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Fußball : Verbeek: klare Ansage ans Team - Duo kehrt zurück

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Mit einer unmissverständlichen Ansage an sein Team will Gertjan Verbeek den 1. FC Nürnberg zum ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga lotsen. «Wir müssen nun so schnell wie möglich Punkte holen», gestand der Coach vor seinem Debüt auf der fränkischen Bank beim VfB Stuttgart.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2013 | 13:56 Uhr

Der Mann mit Rod-Stewart-Gedächtnisfrisur möchte den fränkischen Profis vor allem wieder den Glauben an sich selbst einimpfen. «Mir ist nicht bange», sagte er, «ich bin zufrieden mit den ersten Tagen.»

Die Vorbereitungszeit war allerdings kurz. Erst seit Dienstag ist Verbeek in Nürnberg - kaum Möglichkeiten, um eigene Ideen in den Trainingsalltag einzubringen. Auch deshalb will der 51-Jährige wenig umstellen. «Ich will nicht all zu viel ändern. Wir waren zwar in der Saison nicht gut genug, um zu gewinnen, aber wir waren auch nicht sehr schlecht», urteilte er. Mut mache das jüngste 1:1 bei Eintracht Frankfurt vergangenen Samstag: «So, wie wir da in der letzten halben Stunde gespielt haben, können wir auch den VfB Stuttgart schlagen.»

Am Fernseher hatte Verbeek den ordentlichen Auftritt seines neuen Teams verfolgt, jetzt soll mit ihm auf der Bank möglichst fix der erste Saisonerfolg her: «Wir brauchen eine gute Organisation», befand Verbeek, «dann kehrt auch das Selbstvertrauen zurück.» Bei der Drei-Punkte-Operation in Schwaben sollen auch zwei Rekonvaleszenten mithelfen. Nach einmonatiger Verletzungspause hat Stürmer Daniel Ginczek seinen Zehenbruch auskuriert und kehrt ebenso in den Kader zurück wie Mittelfeldprofi Markus Feulner, der wegen eines Innenbandanrisses zuletzt ausgefallen war. Zumindest Ginczek winkt ein Platz in der Startelf anstelle des schwächelnden Tomas Pekhart.

Verzichten muss der niederländische Coach dafür auf Außenstürmer Alexander Esswein, der kurzfristig verletzt ausfällt. Dafür stellte Verbeek den flinken Robert Mak und Josip Drmic Einsätze von Beginn an in Aussicht; das Duo könnte im 4-2-3-1-System die Flügelzange bilden.

Verliebt - oder doch nur verhört? Mit gutem Deutsch trumpfte Gertjan Verbeek bei seinem Einstand als neuer Coach des Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg auf. Doch ungewollt hatte der Niederländer bei seiner Präsentation am Dienstag auch zahlreiche Journalisten auf eine falsche Fährte geführt. «Ich habe mich verliebt in den Club», hatten viele Medien - auch die Nachrichtenagentur dpa - den 51-Jährigen zitiert. Dabei hatte Verbeek etwas anderes im Sinn.

«Ich habe gemeint, dass ich mich vertieft habe in den Verein», kommentierte der Coach das Missverständnis am Donnerstag. «Vertieft» heißt auf niederländisch «verdiept» - die Grenzen zum deutschen Wort «verliebt» waren da offenkundig verschwommen. Verärgert aber sei er über das falsch zugeordnete Zitat keineswegs, wie Verbeek klar machte. «Nach ein paar Tagen kann ich sagen, dass ich mich jetzt auch schon verliebt habe in den Verein», kommentierte er.

Einen überaus lässigen Eindruck machte Verbeek bei seiner ersten Spieltags-Pk am Donnerstag - und präsentierte sich noch gar nicht als jener harter Hund, als der er sich in den Niederlanden einen Namen gemacht hat. Klar aber ist, dass der Neue verstärkt auf Drill setzen wird, wenn der Erfolg auch unter ihm ausbleibt. «Er legt sehr viel Wert auf Disziplin», urteilte Stuttgarts Trainer Thomas Schneider, selbst erst seit knapp zwei Monaten als Bundesligacoach im Amt.

«Wir treffen auf eine Mannschaft, die über das Normalmaß hinaus motiviert sein wird», befand Schneider. Der Trainerwechsel vom unerfahrenen Michael Wiesinger hin zu Verbeek mache die Sache kniffliger für seine Mannschaft. «Dass wir unser Videomaterial nicht mehr gebrauchen können, ist klar», kommentierte der 40-Jährige. Sportvorstand Fredi Bobic glaubt indes nicht, dass der neue Mann beim FCN die sportlichen Probleme «sofort wegwischen» kann.

«Wir erwarten schon, dass wir das Spiel dominieren werden», betonte Schneider. Beim VfB kehrt Sven Ulreich nach seiner Verletzung ins Tor zurück. Die Viererkette muss umgebaut werden, zumal neben Antonio Rüdiger (Rot-Sperre) auch Gotoku Sakai mit muskulären Problemen auszufallen droht.

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