Christian Riecks übernimmt Holstein II

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18. März 2013, 08:05 Uhr

Der Tabellenführer der SH-Liga, Holstein Kiel II, hat einen neuen Cheftrainer. Lars Dubau hat aufgrund eines Trauerfalls im engsten Familienkreis den Verein um die sofortige Vertragsauflösung gebeten. Mit dem weithin unbekannten Christian Riecks übernimmt ein 30-Jähriger aus dem Nachwuchsbereich die Aufgabe. Ihm zur Seite steht weiterhin Frank Schlichting als Co-Trainer. Der neue Coach bei der Holstein-Reserve ist neben der Trainertätigkeit als Lehrer an einer Schule in Kiel-Wellingdorf beschäftigt. Christian Riecks, der in der Nähe von Mönchengladbach groß geworden ist, hatte in Nordrhein-Westfalen die U15 und U19 von Union Nettetal trainiert. Zuletzt coachte er bei Holstein Kiel eine Halbserie die U12. Seit dem Sommer fungierte er als Co-Trainer der U15. Christian Riecks stand uns im Interview zum kurzfristigen Wechsel Rede und Antwort.

Herr Riecks, Sie waren zuletzt im "Storchennest" Co-Trainer der U15 von Holstein. Wie kam es zur dem Sprung als Cheftrainer der U23?

Ich habe im Jahr 2009 beim Erwerb der A-Trainerlizenz Michael Schwennicke (Trainer der Holstein U15, Anm. d. Red.) kennen und schätzen gelernt. In meinem Beruf als Lehrer ist unsere Schule Kooperationspartner von Holstein, so kam der Kontakt zu U23-Co-Trainer Frank Schlichting zustande. Ich hatte zwischendurch Gespräche mit Fabian Müller (Leiter des Nachwuchsleistungszentrum von Holstein Kiel, Anm. d. Red.) geführt, wir hatten viel über anstehende Tätigkeiten im Sommer gesprochen. Meine erworbene Trainer-A-Lizenz war dabei schon ein wichtiger Aspekt, auch meine frühere Beschäftigung im Deutschen Fußball-Internat. Die kurzfristige Verpflichtung für die U23 kam tatsächlich etwas überraschend.

Wie hat die Mannschaft den kurzfristigen Abgang von Trainer Lars Dubau aufgenommen und weggesteckt?

Die Mannschaft war natürlich sehr betroffen. Lars war als Trainer, als Typ und auch als Mensch sehr geschätzt. Und natürlich auch überaus erfolgreich. In einigen Gesprächen mit den Spielern haben wir das kurzfristige Ausscheiden natürlich thematisiert.

Sie übernehmen vom Vorgänger eine intakte Mannschaft, die acht Punkte Vorsprung auf Platz zwei hat. Das Ziel kann nur der Meistertitel sein, oder?

Nun, bei uns steht ja mehr die Entwicklung der Spieler im Vordergrund. Wir wollen möglichst viele Akteure an den oberen Bereich heranführen. Mein Ziel ist es, die Mannschaft so einzustellen, dass wir erfolgreich Fußball spielen und Spiele gewinnen. Auch die Tabelle zeigt, dass die Jungs natürlich schon sehr gut sind , aber sie müssen auch noch viel lernen.

Nun treffen Sie mit Ihren erst 30 Jahren bei Holstein II auf Führungsspieler wie Florian Meyer, Timo Nath, Paul Camps oder Fynn Gutzeit? Sehen Sie mit Ihren jungen Jahren Herausforderungen in der Akzeptanz bezüglich Ihrer ersten Trainerstation im Herrenbereich?

Nein, ganz im Gegenteil. Respekt war noch nie eine Sache des Alters. Vielmehr ist die Harmonie sehr gut, das war zuletzt bei meinen Mannschaften immer der Fall. Und natürlich haben wir sehr gute individuelle Fußballer, die auch schon verschiedene Trainer erlebt hat. Und jeder Trainer bringt seine eigene Ideen und Trainerlehren ein. Die ersten Tage haben viel Spaß mit den Jungs gemacht.

Den Norden hat ein neuerlicher Wintereinbruch eingeholt. Wie hat sich unter diesen Voraussetzungen das Training in den letzten Tagen gestaltet?

Winter, ja, leider. Wir haben mit dem vom Schnee freigeräumten Kunstrasenplatz ja immer noch einige Möglichkeiten. Diese Woche haben wir aber auch einen Tag in der Halle trainiert. Und wir hatten auch noch ein internes Spiel gegen unsere U19. Zuletzt standen aber auch gruppentaktische Dinge im Fokus, insofern ging das noch.

Welche Ziele haben Sie sich als Fußballtrainer gesteckt?

Ich bin natürlich froh über die kurzfristige Chance im Herrenbereich. Holstein ist mit seinem Nachwuchsleitungszentrum hervorragend aufgestellt und hat in der Region fast schon eine Monopolstellung. Ich möchte als Trainer natürlich auch vorankommen und der neue Posten in der Schleswig-Holstein-Liga ist dabei der nächste Schritt. Mal gucken, wie erfolgreich wir in den nächsten Wochen sind…

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