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FIFA-Gala : Cristiano Ronaldo und Lieke Martens sind die Weltfußballer des Jahres

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Aus der Onlineredaktion

Fünfter Coup für Portugals Superstar. Er schließt zu seinem Erzrivalen Lionel Messi auf. Der deutsche Fußball geht bei den Einzel-Auszeichnungen hingegen leer aus.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2017 | 08:22 Uhr

London | Mit einem Küsschen für seine Liebsten feierte Cristiano Ronaldo die nächste große Trophäe. Routiniert nahm Portugals Superstar nach einem weiteren Gala-Jahr seine fünfte Kür zum FIFA-Weltfußballer entgegen. Gut 50 Minuten nachdem der verletzt fehlende Manuel Neuer die Premieren-Auszeichnung als Welttorhüter verpasste, erhielt der 32-Jährige im ehrwürdigen London Palladium von FIFA-Präsident Gianni Infantino die Silber-Trophäe. „Es ist großartig hier zu stehen. Ich bin so glücklich“, sagte Ronaldo in einer kurzen Dankesrede auf der Bühne im edlen, schwarzen Anzug mit weißen Punkten. Augenzwinkernd winkte er seinem Sohn Cristiano Junior und seiner Freundin Georgina Rodríguez im Publikum.

Bei seiner fünften Weltfußballer-Ehrung setzte sich Cristiano Ronaldo vor Lionel Messi und Neymar durch – und egalisierte damit den Rekord seines Erzrivalen vom FC Barcelona. Insgesamt feierte Ronaldo ein kleines Jubiläum: seine zehnte individuelle Saison-Auszeichnung. Zweimal gewann er den Ballon d'Or der Zeitung „France Football“, dreimal wurde er UEFA-Europas Fußballer des Jahres. So erfolgreich war zuvor kein Profi der Geschichte.

Neuer hat gegen Buffon das Nachsehen

„Es ist jedes Jahr das Gleiche“, scherzte Toni Kroos, der selbst in die FIFA-Weltelf gewählt wurde, auf die Frage, was Real-Teamkollege Ronaldo auszeichnet. „Er arbeitet unheimlich hart. Der Erfolg kommt dann natürlich gepaart mit der Qualität, die er hat. Mit dem absoluten Willen, Tore zu machen, ist er unheimlich wichtig für uns.“ Die Trophäe als Weltfußballerin erhielt die niederländische Europameisterin Lieke Martens, die allerdings nicht bei der Gala dabei sein konnte.

Lieke Martens im EM-Viertelfinale gegen Schweden. Die Niederländerin konnte bei der Gala nicht dabei sein.

Lieke Martens im EM-Viertelfinale gegen Schweden. Die Niederländerin konnte bei der Gala nicht dabei sein.

Foto: dpa
 

Der deutsche Fußball ging bei den Einzel-Auszeichnungen dagegen komplett leer aus. Der verletzte Bayern-Keeper Neuer sparte sich den Gang auf Krücken über den grünen Teppich vor dem Theater und war bei der Gala nicht zu sehen. Bei der erstmaligen Vergabe der Auszeichnung für den FIFA-Welttorhüter musste er sich als Zweitplatzierter Gianluigi Buffon von Juventus Turin geschlagen geben.

Weltfußballer-Wahl: Wer stimmte für wen?

RIVALEN

Triumphator Cristiano Ronaldo und sein ewiger Widersacher Lionel Messi schenken sich traditionell nichts. Und auch dieses Jahr verteilten die beiden Superstars, die den Titel des Weltfußballers seit 2008 unter sich ausmachen, ihre Stimmen gezielt am Kontrahenten vorbei. Ronaldo stimmte für seine Real-Madrid-Teamkollegen Luka Modric, Sergio Ramos und Marcelo. Messi vergab Punkte an seine Kameraden vom FC Barcelona, Luis Suárez und Andrés Iniesta. Auf Platz drei setzte der Argentinier immerhin noch Neymar – obwohl dieser für 222 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain abgewandert ist.

BAYERN-STIMMEN

Die Münchner Profis halten zusammen. Manuel Neuer setzt Robert Lewandowski und Arturo Vidal hinter Toni Kroos auf die Positionen zwei und drei. Polens Kapitän Lewandowski gönnt Neuer die Höchstpunktzahl und lässt Vidal auf Platz zwei folgen. Für Kolumbiens James Rodriguez ist Lewandowski immerhin noch Dritter. Arjen Robben schert hingegen aus: Cristiano Ronaldo, Sergio Ramos und Marcelo heißen seine drei Favoriten – kein Bayern-Spieler bekommt einen Punkt.

