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Fussball-Champions-League 2015 : Arsenal empfängt Bayern München, Rudi Völler freut sich mit Leverkusen auf Rom

vom

Leverkusens Sportchef sieht sich als „halben Römer“. Und Bayern-Trainer Pep Guardiola redet Özil und Co. stark.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2015 | 15:34 Uhr

London/Leverkusen | Es ist wieder Zeit für die Champions League: In der Vorrunde treten heute Abend Bayern München und Bayer Leverkusen an. Während der Deutsche Meister derzeit kaum zu schlagen scheint, hat Leverkusen so seine Probleme, zumindest in der Bundesliga. Was Sie von den Partien (beide ab 20.45 Uhr/Sky) mit deutscher Beteiligung erwarten können:

Arsenal London vs. Bayern München:

Die Vorgabe ist klar: Mit dem dritten Sieg im dritten Spiel will der FC Bayern entschlossen Richtung Gruppensieg in der Champions League ziehen. Beim FC Arsenal strebt der deutsche Fußball-Rekordmeister seinen nächsten Erfolg an.

„Wir sind noch nicht für das Achtelfinale qualifiziert. Wir müssen kämpfen gegen eine der besten Mannschaften in Europa“, sagte Bayern-Coach Pep Guardiola und erwartet ein besonders motiviertes Gruppenschlusslicht Arsenal. „Wenn Du die letzte Chance hast, gibst Du alles. Es sind immer noch zwölf Punkte zu holen.“

Der Tabellenzweite der Premier League sieht auch gegen die derzeit unschlagbar wirkenden Münchner seine Chance. „Es gibt kein Team ohne Schwachstellen“, sagte Arsenal-Coach Arsène Wenger und machte seinem Team Mut. Nach der Partie am Dienstag geht es am 4. November in München erneut gegen die Londoner.

Die Ausgangslage ist vor dem Spiel bei Arsenal gut für die Bayern: Zwei Siege gegen Olympiakos Piräus und Dinamo Zagreb, dabei 8:0-Tore - der FC Bayern ist perfekt in die Königsklassen-Saison gestartet. Zwei überraschende Pleiten der „Gunners“ setzen das Team um die Weltmeister Mesut Özil und Per Mertesacker enorm unter Druck. „Aber wir spielen nicht sechs Punkte gegen 0 Punkte“, sagte Guardiola. „Sie haben bislang noch 0 Punkte, aber wir wissen, wie stark sie sind. Ein großartiges Team“, warnte Xabi Alonso.

Bleibt für Bayern-Torwart Manuel Neuer zu hoffen, dass er die richtigen Torwarthandschuhe anzieht:

Douglas Costa wird wohl wieder ins Bayern-Team zurückkehren, auch Kingsley Coman ist nach muskulären Problemen wieder dabei. Damit sind die Münchner auf den Außenbahnen wieder besser besetzt, in der Defensive will Javi Martínez wieder spielen. Wenger kann gegen den deutschen Fußball-Rekordmeister wieder auf den zuletzt verletzten brasilianischen Verteidiger Gabriel Paulista setzen. Stürmer Olivier Giroud darf nach seiner Sperre wieder auflaufen. „Arsenal ist in einer guten Form, alle sind fit“, erklärte Guardiola.

Und dann kommt noch ein schönes Wiedersehen dazu: Mit Per Mertesacker und Mesut Özil feierten Philipp Lahm, Thomas Müller & Co. in Brasilien den WM-Titel. „Ich freue mich auf die ehemaligen Kollegen, weil wir viel miteinander erlebt haben, darunter der absolute Höhepunkt Weltmeisterschaft 2014. Auf dem Platz ist das aber egal“, erklärte Bayern-Kapitän Lahm.

„Vor dem Spiel und nach dem Spiel können wir uns gerne unterhalten und ein paar Witze machen“, ergänzte Müller. „Aber auf dem Spielfeld ist man Gegner und dementsprechend geht man an die Sache ran.“

Bayer Leverkusen vs. AS Rom:

Für Rudi Völler wird es ein emotionales Wiedersehen mit seinem zweiten Herzensclub AS Rom. „Natürlich hoffe ich, dass beide, Bayer und Roma, weiterkommen, aber das ist sehr hart, wenn du in der gleichen Gruppe wie der FC Barcelona bist“, sagte Leverkusens Sportchef vor der Champions-League-Partie heute dem Club-Sender Roma-TV. Völler spielte von 1987 bis 1992 bei Italiens Vizemeister.

