Leipzig gegen Hamburg : Wiedersehen mit Kumpel: Hollerbachs HSV-Debüt bei Hasenhüttl

Wegen seiner Verpflichtung könnte der HSV Ärger bekommen: Trainer Bernd Hollerbach.
Wegen seiner Verpflichtung könnte der HSV Ärger bekommen: Trainer Bernd Hollerbach.

Bernd Hollerbach steht vor seinem Einstand als Cheftrainer des abstiegsbedrohten Hamburger SV. Bei RB Leipzig trifft er seinen alten Kumpel und Kollegen Ralph Hasenhüttl wieder. Doch die Freundschaft rückt am Samstag vorerst in den Hintergrund.

shz.de von
26. Januar 2018, 13:53 Uhr

Bernd Hollerbachs schwierige Rettungsmission beginnt bei seinem Kumpel. «Ralph und ich haben freundschaftliche Beziehungen. Er macht einen Riesenjob», sagte er vor seinem Einstand als neuer Trainer des taumelnden Hamburger SV bei Ralph Hasenhüttls RB Leipzig.

«Wir haben ein sehr, sehr gutes Auskommen. Ich finde ihn einen Supertypen», schickte der Österreicher in Diensten der Sachsen Komplimente zurück, bevor sie sich am Samstag (15.30) in der Fußball-Bundesliga wiedersehen.

Der 48-jährige Hollerbach und der zwei Jahre ältere Hasenhüttl kennen sich vom Trainer-Lehrgang 2005 und sind seitdem gut befreundet. Im Sommer-Trainingslager der Leipziger in Seefeld schaute Hollerbach quasi als Weiterbildungsmaßnahme vorbei. Doch mit den Nettigkeiten zwischen den Kumpels und Kollegen dürfte es am Samstag zumindest für zwei Stunden vorbei sein.

Leipzig soll für Hollerbach die erste Etappe auf dem Weg zur Rettung des Bundesliga-Gründungsmitglieds sein. Am Montag war der langjährige HSV-Profi als Nachfolger von Markus Gisdol vorgestellt worden. Es ist sein erster Cheftrainer-Posten in der Bundesliga, nachdem er jahrelang als Assistent für den als Schleifer berüchtigten Felix Magath arbeitete.

Was nach seiner Präsentation folgte, waren Tage voller harter Arbeit für die HSV-Spieler, in denen Hollerbach seinen Ruf als Magath-light-Ausgabe gerecht wurde. «Grundvoraussetzung ist eine gewisse körperliche Fitness», sagte er zu den Tempoläufen am Dienstag, bei den einige Profi wie Kyriakos Papadopoulos und Vasilije Janjicic abreißen lassen mussten. Er will künftig einmal pro Woche Konditionstraining ansetzen.

Doch neben viel Laufen war auch viel Reden angesetzt. Nach sechs Spielen ohne Sieg, davon zuletzt vier Niederlagen, den Sturz auf Platz 17 mit gerade einmal 15 Punkten ist die Verunsicherung groß. «Wir haben viel gesprochen», sagte der gelernte Metzger Hollerbach. «Die Jungs sind bereit. Ich habe einen sehr, sehr positiven Eindruck. Ich habe nicht das Gefühl, dass sich jemand versteckt.»

Erstes Ergebnis: Problem-Profi Walace bleibt nun doch beim HSV. Wochenlang hatte der Olympiasieger aus Brasilien mit seinem Wechselwunsch inklusive Streik für Unruhe gesorgt und sich bei Gisdol ins Abseits manövriert. Jetzt sieht der 22-Jährige unter Hollerbach seine Chance. «Er hat gesagt, dass er sich für den den Verein zerreißen wird. Was ich von ihm gesehen habe, war positiv», sagte Hollerbach.

Vor der Reise nach Sachsen verriet er kaum etwas über seine mögliche Mannschafts-Aufstellung und die taktische Ausrichtung gegen den derzeit von Verletzungen geplagten Tabellenvierten. «Ich habe ein paar Sachen im Kopf», sagte er. Seine Forderung an seine Spieler: als Einheit auftreten. «Dann sind wir schwer zu schlagen.»

Hollerbach hat in dieser Woche versucht, einen Stimmungsumschwung bei den Hanseaten einzuleiten. Vor etwas mehr als einem Jahr war das Spiel in Leipzig für den HSV und dem damaligen Trainer Gisdol der Wendepunkt der Saison: Damals gewannen die Hanseaten ebenfalls am 20. Spieltag 3:0 dank Papadopoulos, Walace und Aaron Hunt - ein wichtiger Schritt zur damaligen Rettung des HSV.  

Zum Stimmungseintrüber könnte die Meldung werden, dass dem  HSV  Ärger wegen der Verpflichtung Hollerbachs droht. Nach Angaben des «Mannheimer Morgen» soll er bei den Würzburger Kickers ebenfalls noch einen Vertrag haben. Dort war er im Mai 2017 nach dem  Zweitliga-Abstieg von seinem Posten zurückgetreten. Der HSV verwies darauf, dass man zu «Vertragsinhalten und -modalitäten grundsätzlich keinerlei Angaben mache».

Ein Stimmungsaufheller beim HSV könnte die Statistik sein. Kurioserweise endeten die drei bisherigen Begegnungen zwischen Hamburg und RB immer mit Gästesiegen - und den Gastgebern gelang jedes Mal dabei nicht mal ein Tor.

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