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Bayern-Piräus, Leverkusen-Borissow : Champions-League: Was Sie vor diesem Spieltag wissen müssen

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Die Bayern können sich den Gruppensieg sichern. Für Leverkusen ist der Verbleib in der Königsklasse komplizierter.

shz.de von
erstellt am 24.Nov.2015 | 12:46 Uhr

FC Bayern gegen Olympiakos Piräus

Mit einem klaren Ziel geht der FC Bayern München am Abend (20.45 Uhr/Sky) in sein 100. Champions-League-Heimspiel. Der deutsche Fußball-Rekordmeister möchte gegen Griechenlands Topclub Olympiakos Piräus nicht nur das Achtelfinalticket lösen, sondern als Zugabe auch den Gruppensieg vorzeitig perfekt machen. „Darum kämpfen wir“, kündigte Trainer Pep Guardiola an.

Wie ist die Ausgangslage?

Bayern und Piräus führen die Gruppe F vor den letzten zwei Spieltagen mit jeweils neun Punkten vor dem FC Arsenal und Dinamo Zagreb (je 3) an. Ein Unentschieden in der Münchner Arena würde dem Spitzenduo den gemeinsamen Einzug in die K.o.-Runde einbringen. Aber die Bayern wollen mehr. „Wir haben den Anspruch, unbedingt gewinnen zu wollen und Erster in der Gruppe zu werden“, sagte Torwart Manuel Neuer. Da die Bayern schon das Hinspiel in Piräus mit 3:0 gewinnen konnten, wäre ihnen Platz eins bei einem Heimsieg aufgrund des dann gewonnenen direkten Vergleichs mit Olympiakos nicht mehr zu nehmen.

Bleibt Bayern so heimstark?

Im eigenen Stadion sind die Bayern eine Macht. Mit 5:0 fertigte der Bundesliga-Tabellenführer Dinamo Zagreb ab, gegen den FC Arsenal gab es zuletzt ein 5:1. Bei jedem der Siege in den letzten sechs Pflichtspielen in der Allianz Arena schossen Thomas Müller und Co. mindestens vier Tore. Auch diesmal soll den 70.000 Zuschauern wieder richtig warm ums Herz werden. „Wir wollen ein gutes Spiel für die Fans machen“, kündigte Abwehrspieler Holger Badstuber an.

Wer kann für Bayern spielen?

Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von David Alaba. Der Österreicher hatte sich beim 3:1-Sieg gegen den FC Schalke 04 am Wochenende am linken Fuß verletzt. „Die Verletzung ist nicht groß“, sagte Guardiola. Am Montag setzte Alaba mit dem Training aus. Sein Ausfall wöge schwer, weil auch Juan Bernat noch nicht wieder fit ist.

Guardiola hätte keinen Spezialisten mehr für die Position des linken Verteidigers. „Wir haben andere Lösungen, aber nicht mehr mit dem linken Fuß“, sagte der Spanier. Rafinha hieße die mögliche Option.

Was ist von Piräus zu erwarten?

Olympiakos kann in der griechischen Liga bislang mit einer 100-Prozent-Bilanz aufwarten: Zehn Spiele, zehn Siege (28:4 Tore).

Das 0:3 gegen die Bayern im Hinspiel war die einzige Niederlage in den letzten 23 Pflichtspielen. Die Griechen überraschten auch mit einem 3:2-Sieg in London gegen den FC Arsenal. „Olympiakos ist auswärtsstark. Eine einfache Sache wird es sicherlich nicht“, meinte Neuer. Guardiola erwartet einen „abwartend“ agierenden Gegner, dem er Defensivqualitäten und eine Stärke bei Freistößen und Eckbällen bescheinigte. Trotzdem glauben die Bayern fest an ihren Erfolg. Diesen Anspruch habe man „immer intus“, erklärte Badstuber.