Die bislang besseren Karten hat sein Club, da die Römer nach dem 1:1 gegen Barça bei Außenseiter BATE Borissow (2:3) unerwartet patzten, während Bayer gegen die Weißrussen (4:1) drei Punkte holte und beim Topfavoriten der Gruppe E in Barcelona (1:2) verlor.

„Ich denke, es wird ein Spiel zweier gleichstarker Mannschaften, in dem die mentale Stärke und geistige Frische entscheiden wird“, meinte Völler, der 2004 auch für 25 Tage Trainer beim AS Rom war. Trotz seines damaligen Scheiterns betont der einstige Nationalstürmer: „Ich sage nie, ich bin ein halber Italiener. Ich bin ein halber Römer.“

Ein Heimerfolg gegen den Tabellenzweiten der Serie A, der mit dem deutschen Nationalspieler Antonio Rüdiger und dem Ex-Wolfsburger Edin Dzeko anreiste, wäre eine wichtige Weichenstellung für das Weiterkommen. „Wir haben die riesige Chance, einen Schritt Richtung Achtelfinale zu machen. Aber dafür brauchen wir Tore“, sagte Bayer-Torwart Bernd Leno.

Treffer sind zurzeit bei den von Trainer Roger Schmidt auf Offensive getrimmten, ins Bundesliga-Mittelfeld gerutschten Leverkusenern Mangelware. Nur acht Tore in neun Spielen erzielten sie. Die „Giallorossi“ (Gelb-Roten) aus Rom trafen in der Meisterschaft schon 20-mal. „Wir haben ein kleines Problem mit dem Toreschießen, trotzdem spielen wir guten Fußball“, meinte Schmidt. „Ich bin weit davon entfernt, den Glauben zu verlieren, dass wir Angriffe zu Ende führen.“

Trotz der Torflaute ist Weltmeister Christoph Kramer zuversichtlich, gegen Rom erfolgreich sein zu können. „Wir haben diese Saison bereits gezeigt, dass wir in keinem Spiel chancenlos sind“, sagte er. „Wir werden probieren, ihnen unser Spiel aufzuzwingen. Es wird sehr intensiv, aber sicherlich auch für Rom nicht angenehm.“

Schließlich hat Bayer 04 mit einem starken Auftritt beim FC Barcelona und der überstandenen Champions-League-Qualifikation gegen Lazio Rom (0:1/3:1) bewiesen, gegen namhafte Clubs mithalten zu können. „Wir haben bisher gute Spiele in der Champions League abgeliefert und gezeigt, dass wir auch den Großen Paroli bieten können“, meinte Leverkusens Vereinschef Michael Schade. „Wenn wir zu Hause gegen Rom punkten, haben wir gute Chancen, in der Königsklasse zu überwintern.“ Aber AS sei schon eine „andere Kategorie“ als Lazio, warnte er.

Nicht zufrieden ist Schade mit der zuletzt eher mageren Punkte-Ausbeute in der Bundesliga und nur Platz sieben in der Tabelle. „Ich will es nicht schönreden. Wir haben uns mehr erwartet und sind enttäuscht“, kritisierte er. „Die Motivation in der Champions League wird aber sicher besser sein.“ Personell gibt es vor dem Duell mit Rom noch zwei Fragezeichen.

Bangen muss Bayer noch um den Einsatz von Kapitän Lars Bender (Sprunggelenksverletzung im Fuß) und Angreifer Stefan Kießling (Adduktorenprobleme). „Wen es gut läuft, ist er dabei, aber es steht 50 zu 50“, sagte Schmidt. Sollte Bender passen müssen, könnte wohl Ömer Toprak wie zuletzt beim Hamburger SV (0:0) wieder ins defensive Mittelfeld rücken. Ansonsten wäre er ein Kandidat für die Innenverteidigung. Die Entscheidung, ob Kießling gegen Rom mitwirken kann, soll nach einem „Anschwitzen“ am Dienstagvormittag fallen. Einsatzbereit ist dagegen Kevin Kampl nach einer auskurierten Angina.

In Leverkusen erinnert man sich unterdessen gerne an die Partie gegen die Römer im Jahr 2004 zurück. Damals ging Bayer als Sieger vom Platz.

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