Auch bei der Wahl des Welttrainers wählt der Niederländer einen anderen Weg: Carlo Ancelotti, zum Zeitpunkt der Abstimmung noch Bayern-Coach, erhält von Neuer (Platz 2), Lewandowski (1) und James (2) Stimmen. Robben votiert dagegen für Sieger Zinedine Zidane, Massimiliano Allegri und José Mourinho.

WELTMEISTER-COACH

Bundestrainer Joachim Löw wählte wie im Vorjahr Kroos auf seinen ersten Platz, gefolgt von Neuer und Neymar.

BVB-ANHÄNGER

Pierre-Emerick Aubameyang scheint einige Fans in Barbados zu haben. Sowohl Coach Mohamed Ahmed als auch Kapitän Mario Harte sehen den Dortmunder Stürmer auf ihrem Top-Platz.

ENGLAND-LIEBE

Von den 24 Nominierten landet der englische Top-Stürmer Harry Kane abgeschlagen auf dem letzten Platz. Aus Montserrat oder von den Britischen Jungfern-Inseln bekommt der Tottenham-Profi immerhin noch Stimmen – aus der englischen Nationalmannschaft hingegen nicht. Weder Nationaltrainer Gareth Southgate noch Kapitän Jordan Henderson setzen Kane auf eine der ersten drei Positionen.

 

Zumindest Kroos durfte sich freuen. Wie 2016 steht der Königsklassen- Champion von Real Madrid in der Top-Elf des Jahres. „Wir hatten eine großartige Saison“, sagte Kroos nach der Abstimmung von mehr als 26.000 Profis. Grundsätzlich sei Fußball ein Team-Sport. „Aber das ist eine Wahl die von Kollegen durchgeführt wird, bei der anerkannt wird, was man geleistet hat. Das ist schon eine schöne Auszeichnung.“ Unter die Top Drei bei der Weltfußballer-Kür schaffte es hingegen erneut kein Schützling von Bundestrainer Joachim Löw. Kroos wurde in dieser Kategorie Siebter, Neuer kam auf Platz 19. Als Kapitän der Nationalmannschaft setzte der Keeper Kroos auf seinen ersten Platz, gefolgt von Robert Lewandowski und Arturo Vidal. Löw votierte für Kroos, Neuer und Neymar. Der Brasilianer kam mit deutlichem Rückstand allerdings nur auf Platz drei.

Steuerhinterziehungen in Millionenhöhe sind kein Thema

Ronaldo erhielt die silberne Trophäe als Krönung seiner erneut herausragenden Saison. Mit zwölf Treffern schoss er Real Madrid zur ersten erfolgreichen Titelverteidigung eines Teams in der Champions League und holte sich die Torjägerkanone. Die Königlichen gewannen mit ihrem Superstar auch die Club-WM und die spanische Meisterschaft. Selbst die schwerwiegenden Vorwürfe der Steuerhinterziehung in Höhe von 14,7 Millionen Euro konnten zumindest seiner fußballerischen Popularität nichts anhaben.

Auch die Auszeichnung für den Welttrainer ging an Real: Nach drei Trophäen als Weltfußballer holte sich Zinédine Zidane dieses Jahr erstmals auch den Preis für den besten Coach. „Das ist ja verrückt“, sagte der Franzose in seiner Dankesrede, die er auf französisch, italienisch und spanisch hielt. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mal eine derart schöne Auszeichnung bekomme.“ Dabei dankte er unter anderen auch Kroos namentlich. Als Welttrainerin wurde die niederländische Europameisterin Sarina Wiegman ausgezeichnet.

So wurde gewählt

Bei der Weltfußballer-Wahl waren zu gleichen Teilen die Stimmen der Spielführer und Cheftrainer von Nationalteams, einer ausgewählten Gruppe von Medienvertretern sowie erstmals auch Fans ausschlaggebend. Bis zum 7. September konnte gewählt werden.

Im Gegensatz zur ersten Auflage konnten die Anhänger von Borussia Dortmund sich nicht den Fan-Award sichern. Statt der nominierten Zuschauer des BVB wurden die Fans von Celtic Glasgow für die Choreo zum Europacup-Jubiläum des schottischen Traditionsclubs prämiert. Die Dortmunder standen unter den Top Drei, weil sie vielen AS-Monaco-Fans nach dem wegen des Bombenanschlags auf den BVB-Bus verschobenen Champions-League-Spiel Unterschlupf geboten hatten. Die Trophäe für das schönste Tor gewann Arsenals Olivier Giroud mit diesem Hackentrick:

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