Bayer Leverkusen gegen BATE Borissow

Bayer Leverkusen kann aus eigener Kraft noch ins Achtelfinale der Champions League kommen. Die Rechnung ist einfach: Gewinnt der Fußball-Bundesligasechste heute (18 Uhr/Sky) bei BATE Borissow und am 9. Dezember gegen den FC Barcelona, ist der dritte Einzug in die Runde der letzten 16 auf alle Fälle perfekt. Bei einem Sieg in Weißrussland würde es auf jeden Fall in der Europa League weitergehen. Verliert der Werksclub, droht das Europacup-Aus.„Wir werden versuchen, ein tolles Spiel zu zeigen“, sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler. Das Hinspiel hatten die Leverkusener deutlich mit 4:1 gewonnen. „Wir haben große Ziele und wollen im Europacup überwintern“, hofft Vereinsboss Michael Schade. „Dafür brauchen wir einen Sieg.“

Wie ist die Ausgangslage?

„Wenn wir die beiden Spiele gewinnen, sind wir sicher im Achtelfinale“, erklärte Bayer-Cheftrainer Roger Schmidt. Die Rechnung ist einfach, die Ausführung sicher schwieriger. BATE Borissow wurde zwar im Hinspiel mit 4:1 klar geschlagen, doch der weißrussische Meister tritt zu Hause viel stärker auf. AS Rom verlor 2:3 und Titelverteidiger FC Barcelona (2:0) fegte den Außenseiter auch nicht gerade vom Platz. Nicht zu vergessen ist ebenso, dass Bayern München in Borissow eine 1:3-Pleite erlebte.

Kann Bayer seine Ungewissheit ablegen?

Dem Werksclub hat es in dieser Saison bisher an Stabilität gefehlt. Von 13 Bundesligapartien gingen fünf verloren - in der vergangenen Saison waren es insgesamt sieben und zur selben Zeit nur zwei. Gegen Eintracht Frankfurt beendeten die Leverkusener zwar eine Negativserie von drei Pflichtspiel-Niederlagen mit einem 3:1 in Frankfurt, nicht aber eine große Schwäche: Neun der 17 Gegentreffer fielen nach Standardsituationen. „Das Spiel in Frankfurt war ein Fortschritt zu den vorherigen“, meinte Schmidt.

Wer fällt aus?

Die Personalnot hat sich vor der Auswärtspartie in Borissow verschärft. Kurz vor dem Abflug meldete sich noch Stürmer Stefan Kießling wegen einer Virusinfektion krank. Neben Kapitän Lars Bender (Sprunggelenk) fehlen die gesperrten Innenverteidiger Ömer Toprak und Kyriakos Papadopoulos. Hinzu kommen Langzeitverletzte wie Charles Aránguiz (Achillessehnenriss), Tin Jedvej und Roberto Hilbert. Zur Aufstellung gegen Borissow gefragt, antwortete Schmidt deshalb: „Viel Auswahl habe ich ja nicht.“

Auf einen kann sich die Werkself aber verlassen: Der mexikanische Stürmer Javier „Chicharito“ Hernández ist ein Volltreffer für Bayer. In den vergangenen sieben Spielen schoss der zwölf Millionen Euro teure Neuzugang zehn Tore - zwölf Treffer sind es in allen 15 Partien. „Chicharito hat die Erwartungen nicht nur erfüllt, er hat sie übererfüllt“, sagte Bayer-Vereinschef Michael Schade. Begeistert ist auch Sportchef und Ex-Nationalstürmer Rudi Völler von dem Torjäger, betonte aber: „Wir sind glücklich, dass wir ihn haben. Aber für jeden Knipser ist es wichtig, eine funktionierende Mannschaft zu haben.“

Am Mittwoch spielen weitere deutsche Mannschaften in der Königsklasse:

18 Uhr: ZSKA Moskau gegen VfL Wolfsburg
20.45 Uhr: Borussia Mönchengladbach gegen FC Sevillia
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