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2. Bundesliga : Chronische Abschlussschwäche: Der FC St. Pauli und sein Sturm-Problem

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In Aziz Bouhaddouz und Sami Allagui hat Pauli zwei der namhaftesten Angreifer der 2. Bundesliga - doch sie treffen nicht.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2017 | 12:28 Uhr

Hamburg | Es gab mehr als genügend Tormöglichkeiten, um das Spiel beim SV Sandhausen zu gewinnen. Aber am Ende mussten die Zweitliga-Fußballer des FC St. Pauli froh sein, durch den späten Treffer von Joker Jan-Marc Schneider zum 1:1 zumindest noch einen Punkt mitgenommen zu haben. „Wenn wir in Führung gegangen wären, hätten wir das Spiel gewonnen“, sagte Trainer Olaf Janßen. Das aber verhinderte die Abschlussschwäche der Hanseaten. Elf Tore nach elf Spieltagen sind der drittschlechteste Wert der Liga.

 

Auf dem Papier ist der FC St. Pauli im Angriff sehr gut besetzt. Aziz Bouhaddouz war vergangene Saison mit seinen 15 Toren der Hauptgarant für den Klassenerhalt. Im Sommer wurde der Kader mit dem bundesligaerfahrenen Sami Allagui verstärkt. Zusammen galten sie als das vielleicht beste Sturm-Duo der 2. Bundesliga. Das ernüchternde Zwischenfazit nach elf Spieltagen: Allagui hat erst ein Tor erzielt, Bouhaddouz keins.

Der marokkanische Nationalspieler Bouhaddouz schien zu Saisonbeginn Schwierigkeiten mit der Systemumstellung zu haben. In der vergangenen Saison spielte er noch als einzige Spitze. Nun muss er sich die Räume in der gegnerischen Hälfte mit Allagui teilen. Verletzungsprobleme kamen erschwerend hinzu. Aufgrund einer Wadenzerrung verpasste er die letzten beiden Spiele, soll aber im Verlaufe der Woche wieder in das Lauftraining einsteigen.

Allagui hingegen hat alle Ligaspiele absolviert. In Sandhausen bereitete er den Ausgleichstreffer vor. Lediglich ein Tor erzielt zu haben, ist für einen international erfahrenen Stürmer dennoch ein schlechter Wert.

Die großen Namen Bouhaddouz und Allagui waren der Hauptgrund dafür, dass sich der bei St. Pauli unter Vertrag stehende Stürmer Marvin Ducksch zum Ligakonkurrenten Holstein Kiel verleihen ließ. Der im Sommer 2016 verpflichtete Angreifer kam bei St. Pauli nie so richtig an. „Mir fehlte dort das Selbstvertrauen“, sagt er. In Kiel ist das anders. Mit neun Treffern führt er die Torschützenliste der 2.Bundesliga an.

Ob es nicht klüger gewesen wäre, Ducksch in Hamburg zu behalten? Darüber mag Olaf Janßen nicht nachdenken. „Das würde mir nur Energie rauben“, sagt er und spricht dennoch mit Hochachtung von seinem Ex-Spieler: „Man hat das Gefühl, egal was er macht, er geht immer mit ein oder zwei Toren vom Platz. Es war unser Plan, dass er woanders mehr Einsätze bekommt. Dass er so einschlägt, war aber nicht zu erwarten.“ Im Sommer soll Ducksch zurückkehren. In Hamburg steht er noch bis 2019 unter Vertrag. Eine Kaufoption für Kiel existiert laut Janßen nicht. Bis es aber soweit ist, müssen die vorhandenen Stürmer die entscheidenden Tore machen. Am Freitag gegen den FC Erzgebirge Aue besteht dazu die nächste Gelegenheit.

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