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Nach Anschlag auf BVB-Bus : 80 zusätzliche Polizisten bei München-Spiel gegen Real Madrid

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Der Anschlag in Dortmund hat auch auf das Spiel in München Auswirkungen. Sicherheitsmaßnahmen werden in beiden Städten verschärft.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2017 | 10:36 Uhr

München | Nach der Attacke auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund wird die Münchner Polizei beim Champions-League-Spiel zwischen dem FC Bayern und Real Madrid mehr Beamte einsetzen. „Wir haben die Zahl der Beamten auf 450 aufgestockt“, sagte ein Sprecher der Polizei am Mittwoch in München. Damit werden 80 Polizisten mehr im Einsatz sein als ursprünglich geplant.

Bereits am Morgen ließ die Polizei die Busse der beiden Teams von Sprengstoffhunden durchsuchen. „Und wir werden die Busse auch noch ein weiteres Mal durchsuchen, so dass wir jegliche Gefahr ausschließen können“, sagte Baumann. Dass die Busse eine andere Route auf ihrer Fahrt zum Stadion wählen, sei ebenfalls möglich. „Wir halten uns das offen“, sagte Baumann.

Straßensperrungen seien aber nicht geplant. Alle Maßnahmen beliefen sich in einem noch üblichen Rahmen. „Denn wir haben derzeit keine Hinweise auf Gefährdungen in München“, betonte Baumann.

Zur Bewertung der Lage stünden die Beamten auch in Kontakt mit der Dortmunder Polizei, sagte der Sprecher am Mittwochmorgen. Im Fall des Sprengstoff-Angriffs auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. In einem Bekennerschreiben gibt es Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund der Tat.

Auch in Dortmund werden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Im auf heute verlegten Spiel gegen Monaco dürfen auf Geheiß der Polizei keinerlei Rücksäcke mit ins Stadion genommen werden, meldet der Verein. Wer dergleichen mitbringt, wird nicht ins Stadion gelassen“. Alle Hinterlegungsstellen werden geschlossen sein. Zulässig seien maximal (Hand-)Taschen in einer Größe von DIN A4.

Außerdem werde die Zugangskontrolle viel Zeit in Anspruch nehmen. Fans werden gebeten, frühstmöglich am Stadion zu erscheinen.

 

Vor dem eigenen Viertelfinale sandten die Münchner und Trainer Carlo Ancelotti ihre besten Wünsche an die Dortmunder Kollegen - allen voran an den verletzten Abwehrspieler Marc Bartra. „Unsere ganze Unterstützung für den BVB und den Wunsch für eine baldige Genesung für Marc Bartra“, erklärte Coach Ancelotti. „Alles Gute, Marc Bartra und dem gesamten BVB“, wünschte der FC Bayern.

Die Beamten seien wegen einer größeren Fan-Versammlung bereits zuvor am Hilton-Hotel am Tucherpark gewesen und angesichts der ersten Meldungen aus Dortmund dort behalten worden, sagte der Sprecher der Polizei.

Beim Viertelfinal-Hinspiel am Mittwochabend in der mit 70.000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena müssen sich die Besucher auf intensive Sicherheitskontrollen einstellen. Eine rechtzeitige Anreise ist ratsam. Nach der Anschlagsserie von Paris und der Terrorwarnung beim Länderspiel in Hannover im November 2015 waren die Sicherheitsvorkehrungen in deutschen Stadien verschärft worden.

Der Deutsche Fußball-Bund verweist nach dem Anschlag auf seine Sicherheitsmaßnahmen und äußert sich noch nicht über mögliche Folgen für die Bundesliga. „Der DFB, die Liga und die Vereine tun sehr viel für die Sicherheit der Spieler und Fans. Vor allem außerhalb der Stadien sind die Einschätzungen und Hinweise der verantwortlichen Sicherheitsbehörden maßgeblich“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel in einer Mitteilung des Verbandes am Mittwoch. „Das gilt auch für die Frage, welche Konsequenzen aus dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB abzuleiten sind.“

Die Bundesanwaltschaft wird am Mittwoch um 14. Uhr über den aktuellen Stand der Ermittlungen informieren.

Alle aktuellen Informationen zum Bombenanschlag in Dortmund finden Sie in unserem Liveticker.

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