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BVB gegen Real Madrid : Jubel trotz Niederlage

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Trotz des Ausscheidens aus der Champions-League ist BVB-Trainer Jürgen Klopp stolz auf seine Mannschaft. Anstatt über die Spieler zu schimpfen, jubelten und feierten auch die Fans ihren Borussen zu. Die Spieler sehen die Niederlage als Motivation.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2014 | 13:11 Uhr

Dortmund | Die Ovationen der Fans rührten Kevin Großkreutz zu Tränen. Mit feuchten Augen stand das Dortmunder Urgestein vor der bebenden Südtribüne und trauerte der vergebenen Chance auf einen denkwürdigen Coup hinterher. Seinem Teamgefährten Mats Hummels ging die Tragödie in Schwarz-Gelb ebenfalls sichtbar nahe. „Wir hätten eine der größten Sensationen der Fußballgeschichte hinlegen können“, klagte der Nationalspieler nach dem 2:0 (2:0) über Real Madrid. Erst der Applaus von den Rängen und die aufmunternden Worte von Jürgen Klopp linderten den Schmerz: „Von einer Million Möglichkeiten auszuscheiden, war das die beste“, befand der BVB-Trainer.

Wieder einmal sorgte die Borussia für eine magische Nacht - wenn auch ohne Happy End. Nur selten wurde ein Abschied von Europa so bejubelt. Auch Minuten nach dem Abpfiff verließ kaum ein Zuschauer das Stadion. Stehend feierten die Fans ihr Team, das nach dem 0:3 vor einer Woche im Hinspiel brillant aufspielte. Bei aller Enttäuschung über das Viertelfinal-Aus empfand Hummels auch Stolz: „Ich glaube nicht, dass die Spieler von Real schon einmal so an die Wand gespielt wurden wie heute in der 1. Halbzeit. Von diesem Abend werde ich noch lange erzählen, auch wenn ich selbst mal Kinder haben sollte.“ 

Nach zwei frühen Treffern von Marco Reus (24./37.) schien die Borussia einem weiteren Champions-League-Wunder nahe. „Alles war angerichtet für ein zweites Malaga. Nur das dritte Tor hat gefehlt“, kommentierte Mittelfeldspieler Oliver Kirch mit Bezug auf den unvergessenen Last-Minute-Sieg im letztjährigen Viertelfinale des Wettbewerbs über den FC Malaga.

Der famose Auftritt im zweiten Duell mit Real stellte die beim Hinspiel beschädigte Reputation als internationales Spitzenteam wieder her. „Der BVB erteilt Real eine Lektion. Unerfahrene Jungs wie Großkreutz und Mchitarjan bringen die Madrilenen an den Rand des Abgrunds“, kommentierte die spanische Zeitung „El Pais“. Auch „El Mundo“ brachte die gestiegene Wertschätzung für den Revierclub in pathetischen Worten zum Ausdruck: „Real überlebt eine Nacht des Schreckens. Eine überwältigende Borussia lässt die Weißen in der ersten Halbzeit zerschmelzen.“ 

Obwohl in Nuri Sahin und Sokratis zwei weitere angeschlagene Leistungsträger geschont wurden, begeisterte die Notelf. „Aus diesem Spiel musst du ein Video machen und es allen Mannschaften zeigen, die ein 0:3 aufholen müssen. Es war ein großartiger Auftritt einer großartigen Mannschaft“, schwärmte Klopp. Vor allem Marco Reus drehte mächtig auf. Kritiker, die dem Nationalstürmer noch vor wenigen Wochen schwindende Form attestiert hatten, sind mittlerweile verstummt. Nach auskurierter Verletzung ist Reus wieder ganz der Alte: „Ich hatte mir in dieser Verletzungspause vorgenommen, stärker zurückzukommen.“ 

Wie es sich für ein funktionierendes Kollektiv gehört, kam keinem der Profis ein Wort der Kritik an Henrich Mchitarjan über die Lippen.

Und das, obwohl die seit Wochen anhaltende Abschlussschwäche des 26 Millionen Euro teuren Neuzugangs den BVB um den verdienten Lohn brachte. Gleich dreimal vergab der Armenier aus vielversprechender Position und war am Ende untröstlich: „Ich möchte mich bei meinen Mitspielern entschuldigen.“ Tröstend nahm Trainer Klopp den Edeltechniker in den Arm und fand wenig später aufmunternde Worte: „Er hat großartig gespielt. Szenen wie diese, hat jeder Fußballer schon mal erlebt.“ 

Das Aus schmerzte, machte aber Lust auf mehr. Nur wenige Minuten nach dem Abpfiff äußerte Abwehrchef Hummels den Wunsch nach weiteren Champions-League-Abenteuern: „Wir wollen auch im nächsten Jahr unbedingt wieder dabei sein und deshalb möglichst schnell die dafür noch nötigen sechs Punkte holen.“ 

Statt dem zum Saisonende Richtung München scheidenden Robert Lewandowski soll dann Adrian Ramos für Durchschlagskraft im Angriffszentrum sorgen. Nur einer Tag nach der Partie gab der BVB den Transfer des Berliner Torjägers bekannt. Demnach erhält der angeblich rund zehn Millionen Euro teure Kolumbianer einen Vierjahresvertrag.

„Adrian Ramos ist ein ausgezeichneter Fußballer und einer der Top-Torjäger in Deutschland. Er passt bestens in Borussia Dortmunds Anforderungsprofil“, erklärte Sportdirektor Michael Zorc.

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