei insgesamt 16 Feldspieler und zwei Torhüter auf den Wettkampf-Prüfstand. Löw will das „Wechselkontingent voll ausschöpfen“, so dass 17 Akteure zum Einsatz kommen werden. Der Leverkusener Keeper Bernd Leno wird in Augsburg sein Länderspiel-Debüt geben. Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona soll in der zweiten Halbzeit im Tor stehen, verriet Löw: „Die Besetzung wird Aufschluss geben. Ich möchte einige Dinge sehen.“

Verletzte Spieler trainieren in Ascona

Das Ergebnis der Partie genau zwei Wochen vor dem ersten EM-Spiel des Weltmeisters in Lille gegen die Ukraine ist für Löw „völlig zweitrangig“. Der 56-Jährige möchte weitere Fortschritte in der mannschaftstaktischen und persönlichen Vorbereitung auf das Turnier in Frankreich erkennen. „Alles ist fokussiert auf den Auftakt am 12. Juni. Auch das Training ist darauf abgestimmt“, betonte Löw. So werden nicht nur die um ihren Anschluss ringenden Bastian Schweinsteiger (Knieverletzung), Mats Hummels (Muskelfaserriss), Karim Bellarabi (Muskelzerrung) und Marco Reus (Adduktorenprobleme) in Augsburg fehlen. Auch Manuel Neuer, Mesut Özil und Thomas Müller bleiben in Ascona und sollen dort drei Trainingseinheiten absolvieren.

Das Spiel gegen die Slowakei ist für den Trainerstab die letzte Sichtung vor der endgültigen Nominierung der 23 Spieler für die EM. Vier Akteure muss Löw bis Dienstag streichen. Bisher ist der Bundestrainer von der Jugend-Fraktion durchaus beeindruckt: „Sie machen einen guten, relativ reifen Eindruck, sind technisch sehr versiert, wahnsinnig wissbegierig und im Training absolut konzentriert.“ Löw will für die Neulinge aber „nicht zu großen Druck aufbauen. Sie sollen ihre Lockerheit nicht verlieren, dürfen auch Fehler machen.“ Das Spiel gegen die Slowaken, die von ihrem Spielstil mit dem deutschen EM-Auftaktgegner Ukraine vergleichbar sind, kann auch für einige schon erfahrenere Kräfte durchaus zu einer letzten Chance werden. Der Liverpooler Emre Can, Shkodran Mustafi vom FC Valencia und Wolfsburgs Julian Draxler können sich ebenso wenig sicher fühlen wie Leverkusens Bellarabi.

Götze-Bayern-Konflikt für Löw uninteressant

Ein Nebenschauplatz sorgt derzeit für Wirbel: Es geht um Mario Götze. Joachim Löw will von den Spekulationen und Aussagen um die sportliche Zukunft des 23-Jährigen nichts mehr wissen. „Das interessiert mich nicht mehr“, sagte der Bundestrainer am Samstag zum Götze-Bayern-Konflikt. Der Nationalspieler hatte überraschend klar bekannt, auch in der kommenden Saison seinen Vertrag in München zu erfüllen. Der FC Bayern legte seinem Offensivspieler dagegen einen Wechsel nahe. „Ich habe alles zu Mario Götze und Bayern München gesagt. Grundsätzlich interessiert es mich nicht mehr, dass ein Spieler nach dem Turnier in den Urlaub geht und den Verein wechselt“, betonte Löw. „Das Einzige, was mich interessiert, ist die Leistung beim Spiel und auf dem Trainingsplatz.“

Sein berühmter „Messi-Spruch“ vor der Einwechslung von Götze im WM-Finale 2014 und die anschließende Bekanntmachung sei kein Fehler gewesen, sagte der 56-Jährige gestern auf der Pressekonferenz in Ascona: „Ich bedaure das nicht. Ich habe das damals aus dem Bauch heraus gesagt. In dem Moment war das gut und das Richtige. Ich glaube nicht, dass er deswegen ein Problem bekommen hat.“ Der Bundestrainer hatte Götze bei der Einwechslung ins Ohr geflüstert: „Und jetzt zeig der Welt, dass du besser bist als Messi.“ Anschließend hatte er das Zitat selbst öffentlich gemacht. Götze gelang in der 113. Minute das einzige Tor des Endspiels gegen Argentinien. Danach lief es für ihn vor allem bei den Bayern nicht sonderlich gut. „Mario Götze ist ein Spieler mit vielen Fähigkeiten“, betonte Löw: „Dass er nach so einem emotionalen Moment ein Tief erlebt, ist nichts Ungewöhnliches.“

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